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Altes Testament

Nahum Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Weh der Stadt der Bluttaten, ganz erfüllt mit Lüge, mit Gewalttat! Das Rauben hört nicht auf.
2Peitschenknall, <dröhnendes> Erschüttern des Rädergerassels, jagende Pferde und aufspringende Wagen;
3aufbäumende Reiter, Flamme des Schwerts, Blitz des Speeres! Durchbohrte in Menge, Haufen von Toten, Leichen ohne Ende, man strauchelt über ihre Leichen!
4Infolge der Menge der Hurereien der anmutigen Hure, der Zauberkundigen, die Völker1 verkaufte durch ihr Huren und Familien durch ihre Magie.
5"Siehe! Ich will an dich!", ist der Spruch Jahwehs der Heere. "Ich decke deine Säume auf, über dein Angesicht, und lasse [die] Völker sehen deine Blöße und [die] Königreiche deine Schande.
6Ich werfe Scheusale auf dich, ich mache dich verächtlich stelle dich zur Schau.
7Und es wird geschehen, jeder, der dich sieht, wird von dir fliehen und sagen: 'Ninive ist verwüstet! Wer wird ihr Beileid bekunden? Woher soll ich dir Tröster suchen?'"
8Bist du vorzüglicher als No-Amon2, die an den Strömen wohnte, Wasser rings um sie her? Das Meer war ihr Bollwerk, aus Meer bestand ihre Mauer.
9Kusch3 war [ihre] Stärke und auch Ägypten - in zahlloser Menge, Put und Libyer4 waren unter ihren Helfern.
10Auch sie, in die Verbannung ist sie gezogen, in die Gefangenschaft. Auch ihre Kinder wurden zerschmettert an allen Straßenecken. Und über ihre Vornehmen warf man das Los, und alle ihre Großen wurden mit Ketten gefesselt.
11Auch du wirst trunken werden, wirst umnachtet sein. Auch du wirst eine Zuflucht suchen vor dem Feind.
12Alle deine Festungen sind Feigenbäume mit Frühfeigen: Wenn sie geschüttelt werden, fallen sie den Essenden in den Mund.
13Siehe! Dein Volk, es ist zu Weibern geworden in deiner Mitte. Weit geöffnet deinen Feinden sind die Tore deines Landes. Feuer hat deine Riegel verzehrt.
14Schöpfe dir Wasser für die Belagerung! Bessere deine Festungswerke aus! Tritt den Ton und stampfe den Lehm, stelle den Ziegelofen wieder her!
15Dort wird das Feuer dich verzehren, das Schwert dich ausrotten, dich verzehren wie der Abfresser5. Vermehre dich wie der Abfresser! Vermehre dich wie die Heuschrecke!
16Du machtest deine Kaufleute zahlreicher als die Sterne der Himmel. Der Abfresser fällt raubend ein und fliegt davon.
17Deine Erlesenen sind wie die Heuschrecken und deine Würdenträger6 wie Grashüpferschwärme, die sich am Frosttag an den Mauern lagern. Geht die Sonne auf, entfliehen sie, und man weiß ihre Stätte nicht, wo [sie sind].
18Deine Hirten sind eingeschlafen, König von Assur! Deine Edlen liegen da. Dein Volk ist auf den Bergen zerstreut, und niemand [ist da], der [es] sammelt.
19Keine Linderung für deine Wunde! Dein Schlag ist tödlich. Alle, die die Nachricht von dir hören, klatschen in die Hände7 über dich; denn über wen ging nicht stets deine Bosheit?

Fußnoten

  1. 1 o.: Heiden
  2. 2 D. i. Theben in Oberägypten; bed. wahrsch.: Wohnung des (ägyptischen Gottes) Amun.
  3. 3 Kusch (Name des südl. Niltals) ist das Gebiet südl. v. Syene (Hes 29,10): Äthiopien u. Sudan.
  4. 4 Put und Libyer (heb. lubim) sind Völker westlich von Ägypten (heute: Libyen).
  5. 5 Gemeint ist die noch ungeflügelte Heuschrecke.
  6. 6 o.: deine Schreiber (assyrischer Beamtentitel)
  7. 7 eigtl.: in die Handschalen; s. Begriffsverz.