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Altes Testament

Rut Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Noomi hatte einen Verwandten von ihrem Mann her, einen tüchtigen, <angesehenen> Mann aus der Sippe Elimelechs. Und sein Name war Boas1.
2Und Ruth, die Moabiterin, sagte zu Noomi: "Ich möchte bitte aufs Feld gehen und Ähren2 auflesen, hinter dem her, in dessen Augen ich Gnade finden werde." Und sie sagte zu ihr: "Gehe, meine Tochter."
3Und sie ging und kam und las auf dem Feld auf, hinter den Schnittern her. Und es traf sich, dass das Feldstück Boas gehörte3, der aus der Sippe Elimelechs war.
4Und - siehe! - Boas war aus Bethlehem gekommen und sagte zu den Schnittern: "Jahweh sei mit euch!" Und sie sagten zu ihm: "Jahweh segne dich!"
5Und Boas sagte zu seinem Burschen, der über die Schnitter gesetzt war: "Zu wem gehört diese junge Frau4?"
6Und der Bursche, der über die Schnitter gesetzt war, antwortete und sagte: "Sie ist <die> moabitische junge Frau, die mit Noomi aus den Gefilden Moabs zurückgekehrt ist.
7Und sie hatte gesagt: 'Ich möchte bitte auflesen und sammeln bei den Garben, hinter den Schnittern her!' Und sie ist gekommen und ist vom Morgen an bis jetzt gestanden. Nur sehr wenig hat sie sich hingesetzt im Haus5."
8Und Boas sagte zu Ruth: "Hörst du gut zu, meine Tochter?6 Geh zum Auflesen nicht auf ein anderes Feld. Und geh auch nicht fort von hier. Und halte dich hier zu meinen Mädchen
9[und halte] deine Augen auf das Feld, das man schneidet. Und geh hinter ihnen her. Habe ich nicht den Burschen geboten, dich nicht anzutasten? Und wenn dich dürstet, geh zu den Gefäßen und trink von dem, was die Burschen schöpfen."
10Da fiel sie auf ihr Angesicht und warf sich huldigend zur Erde nieder und sagte zu ihm: "Warum habe ich Gnade gefunden in deinen Augen, dass du mich ansiehst7, da ich doch eine Ausländerin bin?"
11Und Boas antwortete und sagte zu ihr: "Es ist mir alles genau berichtet worden, was du nach dem Tod deines Mannes an deiner Schwiegermutter getan hast, und dass du deinen Vater und deine Mutter und das Land deiner Verwandtschaft verlassen hast und zu einem Volk gezogen bist, das du gestern <und vor> drei Tagen8 nicht kanntest.
12Jahweh vergelte dir dein Tun, und dein Lohn möge ein voller sein von Jahweh, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln9!"
13Und sie sagte: "Möge ich Gnade finden in deinen Augen, mein Herr, denn du hast mich getröstet und hast zum Herzen deiner leibeigenen Magd geredet. Ich aber bin nicht [einmal] wie eine deiner leibeigenen Mägde."
14Und zur Essenszeit sagte Boas zu ihr: "Tritt hierher und iss von dem Brot und tauche deinen Bissen in den sauren Wein10." Und sie setzte sich zur Seite der Schnitter. Und er reichte ihr geröstetes Korn. Und sie aß und wurde satt und ließ übrig.
15Und sie stand auf, um aufzulesen. Und Boas gebot seinen Burschen und sagte: "Auch zwischen den Garben mag sie auflesen. Und ihr sollt sie nicht beschämen.
16Und ihr sollt sogar aus den [Ähren]bündeln für sie herausziehen und liegen lassen, damit sie sie auflese. Und ihr sollt sie nicht schelten."
17Und sie las auf dem Feld auf bis zum Abend. Und sie schlug aus, was sie aufgelesen hatte. Und es war etwa ein Epha11 Gerste.
18Und sie nahm es auf und kam in die Stadt. Und ihre Schwiegermutter sah, was sie aufgelesen hatte. Und sie zog hervor und gab ihr, was sie, nachdem sie satt geworden war, übrig gelassen hatte.
19Und ihre Schwiegermutter sagte zu ihr: "Wo hast du heute aufgelesen, und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei, der dich angesehen12 hat!" Und sie berichtete ihrer Schwiegermutter, was sie bei ihm gearbeitet hatte. Und sie sagte: "Der Name des Mannes, bei dem ich heute gearbeitet habe, ist Boas."
20Und Noomi sagte zu ihrer Schwiegertochter: "Gesegnet sei er von Jahweh, der seine Güte13 nicht entzieht - weder den Lebenden noch den Toten!" Und Noomi sagte zu ihr: "Der Mann ist uns nahe verwandt. Er ist einer von unseren Lösern14."
21Und Ruth, die Moabiterin, sagte: "Auch hat er zu mir gesagt: 'Du sollst dich zu meinen Burschen halten, bis sie meine ganze Ernte beendet haben.'"
22Und Noomi sagte zu Ruth, ihrer Schwiegertochter: "Es ist gut, meine Tochter, dass du mit seinen leibeigenen Mägden hinausziehst. So wird man dich auf einem anderen Feld nicht belästigen15."
23Und so hielt sie sich zu den leibeigenen Mägden des Boas, um aufzulesen, bis die Gerstenernte und die Weizenernte beendet waren. Und sie wohnte bei ihrer Schwiegermutter.

Fußnoten

  1. 1 bed.: in Stärke; o.: mit Vermögen
  2. 2 eigtl.: unter den Ähren; an den Ähren; d. h.: was an Ähren auf dem Feld liegen geblieben ist.
  3. 3 w.: Und ihre Fügung fügte es: Das Feldstück gehörte Boas.
  4. 4 heb. na'arah; das Wort kann auch "Mädchen" bed.
  5. 5 w.: Ihr Sitzen im Haus <war> wenig.
  6. 6 w.: Hast du nicht gehört, meine Tochter?
  7. 7 und beachtest; o.: auf mich Rücksicht nimmst
  8. 8 d. h.: vordem
  9. 9 o.: unter seinem Gewandsaum; s. zu 3,9.
  10. 10 D. i. mit Wasser verdünnter Weinessig.
  11. 11 Ein Epha fasst ca. 22-36 l.
  12. 12 und sich deiner angenommen
  13. 13 und Treue; chäsäd ist die in Treue gegenüber einem Bund erwiesene Güte, die Bundesliebe und -treue.
  14. 14 "Löser" sind die nächsten Verwandten des Verarmten, die die Einlösungspflicht zu erfüllen haben; 3Mo 25,25.
  15. 15 o.: dir etwas zuleide tun.