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Altes Testament

Joel Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Blast die Posaune1 in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berge2! Beben sollen alle Bewohner des Landes, denn es kommt der Tag Jahwehs, denn er ist nahe:
2ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und Wetterdunkels, wie die Dämmerung, über den Bergen ausgebreitet, ein großes und mächtiges Volk, wie seinesgleichen von Ewigkeit her nicht war und nach ihm nicht mehr sein wird bis in die Jahre von Generation und Generation3.
3Vor ihm her verzehrt das Feuer, hinter ihm lodert die Flamme; vor ihm ist das Land wie der Garten Eden und hinter ihm eine öde Wildnis. Auch gibt es bei ihm kein Entrinnen.
4Sein Aussehen ist wie das Aussehen von Pferden, und wie Reitpferde, so rennen sie.
5Wie Wagengerassel hüpfen sie über die Gipfel der Berge, wie das Prasseln der Feuerflamme, die Stoppeln verzehrt, wie ein mächtiges Volk, gerüstet4 zum Kampf.
6Vor ihm zittern die Volksscharen, alle Angesichter erblassen.
7Wie Helden rennen sie; wie Kriegsmänner ersteigen sie die Mauer. Sie gehen ein jeder in seinen Wegen. Ihre Pfade wechseln sie nicht.
8Keiner drängt den andern.5 Sie gehen jedermann auf seiner Bahn. Sie stürzen zwischen Wurfspießen hindurch, verwunden sich nicht.
9Sie laufen in der Stadt umher, rennen auf die Mauer, steigen in die Häuser, durch die Fenster dringen sie ein wie der Dieb.
10Vor ihnen erbebt die Erde, erzittern die Himmel. Sonne und Mond verfinstern sich, die Sterne verhalten ihren Glanz.
11Und Jahweh lässt seine Stimme erschallen vor seiner Heeresmacht her, denn sehr groß ist sein Heerlager, denn der Vollstrecker seines Wortes ist mächtig; denn groß ist der Tag Jahwehs und zu fürchten gar sehr. Wer kann ihn ertragen?
12"Doch auch jetzt:" - <so der> Spruch Jahwehs - "Kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!"
13<So> reißt euer Herz entzwei und nicht eure Kleider! Und kehrt um zu Jahweh, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn6 und groß an Güte7; und er lässt sich des Übels gereuen!
14Wer weiß, [vielleicht] kehrt er um, lässt sich's gereuen und lässt einen Segen hinter sich: Speisopfer und Trankopfer für Jahweh, euren Gott.
15Blast die Posaune in Zion! Heiligt ein Fasten, ruft die Festversammlung aus!
16Versammelt das Volk, heiligt eine Versammlung! Bringt die älteren [Männer] zusammen, Versammelt die Kinder und die an den Brüsten Saugenden! Der Bräutigam trete aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach.
17Zwischen Vorhalle und Altar sollen weinen die Priester, die verehrenden Diener Jahwehs. Sagen sollen sie: "Erbarme dich, Jahweh, deines Volkes8 und gib nicht dein Erbteil der Verhöhnung preis, dass sie den Völkern zum Sprichwort würden! Warum soll man sagen unter den Völkerschaften: 'Wo ist ihr Gott?'"
18Da eiferte Jahweh für sein Land und hatte Mitleid mit seinem Volk.
19Jahweh antwortete und sagte zu seinem Volk: "Siehe, ich sende euch das Korn, den Most, das Öl; und ihr werdet davon satt werden. Und ich mache euch nicht mehr zum Hohn unter den Völkern.
20Und den von Norden [Kommenden] entferne ich von euch, ich vertreibe ihn in ein Land der Dürre und Öde, seinen Vortrab ins vordere Meer9, seine Nachhut ins hintere Meer10. Und sein Gestank wird aufsteigen, aufsteigen wird sein übler Geruch, denn Großes hat er getan.
21Fürchte dich nicht, Erdboden! Frohlocke und freue dich, denn Großes getan hat Jahweh!
22Fürchtet euch nicht, Wildtiere des Feldes, denn es grünen die Weideflächen der Wüste, denn der Baum trägt seine Frucht, Feigenbaum und Weinstock geben ihren Ertrag.
23Und Söhne Zions! Frohlockt und freut euch an Jahweh, eurem Gott, denn er gibt euch den Frühregen in rechtem [Maß]11, und lässt euch Regengüsse herabkommen: Frühregen und Spätregen12, in der anfänglichen [Zeit]13.
24Und die Tennen werden voll von Getreide; die Fässer fließen über von Most und von Öl.
25Und ich erstatte euch die Jahre, die die Heuschrecke wegfraß, der Abfresser, der Vertilger und der Nager, mein großes Heer, das ich gegen euch sandte.
26Und ihr werdet essen, essen und satt werden, preisen den Namen Jahwehs, eures Gottes, der Wunderbares getan hat an euch. Mein Volk wird nicht zuschanden werden für ewig.
27Und ihr werdet erkennen, dass ich in Israels Mitte bin und ich, Jahweh, euer Gott bin und keiner sonst. Mein Volk wird nicht zuschanden für ewig!"

Fußnoten

  1. 1 Grundbed.: das Widderhorn; heb. schofar; so a. V. 15.
  2. 2 o.: auf dem Berg meiner Heiligkeit; o.: auf dem Berg meines Heiligtums.
  3. 3 i. S. v.: bis in die Jahre fernster Generationen.
  4. 4 und geordnet
  5. 5 w.: Sie drängen nicht - ein Mann seinen Bruder.
  6. 6 o.: langatmig; langmütig; eigtl.: langen Atem [habend]
  7. 7 und Treue
  8. 8 o.: Blicke mitleidig auf dein Volk, verschone es.
  9. 9 d. h.: ins östliche Meer
  10. 10 d. h.: ins westliche Meer
  11. 11 and.: denn er gibt euch den Lehrer der Gerechtigkeit.
  12. 12 vmtl.: die Herbst- u. Frühjahrsregengüsse (Die Regenzeit beginnt im Herbst und endet im Frühjahr.)
  13. 13 o.: zuerst; viell. i. S. v.: im ersten Monat; and.: [wie] am Anfang; [wie] früher.