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Altes Testament

Joel Kapitel 1

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Das Wort Jahwehs, das geschah zu Joel, dem Sohn Pethuels:
2Hört dieses, [ihr] Alten, und nehmt es zu Ohren, alle Bewohner des Landes1! Ist so etwas in euren Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter?
3Erzählt davon euren Söhnen und eure Söhne ihren Söhnen und ihre Söhne dem folgenden Geschlecht:
4Was der Nager übrig gelassen hatte, fraß die Heuschrecke; was die Heuschrecke übrig gelassen hatte, fraß der Abfresser; was der Abfresser übrig gelassen hatte, fraß der Vertilger.
5Wacht auf, [ihr] Trunkenen, und weint! Heult, alle Weinsäufer, über den Most, weil er abgeschnitten ist von eurem Mund!,
6denn, ein Volk* zog auf über mein Land, mächtig und ohne Zahl; seine Zähne sind Löwenzähne, es hat das Gebiss einer Löwin.
7Es macht meinen Weinstock zur Öde2 und zerknickt meinen Feigenbaum. Es schält ihn vollständig ab, wirft ihn hin. Seine Ranken sind weiß geworden.
8Klage, mit Sacktuch umgürtet, wie eine Jungfrau um den Eheherrn ihrer Jugend3!
9Speisopfer und Trankopfer sind weggenommen vom Haus Jahwehs. Es trauern die Priester, die verehrenden Diener Jahwehs.
10Das Feld ist verwüstet; es trauert der Erdboden; denn verwüstet ist das Korn, zuschanden der Most, vertrocknet das Öl.
11Seid beschämt, [ihr] Bauern, heult, [ihr] Winzer, wegen des Weizens und der Gerste, denn die Ernte des Feldes ist ruiniert.
12Der Weinstock ist verdorrt, der Feigenbaum verwelkt. Granatapfelbaum, auch Palme und Apfelbaum, alle Bäume des Feldes sind vertrocknet. Ja, vertrocknet ist die Freude - von den Söhnen Adams hinweg.
13Umgürtet euch und wehklagt, [ihr] Priester! Heult, verehrende Diener des Altars! Kommt, übernachtet in Sacktuch, verehrende Diener meines Gottes, denn Speisopfer und Trankopfer sind dem Haus eures Gottes entzogen!
14Heiligt ein Fasten! Ruft die Festversammlung aus! Versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, zum Haus Jahwehs, eures Gottes, und ruft zu Jahweh!
15O wehe des Tages!, denn nahe ist der Tag Jahwehs. Wie eine Verwüstung vom Allmächtigen kommt er.
16Ist nicht vor unseren Augen hinweggerafft die Speise, Freude und Jubel, vom Haus unseres Gottes hinweg?
17Verrottet sind die Saatkörner unter den Schollen, verödet die Vorratshäuser, zerfallen die Scheunen, denn das Korn ist vertrocknet.
18Wie stöhnen die Tiere, [wie] sind die Rinderherden verstört4, denn sie haben keine Weide! Auch die Kleinviehherden müssen büßen.
19Zu dir, Jahweh, rufe ich, denn ein Feuer hat die Weideflächen der Wüste verzehrt; und eine Flamme hat alle Bäume des Feldes versengt.
20Auch die Wildtiere des Feldes lechzen zu dir, denn vertrocknet sind die Wasserbäche, Feuer hat die Weideflächen der Wüste verzehrt.

Fußnoten

  1. 1 o.: der Erde (im begrenzten Sinn); so a. i. Folg.
  2. 2 und zum Entsetzen
  3. 3 d. h.: um den Mann, der sie in ihrer Jugendlichkeit ehelichen sollte.
  4. 4 o.: bestürzt; verwirrt umherirrend