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Altes Testament

Esra Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Als aber die Bedränger Judas und Benjamins hörten, dass die Söhne der Wegführung dabei waren, Jahweh, dem Gott Israels, eine Tempelhalle zu bauen,
2da traten sie zu Serubbabel und zu den Häuptern der Vaterschaften und sagten zu ihnen: "Wir wollen mit euch bauen; denn wir suchen euren Gott wie ihr, und wir opfern ihm <Schlachtopfer> seit den Tagen Asarhaddons, des Königs von Assur, der uns hierher gebracht hat."
3Aber Serubbabel und Jeschua und die übrigen Häupter der Vaterschaften Israels sagten zu ihnen: "Nicht an euch und uns ist es, unserem Gott ein Haus zu bauen, sondern wir allein werden Jahweh, dem Gott Israels, bauen, wie der König Kyrus, der König von Persien, uns geboten hat."
4Und so geschah es, dass das Volk des Landes die Hände des Volkes Juda schlaff machte und sie vom Bauen abschreckte.
5Und sie kauften sich Ratgeber gegen sie, um ihr Vorhaben zunichtezumachen, alle Tage des Kyrus, des Königs von Persien, und bis zur Königsherrschaft des Darius, des Königs von Persien1.
6(Und unter der Königsherrschaft des Ahasveros2, am Anfang seiner Königsherrschaft, schrieben sie eine Anklage gegen die Bewohner von Juda und Jerusalem.
7Und [auch] in den Tagen Artahsastas3 schrieben Bischlam, Mitredat, Tabeel und seine übrigen Gefährten an Artahsasta, den König von Persien. Die Schrift des Briefes war aber aramäisch geschrieben und aramäisch abgefasst.4
8Rehum, der Befehlshaber, und Schimschai, der Staatsschreiber, schrieben an Artahsasta, den König, einen Brief gegen Jerusalem:
9"Also: Rehum, der Befehlshaber, und Schimschai, der Staatsschreiber, und ihre übrigen Gefährten, die Richter und Oberbeamten5, die Verwalter, die Perser, die Arkewiter, Babylonier, Susaniter6 - das heißt, Elamiter -
10und die übrigen Volksstämme, die der große und erlauchte Asenappar7 wegführte und in den Städten Samarias und im übrigen Gebiet jenseits des Stromes8 angesiedelt hat. Und nun:"
11Dieses ist die Abschrift des Briefes, den sie an ihn sandten: "An Artahsasta, den König. Deine Knechte, die Männer jenseits des Stromes. Und nun:
12Dem König sei zur Kenntnis gebracht, dass die Juden, die von dir heraufzogen, zu uns nach Jerusalem gekommen sind. Sie bauen die aufrührerische und böse Stadt auf, vollenden die Mauern und bessern die Fundamente aus.
13So sei dem König nun zur Kenntnis gebracht: Wenn diese Stadt aufgebaut wird und die Mauern vollendet werden, werden sie Abgabe, Steuer und Wegzoll nicht mehr geben. Und das wird schließlich die Könige schädigen.
14Nun, weil wir mit dem Salz des Palastes salzen9 und es uns nicht geziemt, die Schmach des Königs mitanzusehen, deswegen senden wir hin und bringen es dem König zur Kenntnis,
15damit man im Buch der Denkwürdigkeiten10 deiner Väter nachforsche. Und du wirst im Buch der Denkwürdigkeiten finden und wirst erkennen, dass diese Stadt eine aufrührerische Stadt war und eine, die Könige und Provinzen geschädigt hat, und dass man von den Tagen der Urzeit her Empörung darin verübt hat, weshalb diese Stadt zerstört worden ist.
16Wir bringen dem König zur Kenntnis: Wird diese Stadt aufgebaut und werden die Mauern vollendet, so wirst du in der Folge jenseits11 des Stromes kein Teil [mehr] haben."
17Der König sandte Antwort: "An Rehum, den Befehlshaber, und Schimschai, den Staatsschreiber, und an ihre übrigen Gefährten, die in Samaria und im übrigen Gebiet jenseits des Stromes ansässig sind: Friede! - Und nun:
18Der Brief, den ihr an uns gesandt habt, ist wortwörtlich12 vor mir gelesen worden.
19Und von mir ist Befehl gegeben worden, und man hat nachgeforscht und gefunden, dass diese Stadt sich von den Tagen der Urzeit her gegen die Könige aufgelehnt hat und dass Aufruhr und Empörung in ihr verübt worden sind.
20Und mächtige Könige waren über Jerusalem und herrschten über alles jenseits des Stromes, und ihnen wurden Abgabe, Steuer und Wegzoll entrichtet.
21Nun gebt Befehl, diesen Männern Einhalt zu gebieten. Und zwar soll diese Stadt nicht aufgebaut werden, bis von mir Befehl gegeben wird.
22Und hütet euch, hierin eine Nachlässigkeit zu begehen. Warum sollte ein großer Schaden entstehen, den Königen zum Nachteil?"
23Als dann die Abschrift des Briefes des Artahsasta, des Königs, vor Rehum und Schimschai, dem Staatsschreiber, und ihren Gefährten gelesen worden war, gingen sie in Eile nach Jerusalem zu den Juden und geboten ihnen mit Macht und Gewalt Einhalt.)
24Damals wurde die Arbeit am Hause Gottes in Jerusalem eingestellt. Und sie blieb eingestellt bis zum zweiten Jahr13 der Königsherrschaft des Königs Darius von Persien.

Fußnoten

  1. 1 Darius I. (522-486 v. Chr.)
  2. 2 D. i. Xerxes, Sohn des Darius I. Hystaspis; vgl. Dan 11,2; Est 1,1; er regierte 486-465 v. Chr.
  3. 3 D. i. Artaxerxes I. Longimanus, 465/464-424 v. Chr. persischer König, Sohn und Nachfolger des Xerxes.
  4. 4 Esr 4,8-6,18 (wie 7,12-26 u. Dan 2,4-7,28) ist in aramäischer Sprache (der Verkehrssprache im persischen Reich) verfasst.
  5. 5 o.: die Gesandten; die Botschafter (o. ähnlich); die Bed. ist ungewiss.
  6. 6 Männer aus Susa
  7. 7 Gemeint ist wahrsch. d. assyrische König Assurbanipal (669-ca. 630) o. sein Vater Asarhaddon (680-669 v. Chr.).
  8. 8 d. h.: westlich des Euphrats
  9. 9 d. h.: unseren Lebensunterhalt vom König bekommen (und so dem königlichen Hof verpflichtet sind)
  10. 10 o.: im Buch der Protokolle; d. h.: in der Chronik
  11. 11 d. h.: westlich
  12. 12 o.: Stück für Stück
  13. 13 d. h.: bis zum Jahr 520 v. Chr.