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Neues Testament

Römer Kapitel 13

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Jede Seele unterordne sich [den] übergeordneten Autoritäten1, denn es ist keine Autorität außer von Gott; die vorhandenen Autoritäten sind von Gott verordnet.
2Daher: Wer sich der Autorität widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; aber die, die widerstehen, werden ein Gerichtsurteil über sich bringen;
3denn die an erster Stelle Stehenden sind nicht <ein Anlass zur> Furcht für gute Werke, sondern für böse. Willst du dich nicht vor der Autorität fürchten? Tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben,
4denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht ohne Grund, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zum Zorn2 für den, der Böses tut.
5Darum ist es notwendig, sich zu unterordnen, nicht allein wegen des Zorns3, sondern auch wegen des Gewissens;
6denn deswegen entrichtet ihr auch Steuern, denn sie sind Dienstleistende Gottes, die eben hierzu anhaltend beschäftigt sind.
7Gebt also allen das Geschuldete: die Steuer, dem die Steuer <gebührt>, den Zoll, dem der Zoll, die Furcht, dem die Furcht, die Ehre, dem die Ehre <gebührt>.
8Schuldet niemandem irgendetwas als nur, einander zu lieben, denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt,
9denn das: "Du sollst* nicht Ehebruch begehen. Du sollst* nicht töten4. Du sollst* nicht stehlen. °Du sollst* nicht falsches Zeugnis geben.5 Du sollst* dich nicht gelüsten lassen." {Vgl. 2Mo 20,13-17.} - und wenn es ein anderes Gebot gibt - ist in diesem Wort zusammengefasst, nämlich: "Du sollst* deinen Nächsten6 lieben wie dich selbst!" {3Mo 19,18}
10Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Die Liebe ist also die Fülle7 des Gesetzes.
11Und dieses, da ihr über die Zeit <Bescheid> wisst, dass die Stunde schon <da> ist, da wir bereits aus dem Schlaf erwacht sein sollten, denn nun ist unsere Rettung näher als da wir glaubten!
12Die Nacht ist weit vorgerückt und der Tag hat sich genaht. Lasst uns also die Werke der Dunkelheit ablegen und die Waffen8 des Lichts anziehen.
13Wie am Tage lasst uns wandeln, mit Anstand, nicht in Schlemmereien9 und in Trinkgelagen, nicht in Beischläfereien und in Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht,
14sondern zieht den Herrn Jesus Christus an10 und trefft <gedanklich> nicht Vorkehrungen für das Fleisch, sodass Lüste erregt werden.11

Fußnoten

  1. 1 Das gr. Wort exousia kann "Autorität", "Vollmacht", "Obrigkeit", "Handlungsgewalt" bed.
  2. 2 a. i. S. v.: zur Ausübung von Zorn in Form von Strafe
  3. 3 d. h.: wegen der Strafe
  4. 4 eigtl.: morden
  5. 5 so der t. r. u. viele Hss; die Mehrheitstextausgabe (n. der byz. Textform) von Robinson & Pierpont hat diesen Satz nicht.
  6. 6 eigtl.: Nahen
  7. 7 o.: die Summe dessen, was das Gesetz fordert, sodann die Entsprechung dieser Forderung
  8. 8 Zu dieser Zeit in der Geschichte der gr. Sprache wurde dieses Wort i. S. v. "Waffen" gebraucht, nicht i. S. v. "Werkzeuge". (S. Kittel; Bd. 5.)
  9. 9 o.: in Schmausereien; o.: in ausgelassenem Feiern
  10. 10 eigtl.: zieht <euch> ... an
  11. 11 w.: für Gelüste; hin zu Begierden.