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Neues Testament

Galater Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Leibeigenen, obwohl er Herr von allem ist,
2sondern er steht unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit1.
3So waren auch wir, als wir unmündig waren, den Elementen2 der Welt als Leibeigene unterworfen.
4Aber als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn aus, geworden aus einer Frau, geworden3 unter Gesetz,
5damit er die unter [dem] Gesetz freikaufte, damit wir die Sohnesstellung4 empfingen5.
6Dass6 ihr aber Söhne seid [kommt daher]: Gott sandte den Geist seines Sohnes aus in eure Herzen, der ruft: "Abba!" Vater!
7So bist du nicht länger Leibeigener, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe Gottes durch Christus.
8Damals jedoch, als ihr Gott nicht wirklich kanntet, wart ihr denen als leibeigene Knechte unterworfen, die von Natur7 nicht Götter sind.
9Nun aber, nachdem ihr Gott erkanntet8, viel mehr noch: von Gott erkannt9 wurdet, wie wendet ihr euch wieder um zu den schwachen und ärmlichen Elementen, denen ihr wieder von neuem als leibeigene Knechte unterworfen zu sein wünscht?
10Ihr beobachtet Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre.
11Ich fürchte um euch, dass ich vergebens für euch gearbeitet haben möchte.
12Werdet, wie ich [bin], weil auch ich so [wurde] wie ihr. Ich flehe euch an, Brüder! Ihr tatet mir kein Unrecht.
13Aber ihr wisst, dass in Schwachheit des Fleisches ich euch beim ersten Mal die gute Botschaft sagte,
14und meine Prüfung in meinem Fleisch verachtetet ihr nicht, noch verschmähtet ihr sie, sondern wie einen [himmlischen] Boten Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus.
15Was war also eure Seligkeit? - denn ich bezeuge euch, dass ihr, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.
16Bin ich mit dem, dass ich euch mit [der] Wahrheit begegnet bin, euer Feind geworden?
17Sie eifern nicht im Guten um euch, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert.
18Aber gut ist es, in einer guten Sache allezeit eifrig zu sein und nicht allein während meiner Anwesenheit bei euch.
19Meine Kindlein, um die ich wieder Geburtsschmerzen habe, bis Christus in euch gestaltet worden ist!
20Ich wollte jetzt bei euch anwesend sein und meine Stimme wandeln, weil ich um euch in Verlegenheit bin.10
21Sagt mir, ihr, die ihr unter [dem] Gesetz sein wollt, hört ihr nicht das Gesetz?
22- denn es ist geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der leibeigenen Magd und einen von der Freien.
23Der jedoch, der von der leibeigenen Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, aber der, der von der Freien war, durch die Verheißung,
24welches als Bild dient, denn diese sind zwei Bündnisse. Der eine Bund ist der, der vom Berg Sinai ist, der Versklavung erzeugt, welcher Hagar ist,
25denn Hagar ist der Berg Sinai in Arabien. Er entspricht dem gegenwärtigen Jerusalem: Sie ist mit ihren Kindern in Versklavung.
26Aber das obige Jerusalem ist frei, welches unser aller Mutter ist,
27denn es ist geschrieben: "Sei fröhlich, Unfruchtbare, die du nicht gebierst. Brich in Jubel aus und rufe, die du keine Geburtsschmerzen [zu leiden] hast, weil zahlreich die Kinder der Einsamen sind, mehr als derjenigen, die den Mann hat." {Jes 54,1}
28Aber wir, Brüder, sind nach [der Art] Isaaks Kinder der Verheißung.
29Jedoch gleichwie damals der, der nach dem Fleisch geboren war, den verfolgte, der es nach dem Geist war, so ist es auch nun.
30Was sagt jedoch die Schrift? "Tue hinaus die leibeigene Magd und ihren Sohn, denn auf keinen Fall darf der Sohn der leibeigenen Magd mit dem Sohn der Freien erben!" {1Mo 21,10}
31Dann, Brüder, sind wir [also] nicht Kinder einer leibeigenen Magd, sondern der Freien.

Fußnoten

  1. 1 o.: dem vom Vater festgesetzten Zeitpunkt.
  2. 2 Gemeint sind die elementaren Dinge, das ABC, die Anfangsdinge bzw. Grundbausteine, die grundlegenden Prinzipien o. Komponenten. Im NT können damit die äußerlichen religiösen Dinge diesseitiger Gottesverehrung gemeint sein.
  3. 3 d. h.: gestellt; gekommen
  4. 4 nicht: Adoption, sondern Einsetzung in die Vorrechte und in die Verantwortung eines erwachsenen Sohnes - im Unterschied zu der Stellung des unreifen bzw. unerwachsenen Sohnes, die der eines Sklaven ähnlich war.
  5. 5 und zwar als eindeutigen Besitz.
  6. 6 Zur Üsg. mit zielführendem "dass" statt mit begründendem "weil" vgl. Apg 13,34.
  7. 7 i. S. v.: im Wesen; ihrer natürlichen Wesensart nach
  8. 8 o.: kanntet; kennenlerntet
  9. 9 o.: gekannt
  10. 10 o.: weil ich nicht weiß, wie ich mit euch dran bin.