Altes Testament
Hohelied Kapitel 5
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1"Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, Braut! Ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, esse meine Wabe samt meinem Honig, trinke meinen Wein samt meiner Milch. - Esst, Freunde! Trinkt! Und berauscht euch an Liebe*1!" -
2Ich schlafe, aber mein Herz ist wach. Horch! Mein Geliebter! Er klopft: "Mache mir auf, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Reine2, denn mein Haupt ist voller Tau, meine Locken sind voller Tropfen der Nacht!" -
3"Ich habe meinen Leibrock abgelegt. Wie sollte ich ihn [wieder] anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen. Wie sollte ich sie [wieder] beschmutzen?"
4Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Luke, und mein Inneres3 wurde seinetwegen erregt.
5Ich machte mich auf, meinem Geliebten zu öffnen. Meine Hände trieften von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an den Griffen des Riegels.
6Ich öffnete meinem Geliebten. Aber mein Geliebter hatte sich abgewandt, war weitergegangen. Meine Seele war dahingeschwunden infolge seines Redens.4 Ich suchte ihn, und ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, und er antwortete mir nicht.
7Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreifen. Sie schlugen mich, verwundeten mich. Die Wächter der Mauern nahmen mir meinen Überwurf ab.
8Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems: Wenn ihr meinen Geliebten findet, was sollt ihr ihm sagen? Dass ich krank bin vor Liebe! -
9"Was hat dein Geliebter einem [anderen] Geliebten voraus, Schöne5 unter den Frauen? Was hat dein Geliebter einem [anderen] Geliebten voraus, dass du uns so beschwörst?" -
10Mein Geliebter ist glänzend und rötlich, hervorragend unter Zehntausenden6,
11sein Haupt gediegenes Feingold. Seine Locken sind wallende Ranken7, schwarz wie der Rabe,
12seine Augen wie Tauben an Wasserbächen, in Milch sich badend, über der Fülle sitzend8.
13Seine Wangen sind wie Balsambeete9, wie Türme von Gewürzkräutern. Seine Lippen sind Lilien, träufelnd von fließender Myrrhe.
14Seine Hände10 sind goldene Walzen, mit Tarsisstein11 besetzt; sein Unterleib12 - ein Kunstwerk aus Elfenbein, mit Saphiren bedeckt,
15seine Schenkel Säulen aus weißem Marmor13, gegründet auf Sockeln von gediegenem Gold. Sein Anblick14 ist wie der Libanon, erlesen wie Zedern.
16Sein Gaumen ist lauter Süße. Und alles an ihm ist begehrenswert15. Das ist mein Geliebter, das ist mein Freund, Töchter Jerusalems! -
2Ich schlafe, aber mein Herz ist wach. Horch! Mein Geliebter! Er klopft: "Mache mir auf, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Reine2, denn mein Haupt ist voller Tau, meine Locken sind voller Tropfen der Nacht!" -
3"Ich habe meinen Leibrock abgelegt. Wie sollte ich ihn [wieder] anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen. Wie sollte ich sie [wieder] beschmutzen?"
4Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Luke, und mein Inneres3 wurde seinetwegen erregt.
5Ich machte mich auf, meinem Geliebten zu öffnen. Meine Hände trieften von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an den Griffen des Riegels.
6Ich öffnete meinem Geliebten. Aber mein Geliebter hatte sich abgewandt, war weitergegangen. Meine Seele war dahingeschwunden infolge seines Redens.4 Ich suchte ihn, und ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, und er antwortete mir nicht.
7Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreifen. Sie schlugen mich, verwundeten mich. Die Wächter der Mauern nahmen mir meinen Überwurf ab.
8Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems: Wenn ihr meinen Geliebten findet, was sollt ihr ihm sagen? Dass ich krank bin vor Liebe! -
9"Was hat dein Geliebter einem [anderen] Geliebten voraus, Schöne5 unter den Frauen? Was hat dein Geliebter einem [anderen] Geliebten voraus, dass du uns so beschwörst?" -
10Mein Geliebter ist glänzend und rötlich, hervorragend unter Zehntausenden6,
11sein Haupt gediegenes Feingold. Seine Locken sind wallende Ranken7, schwarz wie der Rabe,
12seine Augen wie Tauben an Wasserbächen, in Milch sich badend, über der Fülle sitzend8.
13Seine Wangen sind wie Balsambeete9, wie Türme von Gewürzkräutern. Seine Lippen sind Lilien, träufelnd von fließender Myrrhe.
14Seine Hände10 sind goldene Walzen, mit Tarsisstein11 besetzt; sein Unterleib12 - ein Kunstwerk aus Elfenbein, mit Saphiren bedeckt,
15seine Schenkel Säulen aus weißem Marmor13, gegründet auf Sockeln von gediegenem Gold. Sein Anblick14 ist wie der Libanon, erlesen wie Zedern.
16Sein Gaumen ist lauter Süße. Und alles an ihm ist begehrenswert15. Das ist mein Geliebter, das ist mein Freund, Töchter Jerusalems! -
Fußnoten
- 1 o.: an Liebeserweisungen
- 2 o.: meine Makellose, Vollendete
- 3 eigtl.: meine Eingeweide
- 4 o.: Meine Seele geht hinaus, seiner Rede nach.
- 5 i. S. v.: [du] Schönste
- 6 o.: Myriaden
- 7 o.: Zweige; o.: Palmen; o.: Hügel
- 8 and.: in Fassung eingelegt; o.: sitzend (wie Edelsteine) in der Fassung; gr. Üsg.: sitzend an Wasserfluten; Bed. nicht gesichert.
- 9 o.: wie ein Terrassenbeet des Balsamstrauches
- 10 und Finger
- 11 o.: mit Topas
- 12 o.: Bauch (Grundbed.: Eingeweide)
- 13 o.: aus Alabaster
- 14 o.: Seine Gestalt; so a. 2,14.
- 15 o.: ist Anmut (o.: Lieblichkeit; Wonne)