Neues Testament
Jakobus Kapitel 2
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Meine Brüder, habt den Glauben an unseren Herrn, Jesus Christus, [den Herrn] der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person;
2denn wenn in eure Synagoge, <eure Zusammenkunft>, ein Mann mit goldenen Fingerringen hereingekommen sein sollte, in prächtigem Gewand, es wäre aber auch ein Armer in unsauberem Gewand hereingekommen,
3und ihr hättet auf den, der das prächtige Gewand trug, gesehen und zu ihm gesagt: "Sitze du hier schön <angenehm>!", und zu dem Armen gesagt: "Stehe du dort", oder: "Setze du dich hierher, unten <an> meinen Fußschemel" -
4hättet ihr da nicht in euch selbst einen Unterschied gemacht und wärt Richter geworden <mit> bösen Überlegungen?
5Hört, meine geliebten Brüder: Erwählte sich Gott nicht die Armen °der Welt [als] Reiche im Glauben und [als] Erben des Königreiches, das er denen verhieß, die ihn lieben?
6Aber ihr verunehrtet den Armen. Unterdrücken euch nicht die Reichen, und ziehen nicht sie euch vor die Gerichte?
7Lästern nicht sie den edlen1 Namen, der auf euch gerufen wurde?
8Wenn ihr tatsächlich das königliche Gesetz ausführt nach der Schrift: "Du sollst* deinen Nächsten2 lieben wie dich selbst" {3Mo 19,18}, tut ihr wohl.
9Wenn ihr aber die Person anseht, begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz erwiesen als Übertreter,
10denn wer das ganze Gesetz <bewahren und> halten, aber in einem [Gebot] fehlen wird, ist in allem schuldig geworden,
11denn der, der sagte: "Du sollst3 nicht Ehebruch begehen", {2Mo 20,14} sagte auch: "Du sollst nicht töten4." {2Mo 20,13} Wenn du nicht Ehebruch begehst, aber tötest, bist du ein Gesetzesübertreter geworden.
12So redet und so handelt - als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen
13(denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der nicht Barmherzigkeit übte): es5 lässt Barmherzigkeit triumphieren über Gericht°.
14Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, aber nicht Werke hat? Kann etwa der Glaube ihn retten?6
15Wenn ein Bruder oder eine Schwester unbekleidet7 wäre und der täglichen Nahrung entbehrte
16und jemand von euch zu ihnen sagte: "Geht hin in Frieden! Wärmt euch und werdet gesättigt", ihr gäbt ihnen aber nicht, was der Leib braucht, was nützt es?
17So auch der Glaube: Wenn er nicht Werke hat, ist er in Bezug auf sich selbst tot8.
18Es wird jedoch jemand sagen:9 Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben °aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen.
19Du glaubst, dass Gott einer ist. Du tust wohl. Auch die Dämonen glauben - und schaudern.
20Willst du aber zur Kenntnis nehmen, o leerer10 Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?
21Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, als er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar geopfert hatte?
22Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und durch die Werke der Glaube vollendet wurde,
23und die Schrift wurde erfüllt, die sagt: "Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet" {1Mo 15,6 n. d. gr. Üsg.}, und er wurde "Freund Gottes" genannt.
24Demnach seht ihr, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.
25Wurde nicht gleicherweise auch Rahab, die Hure, aus Werken gerechtfertigt, als sie die Boten aufgenommen11 und auf einem anderen Weg hinausgelassen hatte? -
26denn so, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne die Werke tot.
2denn wenn in eure Synagoge, <eure Zusammenkunft>, ein Mann mit goldenen Fingerringen hereingekommen sein sollte, in prächtigem Gewand, es wäre aber auch ein Armer in unsauberem Gewand hereingekommen,
3und ihr hättet auf den, der das prächtige Gewand trug, gesehen und zu ihm gesagt: "Sitze du hier schön <angenehm>!", und zu dem Armen gesagt: "Stehe du dort", oder: "Setze du dich hierher, unten <an> meinen Fußschemel" -
4hättet ihr da nicht in euch selbst einen Unterschied gemacht und wärt Richter geworden <mit> bösen Überlegungen?
5Hört, meine geliebten Brüder: Erwählte sich Gott nicht die Armen °der Welt [als] Reiche im Glauben und [als] Erben des Königreiches, das er denen verhieß, die ihn lieben?
6Aber ihr verunehrtet den Armen. Unterdrücken euch nicht die Reichen, und ziehen nicht sie euch vor die Gerichte?
7Lästern nicht sie den edlen1 Namen, der auf euch gerufen wurde?
8Wenn ihr tatsächlich das königliche Gesetz ausführt nach der Schrift: "Du sollst* deinen Nächsten2 lieben wie dich selbst" {3Mo 19,18}, tut ihr wohl.
9Wenn ihr aber die Person anseht, begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz erwiesen als Übertreter,
10denn wer das ganze Gesetz <bewahren und> halten, aber in einem [Gebot] fehlen wird, ist in allem schuldig geworden,
11denn der, der sagte: "Du sollst3 nicht Ehebruch begehen", {2Mo 20,14} sagte auch: "Du sollst nicht töten4." {2Mo 20,13} Wenn du nicht Ehebruch begehst, aber tötest, bist du ein Gesetzesübertreter geworden.
12So redet und so handelt - als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen
13(denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der nicht Barmherzigkeit übte): es5 lässt Barmherzigkeit triumphieren über Gericht°.
14Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, aber nicht Werke hat? Kann etwa der Glaube ihn retten?6
15Wenn ein Bruder oder eine Schwester unbekleidet7 wäre und der täglichen Nahrung entbehrte
16und jemand von euch zu ihnen sagte: "Geht hin in Frieden! Wärmt euch und werdet gesättigt", ihr gäbt ihnen aber nicht, was der Leib braucht, was nützt es?
17So auch der Glaube: Wenn er nicht Werke hat, ist er in Bezug auf sich selbst tot8.
18Es wird jedoch jemand sagen:9 Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben °aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen.
19Du glaubst, dass Gott einer ist. Du tust wohl. Auch die Dämonen glauben - und schaudern.
20Willst du aber zur Kenntnis nehmen, o leerer10 Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?
21Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, als er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar geopfert hatte?
22Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und durch die Werke der Glaube vollendet wurde,
23und die Schrift wurde erfüllt, die sagt: "Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet" {1Mo 15,6 n. d. gr. Üsg.}, und er wurde "Freund Gottes" genannt.
24Demnach seht ihr, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.
25Wurde nicht gleicherweise auch Rahab, die Hure, aus Werken gerechtfertigt, als sie die Boten aufgenommen11 und auf einem anderen Weg hinausgelassen hatte? -
26denn so, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne die Werke tot.
Fußnoten
- 1 o.: schönen
- 2 eigtl.: Nahen
- 3 Hier (wie im Folg.) wird nicht die Zukunftsform, sondern der Konjunktiv Aorist gebraucht, um den Befehl auszudrücken.
- 4 eigtl.: morden; so a. i. Folg.
- 5 d. i.: das Gesetz der Freiheit
- 6 Die Frage erfordert eine verneinende Antwort; der Glaube ist in dem Fall kein wirklicher.
- 7 o.: kleidungsbedürftig; d. h.: ohne Oberkleid
- 8 d. h.: steht er in Bezug auf sich selbst als Toter da; o.: ist er gemäß eigener [Beweisführung] tot; o.: ist er sich selbst zufolge tot; o.: ist er nach dem eigenen [Verhalten] als leblos [zu erklären]; o.: hat er sich selbst bloßgestellt <und als solcher sein eigenes Urteil gesprochen>.
- 9 Es ist hier unklar, wo die Anführungsstriche, die die wörtliche Rede abschließen, zu setzen sind. (Eine gute Darstellung der Gedanken des Textes findet sich bei August Dächsel, s. Lit.)
- 10 o.: eitler; o.: nichtiger
- 11 und untergebracht