Altes Testament
Jesaja Kapitel 1
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Gesicht Jesajas, des Sohnes des Amoz, das er schaute über Juda und Jerusalem in den Tagen Usijas, Jotams, Ahas', Hiskias, der Könige von Juda.
2Hört, Himmel, und horche auf, Erde1, denn Jahweh hat gesprochen: "Söhne zog ich groß und brachte ich hoch, und sie wurden mir abtrünnig.
3Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn: Israel erkennt nicht; mein Volk versteht nicht!"
4Wehe dem sündigenden Volk*, dem schuldbeladenen Stamm, dem Samen von Ehrfurchtslosen, den verderblich handelnden Söhnen! Sie haben Jahweh verlassen, den Heiligen Israels verschmäht, sich entfremdet, nach hinten [gewandt].
5Worauf noch wollt ihr geschlagen werden, die ihr den Abfall2 vermehrt? Das ganze Haupt ist krank! Und das ganze Herz ist siech!
6Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Unversehrtes an ihm: Wunde und Strieme und frischer Schlag, nicht ausgedrückt und nicht verbunden und nicht mit Öl gelindert.
7Eure Erde ist eine Öde! Eure Städte sind vom Feuer verbrannt! Euer Erdboden - in eurer Gegenwart verzehren ihn Fremde; und er ist eine Öde, wie eine Umkehrung [durch] Fremde!
8Und die Tochter Zion ist übrig geblieben wie eine Laubhütte im Weinberg, wie eine Nachthütte3 im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.
9Hätte Jahweh der Heere uns nicht Überlebende übrig gelassen, einen geringfügigen [Rest], wären wir wie Sodom geworden, Gomorra gleich geworden.
10Hört das Wort Jahwehs, Oberhäupter von Sodom! Horcht auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra!
11"Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?", sagt Jahweh. "Ich habe satt die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber. Und am Blut der Stiere und der Lämmer und der jungen Ziegenböcke habe ich kein Gefallen."
12"Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen: Wer hat das von eurer Hand gefordert, dass ihr meine Vorhöfe zertretet4?
13Bringt nicht länger nichtiges5 Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel, Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Zusammenkünften6: Unrechttun7 und8 Festgedränge ertrage ich nicht.
14Eure Neumonde und eure Festzeiten9 hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden. Ich bin's müde, sie zu tragen.
15Und breitet ihr eure Hände aus, so verhülle ich vor euch meine Augen. Selbst wenn ihr das Gebet vermehrt, höre ich nicht hin. Eure Hände sind voll Blut10.
16Wascht euch! Reinigt euch! Schafft die Bosheit eurer Taten mir aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun!
17Lernt Gutes tun! Sucht nach dem Recht11! Weist den Bedrücker zurecht! Schafft Recht der Waise! Führt den Rechtsstreit der Witwe!"
18"So kommt und lasst uns miteinander rechten!", sagt Jahweh. "Sind eure Sünden wie Scharlach12, weiß wie Schnee sollen sie werden. Sind sie rot wie Scharlach, wie Wolle sollen sie werden.
19Seid ihr willig und hört, so werdet ihr das Gute des Landes essen.
20Weigert ihr euch aber, und seid ihr widerspenstig, so werdet ihr vom Schwert gefressen." Fürwahr, der Mund Jahwehs hat gesprochen.
21"Wie ist zur Hure geworden die treue Burgstadt! Sie war erfüllt von Recht, in ihr wohnte Gerechtigkeit, und jetzt - Mörder!
22Dein Silber wurde zu Schlacken. Dein edler Wein ist mit Wasser verfälscht.
23Deine Obersten sind Störrische und Gesellen von Dieben. Jeder von ihnen liebt Bestechungsgeschenke und jagt nach Bezahlung. Den Waisen verschaffen sie nicht Recht, und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie."
24"Darum", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs der Heere, des Mächtigen Israels: "Wehe! Ich werde mir Genugtuung verschaffen von meinen Widersachern und Rache nehmen an meinen Feinden!
25Und ich wende meine Hand dir zu und schmelze deine Schlacken aus wie mit Pottasche; und all deine Schlackenmasse13 schaffe ich weg.
26Und ich werde wiederbringen deine Richter wie in der ersten [Zeit] und deine Ratgeber wie zu Beginn. Danach wird man dich nennen: 'Stadt der Gerechtigkeit', 'treue Burgstadt'."
27Zion wird erlöst14 werden durch Gericht, und seine Umkehrenden durch Gerechtigkeit.
28Aber Zerschmetterung den Abtrünnigen und den Sündern miteinander! Und die, die Jahweh verlassen, werden umkommen!
29Ja, sie werden beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt habt, und schamrot werdet ihr werden wegen der Gärten, die ihr euch erwählt habt,
30- denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat.
31Und der Starke wird zu Werg15 und sein Tun zum Funken, und beide miteinander verbrennen. Und niemand wird da sein, der löscht."
2Hört, Himmel, und horche auf, Erde1, denn Jahweh hat gesprochen: "Söhne zog ich groß und brachte ich hoch, und sie wurden mir abtrünnig.
3Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn: Israel erkennt nicht; mein Volk versteht nicht!"
4Wehe dem sündigenden Volk*, dem schuldbeladenen Stamm, dem Samen von Ehrfurchtslosen, den verderblich handelnden Söhnen! Sie haben Jahweh verlassen, den Heiligen Israels verschmäht, sich entfremdet, nach hinten [gewandt].
5Worauf noch wollt ihr geschlagen werden, die ihr den Abfall2 vermehrt? Das ganze Haupt ist krank! Und das ganze Herz ist siech!
6Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Unversehrtes an ihm: Wunde und Strieme und frischer Schlag, nicht ausgedrückt und nicht verbunden und nicht mit Öl gelindert.
7Eure Erde ist eine Öde! Eure Städte sind vom Feuer verbrannt! Euer Erdboden - in eurer Gegenwart verzehren ihn Fremde; und er ist eine Öde, wie eine Umkehrung [durch] Fremde!
8Und die Tochter Zion ist übrig geblieben wie eine Laubhütte im Weinberg, wie eine Nachthütte3 im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.
9Hätte Jahweh der Heere uns nicht Überlebende übrig gelassen, einen geringfügigen [Rest], wären wir wie Sodom geworden, Gomorra gleich geworden.
10Hört das Wort Jahwehs, Oberhäupter von Sodom! Horcht auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra!
11"Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?", sagt Jahweh. "Ich habe satt die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber. Und am Blut der Stiere und der Lämmer und der jungen Ziegenböcke habe ich kein Gefallen."
12"Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen: Wer hat das von eurer Hand gefordert, dass ihr meine Vorhöfe zertretet4?
13Bringt nicht länger nichtiges5 Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel, Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Zusammenkünften6: Unrechttun7 und8 Festgedränge ertrage ich nicht.
14Eure Neumonde und eure Festzeiten9 hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden. Ich bin's müde, sie zu tragen.
15Und breitet ihr eure Hände aus, so verhülle ich vor euch meine Augen. Selbst wenn ihr das Gebet vermehrt, höre ich nicht hin. Eure Hände sind voll Blut10.
16Wascht euch! Reinigt euch! Schafft die Bosheit eurer Taten mir aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun!
17Lernt Gutes tun! Sucht nach dem Recht11! Weist den Bedrücker zurecht! Schafft Recht der Waise! Führt den Rechtsstreit der Witwe!"
18"So kommt und lasst uns miteinander rechten!", sagt Jahweh. "Sind eure Sünden wie Scharlach12, weiß wie Schnee sollen sie werden. Sind sie rot wie Scharlach, wie Wolle sollen sie werden.
19Seid ihr willig und hört, so werdet ihr das Gute des Landes essen.
20Weigert ihr euch aber, und seid ihr widerspenstig, so werdet ihr vom Schwert gefressen." Fürwahr, der Mund Jahwehs hat gesprochen.
21"Wie ist zur Hure geworden die treue Burgstadt! Sie war erfüllt von Recht, in ihr wohnte Gerechtigkeit, und jetzt - Mörder!
22Dein Silber wurde zu Schlacken. Dein edler Wein ist mit Wasser verfälscht.
23Deine Obersten sind Störrische und Gesellen von Dieben. Jeder von ihnen liebt Bestechungsgeschenke und jagt nach Bezahlung. Den Waisen verschaffen sie nicht Recht, und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie."
24"Darum", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs der Heere, des Mächtigen Israels: "Wehe! Ich werde mir Genugtuung verschaffen von meinen Widersachern und Rache nehmen an meinen Feinden!
25Und ich wende meine Hand dir zu und schmelze deine Schlacken aus wie mit Pottasche; und all deine Schlackenmasse13 schaffe ich weg.
26Und ich werde wiederbringen deine Richter wie in der ersten [Zeit] und deine Ratgeber wie zu Beginn. Danach wird man dich nennen: 'Stadt der Gerechtigkeit', 'treue Burgstadt'."
27Zion wird erlöst14 werden durch Gericht, und seine Umkehrenden durch Gerechtigkeit.
28Aber Zerschmetterung den Abtrünnigen und den Sündern miteinander! Und die, die Jahweh verlassen, werden umkommen!
29Ja, sie werden beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt habt, und schamrot werdet ihr werden wegen der Gärten, die ihr euch erwählt habt,
30- denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat.
31Und der Starke wird zu Werg15 und sein Tun zum Funken, und beide miteinander verbrennen. Und niemand wird da sein, der löscht."
Fußnoten
- 1 Das heb. Wort äräz (Erde, Erdreich, Boden, Land) bezeichnet ein "Land" verschieden großen Umfangs; die Begriffe "Himmel" und "Erde" können z. B. auf Israel (V. 3.7) bezogen sein.
- 2 o.: den Ungehorsam; das Abweichen
- 3 D. i. eine Nachtwächter-Baracke.
- 4 o.: meine Vorhöfe tretet; o.: auf meine Vorhöfe tretet; vgl. Offb 11,2.
- 5 und wertloses
- 6 w.: Einberufungen zum Heiligtum
- 7 o.: Abgötterei
- 8 o.: verbunden mit
- 9 o.: eure verabredeten Zusammenkünfte
- 10 o.: voller Bluttaten; voll Blutschuld
- 11 o.: Trachtet nach Recht.
- 12 o.: Karmesin
- 13 D. i. das dem Silber beigemischte unedle Metall (Blei).
- 14 o.: losgekauft
- 15 D. i. Abfall vom Flachs.