Zum Inhalt springen

Neues Testament

Römer Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der richtet, denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst, denn du, der du richtest, tust dasselbe.
2Aber wir wissen, dass das Gericht Gottes nach Wahrheit ist über die, die solches tun.
3Rechnest du aber damit, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und dasselbe verübst, dass du dem Gericht Gottes entfliehen werdest?
4Oder verachtest du den Reichtum seiner Freundlichkeit und [seiner] Zurückhaltung1 und [seiner] Geduld, nicht wissend, dass die Freundlichkeit Gottes dich zur Buße* leitet?
5Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst Zorn auf - am Tag des Zorns und der Offenbarung2 des gerechten Gerichtes Gottes,
6der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken:
7denen, die mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit und Ehre und Unverweslichkeit suchen, mit ewigem Leben,
8aber denen, die aus der Streitsucht sind und der Wahrheit im Unglauben nicht gehorchen, der Ungerechtigkeit aber gehorchen, mit Grimm und Zorn.
9Bedrängnis und Angst auf jede Seele des Menschen, die das Böse ausführt, eines Juden - [auf sie] zuerst - und auch eines Griechen,
10aber Herrlichkeit und Ehre und Friede [sei auf] jedem, der das Gute wirkt, einem Juden - [auf ihm] zuerst - und auch einem Griechen!
11- denn es ist kein Ansehen der Person bei Gott,
12denn so viele ohne Gesetz sündigten, werden auch ohne Gesetz ins Verderben gehen, und so viele im Gesetz sündigten, werden durch das Gesetz gerichtet werden
13(denn nicht die Hörer des Gesetzes sind vor Gott gerecht, sondern die Täter des Gesetzes werden gerechtfertigt werden,
14denn wenn3 die, die von den Völkern sind, die das Gesetz nicht haben, von Natur <aus> das vom Gesetz <Geforderte> tun, sind diese, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz,
15welche das Werk4 des Gesetzes, geschrieben in ihren Herzen, aufweisen, indem5 ihr Gewissen mitbezeugt und indem zwischen ihnen wechselweise die Gedankenurteile sich anklagen oder auch entschuldigen6)
16an [dem] Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird gemäß meiner guten Botschaft.
17Sieh, du wirst Jude genannt und ruhst auf dem Gesetz und rühmst dich Gottes
18und kennst den Willen und prüfst, was das Vorzüglichere sei, da du aus dem Gesetz unterrichtet wirst,
19bist auch überzeugt, du selbst seiest ein Leiter der Blinden, ein Licht derer, die in Finsternis sind,
20ein Erzieher der Törichten, ein Lehrer der Unmündigen, der die Form der Kenntnis und der Wahrheit im Gesetz besitzt.
21Der du also einen anderen lehrst, du lehrst dich selbst nicht? Der du verkündest, man solle nicht stehlen, du stiehlst?
22Der du sagst, man solle nicht Ehebruch begehen, du begehst Ehebruch? Der du Götzen verabscheust, du vergreifst dich am Heiligen?
23Du, der du dich des Gesetzes rühmst, du verunehrst Gott durch Übertretung des Gesetzes?
24- denn durch euch [kommt es, dass] der Name Gottes unter denen, die von den Völkern sind, gelästert wird, so wie geschrieben ist;
25denn Beschneidung ist wohl nützlich - wenn du das Gesetz tust; wenn du aber ein Übertreter des Gesetzes bist, ist deine Beschneidung Unbeschnittenheit geworden.
26Wenn also die Unbeschnittenheit das Gerechte des Gesetzes7 befolgt, wird nicht ihre Unbeschnittenheit für Beschneidung gerechnet werden
27und die Unbeschnittenheit von Natur, die das Gesetz ausführt, dich richten, der du bei geschriebenem [Gesetz] und Beschneidung ein Übertreter des Gesetzes bist?
28- denn nicht der8, der es im Sichtbaren ist, ist Jude, noch ist die, die es im Sichtbaren ist, im Fleisch, Beschneidung,
29sondern der, der es im Verborgenen ist, ist Jude, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, nicht im geschriebenen [Gesetz]. Eines solchen Lob ist nicht von Menschen, sondern von Gott.

Fußnoten

  1. 1 o.: [seines] Ansichhaltens; [seiner] Nachsicht
  2. 2 eigtl.: Enthüllung
  3. 3 eigtl.: wann
  4. 4 o.: die Verrichtung; das Geschäft; das Tun
  5. 5 o.: wobei; während; zumal
  6. 6 d. h.: sie beweisen damit, dass die Verrichtung des Gesetzes in ihren Herzen aufgeschrieben ist; ihr Gewissen bezeugt es mit, und die Gedankenurteile klagen sich untereinander an oder entschuldigen sich auch.
  7. 7 Das Wort steht im Gt. in der Mehrzahl; man könnte auch üsn.: die Rechtsforderungen des Gesetzes
  8. 8 d. h.: der Jude (s. 2,17; 3,1); so a. V. 29.