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Neues Testament

Jakobus Kapitel 5

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Aufgemerkt nun, [ihr] Reichen! Weint <und> heult auf über euer Elend, das über euch kommt!
2Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind mottenfräßig geworden.
3Euer Gold und Silber ist vom Rost zerfressen, und ihr Rost1 wird euch zum Zeugnis sein, und [Gift] wird euer Fleisch fressen, wie Feuer. Schätze häuftet ihr an in [den] letzten Tagen!
4Siehe! Der Lohn eurer Arbeiter, die eure Felder ernteten, der von euch vorenthalten worden ist, schreit; und die Hilferufe der Erntenden sind in die Ohren des Herrn der Heere eingegangen.
5Ihr lebtet in Üppigkeit2 auf der Erde3, und <eure Lebensweise war> verschwenderisch. Ihr mästetet eure Herzen wie am Schlachttage.
6Ihr verurteiltet den Gerechten. Ihr ermordetet ihn. Er widersetzt sich euch nicht.
7Seid also geduldig, Brüder, bis zur Ankunft4 des Herrn. Siehe! Der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, [wartet] mit Geduld auf sie, bis sie den Früh- und den Spätregen bekommen hat.
8Habt auch ihr Geduld und festigt eure Herzen, weil die Ankunft des Herrn nahegekommen ist.
9Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe! Der Richter steht vor der Tür.
10Zu einem Beispiel von Erleiden des Üblen und der Geduld, meine Brüder, nehmt die Propheten, die im Namen des Herrn redeten.
11Siehe, wir nennen die, die <mit Ausdauer> erdulden, Selige. Vom <ausdauernden> Erdulden Hiobs hörtet ihr, und das Ende des Herrn5 saht ihr, dass der Herr sehr mitfühlend6 ist und ein Erbarmer.
12Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid. Es soll euer Ja ein Ja sein und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht in Heuchelei7 fallt.
13Erleidet jemand unter euch Übles? Er bete. Ist jemand guten Mutes? Er singe Psalmen.
14Ist jemand unter euch krank? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie sollen, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben, über ihm <und für ihn> beten.
15Und das Gebet8 des Glaubens wird den Schwerkranken9 retten10; und der Herr wird ihn aufrichten. Und wenn er einer ist, der Sünden begangen hatte, wird ihm vergeben werden.
16Bekennt einer dem anderen die Übertretungen und betet füreinander, auf dass ihr geheilt werdet. Viel vermag das Flehen eines Gerechten; es <wird> sich als wirksam <erweisen>.11
17Elia war ein Mensch geartet wie wir, mit gleichen Empfindungen, und er betete <und> betete12, <dass> es nicht regne. Und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf der Erde13.
18Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde ließ ihre Frucht sprießen.
19Brüder, wenn einer unter euch von der Wahrheit weg irregeleitet wird und einer ihn zur Umkehr bringt,
20nehme er zur Kenntnis, dass der, der einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr brachte, eine Seele vom Tod retten und eine Menge Sünden bedecken wird.

Fußnoten

  1. 1 Das Wort im Gt. wird sowohl für Rost als auch für Gift gebraucht; siehe den nächsten Satzteil.
  2. 2 o.: pflegtet den feinen Geschmack
  3. 3 o.: im Lande
  4. 4 gr. parousia; bed. a.: Gegenwart; Kommen; Auftreten.
  5. 5 o.: den [ihm] vom Herrn [bereiteten] Abschluss bzw. Ausgang (näml. der Sache); telos kann Ende, Abschluss, Ausgang, Ziel bed.
  6. 6 o.: voll von viel innigem Mitleid; o.: voll herzlicher Gefühle; das gr. Wort setzt sich zusammen aus "viel" u. "Eingeweide".
  7. 7 Die alternative Lesart hüpo krisin (unter Gericht; o.: unter ein Gericht) wird nur von wenigen Hss gestützt.
  8. 8 eigtl.: das wünschende Gebet; das Einstehen
  9. 9 o.: den Daniederliegenden; o.: den Ermüdeten; den Ermatteten
  10. 10 näml. von der Krankheit; bzw.: bewahren (vor dem Sterben)
  11. 11 o.: Stark in seiner Auswirkung ist das Flehen eines Gerechten; d. h.: es vermag viel auszurichten; es bleibt nicht ohne Wirkung.
  12. 12 eigtl.: er betete mit Gebet (D. i. ein Hebraismus, der die Intensität oder Nachdrücklichkeit einer Handlung zum Ausdruck bringt.)
  13. 13 "auf der Erde" im begrenzten Sinne: im Lande.