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Neues Testament

Römer Kapitel 7

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Seid ihr darüber in Unkenntnis, Brüder - denn ich rede zu solchen, die [das] Gesetz kennen, - dass das Gesetz über den Menschen Herr ist, solange er lebt?
2- denn die dem Manne unterstellte Frau ist mittels des Gesetzes an den lebenden Mann gebunden. Sollte der Mann aber sterben, ist sie dem Gesetz des Mannes1 enthoben.
3Dann wird sie also, während der Mann lebt, als Ehebrecherin bezeichnet werden, wenn sie einem anderen Manne <zu eigen> wird. Sollte der Mann aber sterben, ist sie vom Gesetz frei, sodass sie nicht eine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Manne <zu eigen> wird.
4Und so, meine Brüder, [ist es] auch bei euch: Ihr wurdet tot dem Gesetz durch den Leib des Christus, um eines anderen zu werden, dessen, der von den Toten erweckt wurde, damit wir Gott Frucht brächten;
5denn als wir im Fleisch waren, wirkten der Sünden Leidenschaften, die durch das Gesetz [aufkamen], in unseren Gliedern, um dem Tode Frucht zu bringen.
6Aber nun wurden wir dem Gesetz enthoben, da wir [in dem] starben, in dem wir festgehalten wurden; und so sollten wir Leibeigenendienst tun im Neuen, im Geist2, und nicht im Älteren, im geschriebenen [Gesetz]3.
7Was werden wir also sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei fern! [Es ist] anders: Die Sünde kannte ich nicht als nur durchs Gesetz; denn auch der Lust wäre ich mir nicht bewusst gewesen, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst* dich nicht gelüsten lassen!" {2Mo 20,17}
8Aber nachdem die Sünde einen Anlass hatte durch das Gebot, bewirkte sie in mir jede Lust; denn ohne [das] Gesetz [war] die Sünde tot.
9Ich lebte aber einst ohne [das] Gesetz. Aber als das Gebot gekommen war, lebte die Sünde auf.
10Aber ich starb. Und das Gebot zum Leben, dieses erwies sich mir als eines zum Tode;
11denn die Sünde nahm einen Anlass durch das Gebot, betrog mich gänzlich und tötete mich durch dasselbe.
12Somit ist das Gesetz heilig, ja, und das Gebot ist heilig und gerecht und gut.
13Ist also ein Gutes mir zum Tode geworden? Das sei fern! - sondern [es war] die Sünde - damit sie als Sünde offenbar würde -, indem sie durch das Gute mir den Tod bewirkte, damit durch das Gebot die Sünde überaus sündig würde;
14denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist - ich aber, ich bin4 fleischlich, unter die Sünde verkauft;
15denn was ich ausführe, kenne ich nicht5; denn nicht, was ich will, dieses tue ich, sondern was ich hasse, dieses übe ich aus.
16Wenn ich aber das, was ich nicht will, [wenn ich] dieses ausübe, stimme ich dem Gesetz bei, dass es edel ist.
17Aber nun führe nicht länger ich es aus, sondern die in mir wohnende Sünde;
18denn ich weiß, dass in mir, das heißt, in meinem Fleisch, Gutes nicht wohnt, denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Ausführen des Edlen finde ich nicht;
19denn nicht das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern das Schlechte, das ich nicht will, dieses tue ich.
20Wenn ich aber das, was ich nicht will, [wenn ich] dieses ausübe, führe nicht länger ich es aus, sondern die in mir wohnende Sünde.
21So finde ich dann bei mir das Gesetz, dass bei mir, der ich das Edle ausüben will, das Schlechte vorhanden ist,
22denn ich habe Freude am Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen,
23aber ich sehe ein anderes6 Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meines Denksinnes Krieg führt und mich zu einem Gefangenen des Gesetzes der Sünde macht, das in meinen Gliedern ist.
24Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien aus diesem Leibe des Todes?
25Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Dann leiste also ich, ich selbst, Leibeigenendienst, ja, mit dem Denksinn dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

Fußnoten

  1. 1 d. h.: dem Gesetz, das den Mann betrifft; dem Gesetz, das sie an den Mann bindet
  2. 2 eigtl.: im Neuen des Geistes; der gr. Wesfall wird oft i. S. d. Gleichsetzung gebraucht.
  3. 3 o.: in der Schrift; o.: in der Vorschrift (näml.: des mosaischen Gesetzes).
  4. 4 Die Erzählung ist in die Gegenwartsform übergegangen.
  5. 5 d. h.: es ist mir fremd; ich bejahe es nicht.
  6. 6 o.: andersartiges