Neues Testament
Johannes Kapitel 1
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott1, und das Wort war Gott2.
2Das war im Anfang bei Gott.
3Alles wurde durch es3, und ohne es wurde auch nicht eines, das geworden ist.
4In ihm war [das] Leben. Und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit °überwand es nicht4.
6Es trat ein Mensch auf5, von Gott gesandt. Der hieß Johannes.
7Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch es6 glaubten.
8Er selbst war nicht das Licht, sondern er sollte von dem Licht Zeugnis geben.
9°Es7 war das wahre Licht, das - in die Welt kommend - jedem Menschen leuchtet.°
10Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn8 nicht.
11Er kam in das Eigene, und die Eigenen nahmen ihn nicht auf.
12So viele ihn aber annahmen, denen gab er Vollmacht9, Gottes Kinder zu werden10, denen, die an seinen Namen glauben,
13die nicht aus Geblüt11 noch aus Willen des Fleisches noch aus Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren wurden.
14Und das Wort wurde Fleisch und wohnte12 unter uns, und wir sahen13 seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Einziggeborenen vom Vater her, voll Gnade und Wahrheit.
15Johannes legt Zeugnis von ihm ab. Und er hat <laut> gerufen und gesagt: Dieser war es, von dem ich sagte: "Der, der nach mir kommt, ist mir voraus geworden", weil er eher war als ich.
16Und aus seiner Fülle empfingen wir alle, und [zwar] Gnade über Gnade;
17denn14 das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit wurden durch Jesus Christus.
18Niemand hat Gott je gesehen. Der einziggeborene °Sohn, der zur Brust des Vaters [gewandt] ist15, der gab [über ihn] Aufschluss16.
19Und dieses ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten, damit sie ihn fragen sollten: "Wer bist du?"
20Er bekannte und er leugnete nicht. Und er bekannte: "Nicht ich17 bin der Gesalbte18."
21Sie fragten ihn: "Was also? Bist du Elia?" Und er sagt: "Ich bin's nicht." "Bist du der Prophet?" Er antwortete: "Nein."
22Da sagten sie zu ihm: "Wer bist du? - damit wir Antwort geben <können> denen, die uns schickten. Was sagst du von dir selbst?"
23Er sagte: "Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: 'Ebnet den Weg des Herrn', gleichwie Jesaja, der Prophet, sagte." {Jes 40,3}
24Und die Gesandten waren von den Pharisäern.
25Und sie fragten ihn: "Was taufst du also", sagten sie zu ihm, "wenn du nicht der Gesalbte bist und nicht Elia und nicht der Prophet?"
26Johannes antwortete ihnen und sagte: "Ich taufe in19 Wasser, aber mitten unter euch steht der, den ihr nicht wirklich kennt.
27Er ist der, der nach mir kommt, der mir voraus geworden ist, dessen ich nicht würdig bin, ihm seinen Schuhriemen zu lösen."
28Dieses geschah zu Bethabara20, jenseits des Jordans, wo Johannes war und taufte21.
29Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt: "Sieh! Das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt22!
30Der ist es, von dem ich sagte: 'Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus geworden ist', weil er eher war als ich.
31Und ich kannte ihn <vordem>23 nicht wirklich. Jedoch damit er Israel offenbar gemacht werde, deswegen kam ich und taufte in24 dem Wasser."
32Und Johannes legte Zeugnis ab und sagte: "Ich schaute den Geist wie eine Taube vom Himmel niederkommen und auf ihm bleiben.
33Und ich kannte ihn <vordem>25 nicht wirklich. Der jedoch, der mich schickte, in26 Wasser zu taufen, derjenige sagte zu mir: 'Auf wen du sehen wirst den Geist niederkommen und auf ihm bleiben, der ist es, der im Heiligen Geist27 tauft.'
34Und ich habe gesehen und Zeugnis gegeben, dass dieser der Sohn Gottes ist."
35Am folgenden Tag stand Johannes wieder [da] - und zwei seiner Jünger28.
36Und er blickte zu Jesus, der da wandelte; und er sagt: "Sieh! Das Lamm Gottes!"
37Und die zwei Jünger hörten ihn reden; und sie folgten Jesus.
38Jesus wandte sich um und sah sie an, die ihm folgten, und er sagt zu ihnen: "Was sucht ihr?" Sie sagten zu ihm: "Rabbi", (was übersetzt 'Lehrer' heißt) "wo ist deine Bleibe?"29
39Er sagt zu ihnen: "Kommt und seht!" Sie gingen und sahen, wo er seine Bleibe hatte30. Und sie blieben31 bei ihm an jenem Tag. Es war um die zehnte Stunde.
40Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den Zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm gefolgt waren.
41Es findet dieser, als °Erster, den eigenen Bruder, Simon. Und er sagt zu ihm: "Wir haben den Messias gefunden!" Das heißt, übersetzt, 'der Gesalbte'.
42Und er führte ihn hin zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: "Du bist Simon, der Sohn Jonas. Du wirst Kephas heißen." Das wird übersetzt mit 'Felsstück'32.
43Am folgenden Tag wollte er hinausgehen nach Galiläa. Und er findet Philippus und sagt zu ihm: "Folge mir!"
44Philippus war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
45Philippus findet Nathanael und sagt zu ihm: "Den, von dem Mose in dem Gesetz schrieb und [von dem] die Propheten [schrieben], [den] haben wir gefunden, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazaret."
46Und Nathanael sagte zu ihm: "Aus Nazaret kann etwas Gutes sein?" Philippus sagt zu ihm: "Komm und sieh!"
47Jesus sah Nathanael auf sich zukommen, und er sagt von ihm: "Sieh! Wahrlich ein Israelit, in dem kein Trug ist."
48Nathanael sagt zu ihm: "Woher kennst du mich?" Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich."
49Nathanael antwortete und sagt zu ihm: "Rabbi, du bist der Sohn Gottes! Du bist der König Israels!"
50Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Weil ich dir sagte: 'Ich sah dich unter dem Feigenbaum', glaubst du? Größeres als dieses wirst du sehen."
51Und er sagt zu ihm: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Hinfort [gilt]33: Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen - und die Engel Gottes aufsteigend und niedersteigend auf den Sohn des Menschen."
2Das war im Anfang bei Gott.
3Alles wurde durch es3, und ohne es wurde auch nicht eines, das geworden ist.
4In ihm war [das] Leben. Und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit °überwand es nicht4.
6Es trat ein Mensch auf5, von Gott gesandt. Der hieß Johannes.
7Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch es6 glaubten.
8Er selbst war nicht das Licht, sondern er sollte von dem Licht Zeugnis geben.
9°Es7 war das wahre Licht, das - in die Welt kommend - jedem Menschen leuchtet.°
10Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn8 nicht.
11Er kam in das Eigene, und die Eigenen nahmen ihn nicht auf.
12So viele ihn aber annahmen, denen gab er Vollmacht9, Gottes Kinder zu werden10, denen, die an seinen Namen glauben,
13die nicht aus Geblüt11 noch aus Willen des Fleisches noch aus Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren wurden.
14Und das Wort wurde Fleisch und wohnte12 unter uns, und wir sahen13 seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Einziggeborenen vom Vater her, voll Gnade und Wahrheit.
15Johannes legt Zeugnis von ihm ab. Und er hat <laut> gerufen und gesagt: Dieser war es, von dem ich sagte: "Der, der nach mir kommt, ist mir voraus geworden", weil er eher war als ich.
16Und aus seiner Fülle empfingen wir alle, und [zwar] Gnade über Gnade;
17denn14 das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit wurden durch Jesus Christus.
18Niemand hat Gott je gesehen. Der einziggeborene °Sohn, der zur Brust des Vaters [gewandt] ist15, der gab [über ihn] Aufschluss16.
19Und dieses ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten, damit sie ihn fragen sollten: "Wer bist du?"
20Er bekannte und er leugnete nicht. Und er bekannte: "Nicht ich17 bin der Gesalbte18."
21Sie fragten ihn: "Was also? Bist du Elia?" Und er sagt: "Ich bin's nicht." "Bist du der Prophet?" Er antwortete: "Nein."
22Da sagten sie zu ihm: "Wer bist du? - damit wir Antwort geben <können> denen, die uns schickten. Was sagst du von dir selbst?"
23Er sagte: "Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: 'Ebnet den Weg des Herrn', gleichwie Jesaja, der Prophet, sagte." {Jes 40,3}
24Und die Gesandten waren von den Pharisäern.
25Und sie fragten ihn: "Was taufst du also", sagten sie zu ihm, "wenn du nicht der Gesalbte bist und nicht Elia und nicht der Prophet?"
26Johannes antwortete ihnen und sagte: "Ich taufe in19 Wasser, aber mitten unter euch steht der, den ihr nicht wirklich kennt.
27Er ist der, der nach mir kommt, der mir voraus geworden ist, dessen ich nicht würdig bin, ihm seinen Schuhriemen zu lösen."
28Dieses geschah zu Bethabara20, jenseits des Jordans, wo Johannes war und taufte21.
29Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt: "Sieh! Das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt22!
30Der ist es, von dem ich sagte: 'Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus geworden ist', weil er eher war als ich.
31Und ich kannte ihn <vordem>23 nicht wirklich. Jedoch damit er Israel offenbar gemacht werde, deswegen kam ich und taufte in24 dem Wasser."
32Und Johannes legte Zeugnis ab und sagte: "Ich schaute den Geist wie eine Taube vom Himmel niederkommen und auf ihm bleiben.
33Und ich kannte ihn <vordem>25 nicht wirklich. Der jedoch, der mich schickte, in26 Wasser zu taufen, derjenige sagte zu mir: 'Auf wen du sehen wirst den Geist niederkommen und auf ihm bleiben, der ist es, der im Heiligen Geist27 tauft.'
34Und ich habe gesehen und Zeugnis gegeben, dass dieser der Sohn Gottes ist."
35Am folgenden Tag stand Johannes wieder [da] - und zwei seiner Jünger28.
36Und er blickte zu Jesus, der da wandelte; und er sagt: "Sieh! Das Lamm Gottes!"
37Und die zwei Jünger hörten ihn reden; und sie folgten Jesus.
38Jesus wandte sich um und sah sie an, die ihm folgten, und er sagt zu ihnen: "Was sucht ihr?" Sie sagten zu ihm: "Rabbi", (was übersetzt 'Lehrer' heißt) "wo ist deine Bleibe?"29
39Er sagt zu ihnen: "Kommt und seht!" Sie gingen und sahen, wo er seine Bleibe hatte30. Und sie blieben31 bei ihm an jenem Tag. Es war um die zehnte Stunde.
40Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den Zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm gefolgt waren.
41Es findet dieser, als °Erster, den eigenen Bruder, Simon. Und er sagt zu ihm: "Wir haben den Messias gefunden!" Das heißt, übersetzt, 'der Gesalbte'.
42Und er führte ihn hin zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: "Du bist Simon, der Sohn Jonas. Du wirst Kephas heißen." Das wird übersetzt mit 'Felsstück'32.
43Am folgenden Tag wollte er hinausgehen nach Galiläa. Und er findet Philippus und sagt zu ihm: "Folge mir!"
44Philippus war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
45Philippus findet Nathanael und sagt zu ihm: "Den, von dem Mose in dem Gesetz schrieb und [von dem] die Propheten [schrieben], [den] haben wir gefunden, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazaret."
46Und Nathanael sagte zu ihm: "Aus Nazaret kann etwas Gutes sein?" Philippus sagt zu ihm: "Komm und sieh!"
47Jesus sah Nathanael auf sich zukommen, und er sagt von ihm: "Sieh! Wahrlich ein Israelit, in dem kein Trug ist."
48Nathanael sagt zu ihm: "Woher kennst du mich?" Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich."
49Nathanael antwortete und sagt zu ihm: "Rabbi, du bist der Sohn Gottes! Du bist der König Israels!"
50Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Weil ich dir sagte: 'Ich sah dich unter dem Feigenbaum', glaubst du? Größeres als dieses wirst du sehen."
51Und er sagt zu ihm: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Hinfort [gilt]33: Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen - und die Engel Gottes aufsteigend und niedersteigend auf den Sohn des Menschen."
Fußnoten
- 1 pros i. S. v. "bei": s. Mt 13,56; o.: war zu Gott hin
- 2 gr. "theos (ohne Artikel) een" ist vorangestellt, steht also an betonter Stelle; "Gott" ist Prädikatsnomen von "Gott sein".
- 3 o.: durch ihn; so a. i. Folg.
- 4 o.: bezwang es nicht; löschte es nicht aus; fasste es nicht; hielt es nicht auf; hielt es nicht [vom Leuchten] ab.
- 5 eigtl.: es wurde ein Mensch; o.: es geschah ein Mensch; vgl. das atl. "es geschah".
- 6 d. h.: durch das Licht; s. 8,12; 9,5; 12,46.
- 7 S. Üsgsk. im Ergänzungsband.
- 8 im Gt. ein männliches Fürwort.
- 9 o.: das Recht; d. h., das vorläufige Recht, denn erst mit Pfingsten konnte es geschehen.
- 10 Der gr. Inf. Aor. ("zu werden") ist nicht progressiv (fortschreitend) oder durativ (als fortwährend andauernde Handlung) aufzufassen, so auch hier nicht.
- 11 d. h.: nicht aufgrund ihrer Abstammung; o.: nicht durch natürliche Geburt; o.: nicht durch Blut[sverwandtschaft]
- 12 eigtl.: zeltete. Das hier verwendete gr. Wort ruft das atl. Zeltheiligtum Gottes vor dem Bau des Tempels, das "Zelt der Begegnung", in Erinnerung; ebenso in Offb 7,15; 12,12; 13,6; 21,3.
- 13 eigtl.: schauten; schauten <und sahen>
- 14 eigtl.: weil; das Begründungswort am Anfang von V. 17 bezieht sich auf die zwei nachfolgenden selbstständigen Sätze, die beide Grund für die Aussage von V. 16 sind.
- 15 D. i. ein Bild vom Ehrenplatz beim Essen; vgl. Schlatter u. 13,23.
- 16 o.: der machte [ihn] kund.
- 17 Der Täufer gebraucht des Öfteren das betonte Ich, und zwar im Gegensatz zu dem, den er als Zeuge erhöht.
- 18 gr. christos, heb. maschiach (Messias), dt. Gesalbter; lat. Christus; der geweissagte, gesalbte Priesterkönig (Ps 2,2; 110,1.4).
- 19 o.: mit
- 20 t. r. (u. a. Hss): Bethabara (bed.: "Haus der Furt"); byz. T. (u. der Großteil der gr. Hss): Bethanien
- 21 eigtl.: wo Johannes taufend [tätig] war.
- 22 o.: aufnimmt; o.: aufhebt <und wegträgt>.
- 23 im Gt.: Aor. im Sinne des Plusquamperfekts
- 24 o.: mit
- 25 im Gt.: Aor. im Sinne des Plusquamperfekts
- 26 o.: mit
- 27 o.: mit Heiligem Geist
- 28 o.: Schüler (vgl. die Prophetenschüler, z. B. 2Kön 2,3); so a. i. Folg.
- 29 o.: wo wohnst du; wo weilst du; wo hältst du dich auf?
- 30 o.: wo er wohnte (o.: weilte; sich aufhielt).
- 31 Das gr. Wort für "bleiben" kann auch ein "Wohnen" meinen. Für "bleiben" (V. 39) u. "weilen" (V. 38) steht im Gt. dasselbe gr. Wort.
- 32 gr. petros
- 33 Das gr. ap' arti besagt offensichtlich nicht, dass das Angesagte ab diesem Zeitpunkt unausgesetzt stattfinden soll, sondern dass nun ein Zeitpunkt gesetzt ist, der prophetischen Charakter hat: Das Angesagte wird zu seiner Zeit eintreten.