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Altes Testament

Esra Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und als dieses beendet war, traten die Obersten zu mir und sagten: "Das Volk Israel und die Priester und die Leviten haben sich nicht abgesondert von den Volksscharen der Länder, bezüglich ihrer Gräuel1, von den Kanaanitern, den Hetitern, den Perisitern, den Jebusitern, den Ammonitern, den Moabitern, den Ägyptern und den Amoritern,
2denn sie haben sich aus ihren Töchtern für sich und für ihre Söhne [Frauen] genommen, und so hat sich der heilige Same mit den Völkerscharen der Länder vermischt. Und die Hand der Obersten und der Vorsteher ist in diesem Treuebruch die erste gewesen."
3Und als ich diese Sache hörte, riss ich mein Kleid und mein Oberkleid entzwei und raufte mir Haare meines Hauptes und meines Bartes aus und saß betäubt da.
4Und zu mir sammelten sich alle, die vor den Worten des Gottes Israels zitterten wegen des Treuebruchs der Weggeführten2. Ich aber saß betäubt da bis zum Abend-Speisopfer.
5Und beim Abend-Speisopfer stand ich von meiner Demütigung auf, nachdem ich mein Kleid und mein Oberkleid entzweigerissen hatte, und ich sank auf meine Knie und breitete meine offenen Hände zu Jahweh, meinem Gott, aus
6und sagte: "Mein Gott, ich schäme mich und scheue mich, mein Angesicht zu dir zu erheben, mein Gott, denn unsere Verschuldungen sind uns über das Haupt gewachsen! Und unsere Schuld ist groß geworden bis an die Himmel.
7Seit den Tagen unserer Väter bis zu diesem Tag sind wir in großer Schuld. Und wegen unserer Verschuldungen wurden wir, unsere Könige, unsere Priester, in die Hand der Könige der Länder gegeben, ins Schwert, in die Gefangenschaft und zum Raub und zur Beschämung des Angesichts, wie es an diesem Tag ist.
8Und nun ist uns für einen kleinen Augenblick ein Gunsterweis von Seiten Jahwehs, unseres Gottes, zuteil geworden, indem er uns Entkommene übrigließ und uns an der Stätte seines Heiligtums3 einen [Zelt]pflock gab, damit unser Gott unsere Augen erleuchte und uns ein wenig Aufleben gebe in unserer Knechtschaft
9- denn Knechte sind wir, aber in unserer Knechtschaft hat uns unser Gott nicht verlassen, und er wandte uns Güte4 zu vor den Königen von Persien, sodass sie uns ein Aufleben schenkten, das Haus unseres Gottes zu errichten und seine Trümmer zu erstellen und uns eine Mauer zu geben in Juda und in Jerusalem.
10Und nun, unser Gott, was sollen wir nach diesem sagen? Wir haben ja deine Gebote verlassen,
11die du uns durch die Hand deiner Knechte, der Propheten, geboten hast, indem du sagtest: 'Das Land, in das ihr kommt, es in Besitz zu nehmen, ist ein abscheuliches Land, durch die Abscheulichkeit der Volksscharen der Länder, wegen ihrer Gräuel, mit denen sie es von einem Ende bis zum anderen angefüllt haben durch ihre Unreinheit.
12So sollt ihr nun nicht eure Töchter ihren Söhnen geben und ihre Töchter nicht für eure Söhne nehmen. Und ihr sollt nicht ihren Frieden und ihr Wohl suchen ewiglich, damit ihr stark5 werdet und das Gute des Landes esst und es euren Söhnen zum Erbbesitz gebt für ewig.'
13Und nach allem, das wegen unserer bösen Taten und wegen unserer großen Schuld über uns gekommen ist - obwohl du, unser Gott, mehr geschont hast, als unsere Verschuldungen <es verdienten>, und du uns solch ein Entrinnen gegeben hast -,
14sollten wir da wieder deine Gebote brechen und uns verschwägern mit den Volksscharen dieser Gräuel? Würdest du uns nicht zürnen bis zur <gänzlichen> Austilgung, sodass kein Überrest und kein Entronnenes6 mehr [bliebe]?
15Jahweh, Gott Israels, du bist gerecht. Ja, wir sind als Entronnene übrig geblieben, wie es an diesem Tag ist. Siehe! - [wir sind] vor deinem Angesicht in unserer Schuld. Ja, mit einer solchen [Sache] ist es nicht möglich, vor dir zu bestehen."

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: wie es wegen ihrer Gräuel eigentlich gefordert gewesen wäre
  2. 2 d. h.: der ehemals Weggeführten; so a. Esr 10,6.8.
  3. 3 eigtl.: seines Heiligen
  4. 4 und Treue
  5. 5 eigtl.: <fest und> stark
  6. 6 o.: keine Rettung