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Altes Testament

Micha Kapitel 1

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Das Wort Jahwehs, das zu Micha aus Moreschet1 geschah in den Tagen Jotams, Ahas' und Hiskias, der Könige von Juda, das er schaute über Samaria und Jerusalem:
2Hört, alle Volksscharen! Höre zu, Erde2 und ihre Fülle! Der Herr3, Jahweh, sei gegen euch zum Zeugen, der Herr von der Tempelhalle seines Heiligen4 aus,
3denn - siehe! - Jahweh geht aus von seiner Stätte und kommt herab und schreitet einher auf den Höhen des Landes.
4Die Berge zerschmelzen unter ihm, die Täler spalten sich wie das Wachs vor dem Feuer, wie Wasser, ausgegossen am Abhang.
5Das alles wegen der Abtrünnigkeit Jakobs und wegen der Sünden des Hauses Israel. Wer ist Jakobs Abtrünnigkeit? Ist es nicht Samaria? Wer ist Judas Höhenkult? Ist es nicht Jerusalem?
6"So mache ich Samaria zum Steinhaufen im Feld, zu Weinbergpflanzungen, ich stürze ihre Steine ins Tal, ihre Grundfesten werde ich entblößen.
7Alle ihre Schnitzbilder werden zerschlagen, alle ihre Hurengeschenke im Feuer verbrannt; alle ihre Götzenbilder mache ich zur Öde; denn durch Hurenlohn hat sie sie gesammelt, und zum Hurenlohn sollen sie wieder werden!"
8Darum will ich klagen und heulen, will barfuß und entblößt einhergehen, will eine Wehklage halten wie die Schakale, eine Trauer wie die Töchter der Strauße5;
9denn unheilbar ist ihre Wunde. Ja, es kommt bis an Juda, es rührt bis ans Tor meines Volkes, bis an Jerusalem.
10Berichtet es nicht in Gat6! Weint nur nicht in Akko7! In Beth-Leafra8 wälze dich im Staub!
11Zieh vorüber, Bewohnerin von Schafir9, in schändlicher Entblößung! Nicht ausziehen wird die Bewohnerin von Zaanan10. Die Wehklage von Beth-Ezel11, nimmt euch dessen Halt12.
12Ja, um ihre Habe zittert die Bewohnerin von Marot13, ja, Unheil fährt von Jahweh herab auf Jerusalems Tor.
13Spanne die Wagenpferde an den Wagen14, Bewohnerin von Lachisch15 (der Anfang der Sünde war es für die Tochter Zion), denn in dir wurden gefunden Israels Abtrünnigkeiten!
14Darum musst du Verzicht leisten auf Moreschet-Gat16. Die Häuser von Achsib17 werden den Königen Israels zum Trugbach18.
15Ich lasse noch zu dir kommen den Erben19, Bewohnerin von Marescha20. Bis nach Adullam21 kommt die Herrlichkeit Israels.
16Schere dich kahl und schere dich ab wegen der Kinder deiner Wonne! Mache deine Glatze breit wie die des Geiers, denn hinweggeschleppt sind sie von dir!

Fußnoten

  1. 1 w.: zu Micha, dem Moreschtiter, ...
  2. 2 o.: Land
  3. 3 o.: Mein Herr; so a. i. Folg.
  4. 4 d. h.: seines Heiligtums; o.: seiner Heiligkeit
  5. 5 eigtl.: der Straußenhenne; das Wort für "Strauß" ist im Heb. w: "Wüstenbewohner".
  6. 6 bed.: Bericht; in den V. 10-15 finden sich im Heb. viele Wortspiele.
  7. 7 o.: in Cho; im Heb. ein Wortspiel mit bachah, "weinen", hier etwa: in Weinen-Au; in Heulstadt.
  8. 8 Beth-Leafra bed. Haus des Staubes; hier etwa: Staubheim.
  9. 9 Schafir bed. schön; hier etwa: Schönstadt.
  10. 10 bed.: Auszug
  11. 11 bed.: Haus an der Seite; Nebenhaus; Nachbarhaus (möglicherw. identisch mit Azal; Sach 14,5); and.: Rastheim.
  12. 12 o.: nimmt von euch weg seinen Standort; o.: nimmt es euch, dort zu rasten.
  13. 13 bed.: Bitterkeiten (Vgl. Rut 1,20.); hier etwa: Bitterstadt.
  14. 14 im Heb. ein Wortspiel; la-rächäsch klingt an "Lachisch" an.
  15. 15 bed.: Anhöhe
  16. 16 bed.: Besitztum von Gat
  17. 17 bed.: Trug; trügerisch
  18. 18 So bez. man einen Bach, der im Sommer versiegt.
  19. 19 eigtl.: den, der <zum Erbe> in Besitz nimmt
  20. 20 bed.: Besitz
  21. 21 bed.: Ruheplatz; Schlupfwinkel