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Neues Testament

Römer Kapitel 14

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Den Schwachen im Glauben nehmt an1 - nicht um Auseinandersetzungen über unterschiedliche Meinungen [zu führen].
2Einer glaubt, alles essen [zu dürfen]. Aber der Schwache isst Gemüse.
3Wer isst, verachte nicht den, der nicht isst; und wer nicht isst, urteile nicht über den, der isst, denn Gott nahm ihn an.
4Wer bist du, der du über einen fremden Hausknecht2 urteilst? Er steht oder fällt [vor] dem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn Gott vermag, ihn aufrecht zu halten.
5Der eine urteilt, ein Tag sei vor einem [anderen] Tag. Der andere aber urteilt, jeder Tag [sei gleich]. Ein jeder habe im eigenen Denksinn volle Gewissheit.
6Wer den Tag beobachtet, beobachtet ihn dem Herrn. Und wer nicht den Tag beobachtet, beobachtet ihn dem Herrn nicht. Und wer isst, isst dem Herrn, denn er dankt Gott. Und wer nicht isst, isst dem Herrn nicht und dankt Gott;
7denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst;
8denn beides: wenn wir leben, leben wir dem Herrn, und auch wenn wir sterben, sterben wir dem Herrn. Also: Wenn wir leben und auch wenn wir sterben, sind wir des Herrn;
9denn hierzu auch starb Christus und stand auf und lebte [wieder], damit er über Tote und auch Lebende Herr sei.
10Du aber, was urteilst du über deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? - denn wir werden alle vor dem Richterstuhl des °Christus stehen,
11denn es ist geschrieben: "'[So wahr] ich lebe', sagt der Herr, 'mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott Lob bekennen.'" {Jes 45,23}
12Dann wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
13Lasst uns also nicht mehr übereinander urteilen, sondern urteilt lieber dieses: dem Bruder nicht einen Anlass <zum Stolpern> in den Weg zu legen oder einen Fallstrick.
14Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, dass nichts in sich selbst gemein3 ist; nur dem, der etwas für gemein rechnet, ist es gemein.
15Aber wenn dein Bruder wegen einer Speise verletzt wird, wandelst du nicht mehr nach der Liebe. Verdirb nicht mit deiner Speise denjenigen, für den Christus starb.
16Lasst also euer Gutes nicht verlästert werden,
17denn das Königreich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist;
18denn wer in diesen Dingen Christus Leibeigenendienst leistet, ist Gott wohlgefällig und [vor] Menschen ein Bewährter.
19Dann lasst uns also dem nachstreben, was des Friedens ist, und dem, was der gegenseitigen Erbauung [dient].
20Zerstöre nicht einer Speise wegen das Werk Gottes. Alles ist rein. Jedoch ist es böse für den Menschen, der mit Anstoßnehmen [davon] isst <und so zu Fall kommt>.
21Es ist edel, kein Fleisch zu essen noch Wein zu trinken noch [etwas zu tun], bei dem dein Bruder sich stößt oder es ihm zum Fallstrick wird oder er schwach ist.
22Hast du Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott. Ein Seliger ist, wer über sich selbst nicht urteilt in dem, was er gutheißt.
23Wer aber zweifelt, wenn er isst, ist verurteilt4, weil es nicht aus Glauben [geschah]. Alles, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.5

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: nehmt vorbehaltlos an; so a. Röm 14,3; 15,7.
  2. 2 d. h.: über den Hausknecht eines anderen
  3. 3 o.: unheilig
  4. 4 im Gr. Perfekt: ist verurteilt worden und ist es nun; i. S. v.: hat sich bereits verurteilt.
  5. 5 Bei einem großen Teil der gr. Hss und der syrisch-harklensischen Überlieferung stehen die Verse von 16,25-27 hier im Anschluss an 14,23. Ebenso in der Mehrheitstextausgabe von Robinson & Pierpont.