Altes Testament
Daniel Kapitel 6
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und Darius, der Meder, erhielt die Königsherrschaft, als er zweiundsechzig Jahre alt war1.
2Und es gefiel Darius 2, dass er hundertzwanzig Satrapen über das Königreich einsetze, die im ganzen Königreich sein sollten,
3und über sie drei Aufsichtsbeamte3, von welchen Daniel einer war, damit jene Satrapen Rechenschaft geben sollten und der König keinen Schaden erlitte.
4Da übertraf dieser Daniel die Aufsichtsbeamten und die Satrapen, da nämlich ein außergewöhnlicher Geist in ihm war. Und der König beabsichtigte, ihn über das ganze Königreich zu setzen.
5Da suchten die Aufsichtsbeamten und die Satrapen einen Anklagegrund gegen Daniel in Bezug auf die Verwaltung des Königreiches4 zu finden. Aber sie konnten weder einen Anklagegrund noch etwas Schlechtes finden, weil er eben treu war, und es wurde keine Nachlässigkeit5 und kein schlechtes6 Tun an ihm gefunden.
6Da sagten diese Männer: "Wir werden bei diesem Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn, wir finden im Gesetz seines Gottes etwas gegen ihn."
7Hierauf begaben sich diese Aufsichtsbeamten und Satrapen aufgeregt zum König und sagten zu ihm: "König Darius! Lebe ewiglich!
8Alle Aufsichtsbeamten des Königreiches, die Statthalter und Satrapen, die Staatsräte und Verwalter7, haben <sich beraten und> beschlossen, dass der König eine Verordnung erlasse und ein Verbot in Kraft setze, dass jeder, der innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet8 außer von dir, König, in die Löwengrube geworfen werden soll.
9Nun, König, erlass das Verbot und zeichne eine Schrift auf9, die entsprechend dem Gesetz der Meder und Perser, das unaufhebbar10 ist, nicht abgeändert werden darf."
10Demgemäß zeichnete der König Darius die Schrift und das Verbot auf.
11Und als Daniel erfuhr, dass die Schrift aufgezeichnet war, ging er in sein Haus. Er hatte aber in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin. Und zu drei bestimmten Zeiten am Tag kniete er auf seinen Knien und war am Beten und Loben11 vor seinem Gott, so wie er es zuvor <stets> getan hatte.
12Hierauf begaben sich jene Männer aufgeregt herbei und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott.
13Sogleich traten sie hinzu und sagten vor dem König betreffs des Verbotes des Königs: "Hast du nicht ein Verbot aufgezeichnet, wonach jeder, der innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, König, in die Löwengrube geworfen wird?" Der König antwortete und sagte: "Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unaufhebbar ist."
14Da erwiderten sie sogleich und sagten vor dem König: "Daniel, einer der Weggeführten12 von Juda, achtet nicht auf dich, König, noch auf das Verbot, das du aufgezeichnet hast, und er betet sein Gebet zu drei bestimmten Zeiten am Tag."
15Als der König die Sache hörte, da missfiel es ihm sehr13; und er richtete das Herz14 auf Daniel, ihn zu retten; und er war bis zum Untergang der Sonne bemüht, ihn zu befreien.
16Sodann begaben sich jene Männer aufgeregt zum König und sagten zum König: "Wisse, König, dass die Meder und Perser ein Gesetz haben, wonach kein Verbot und keine Verordnung, die der König erlassen hat, abgeändert werden darf."
17Daraufhin sprach15 der König, und man brachte Daniel und warf ihn in die Löwengrube. Der König erwiderte und sagte zu Daniel: "Dein Gott, dem du ohne Unterlass in Verehrung dienst, er möge dich retten!"
18Und es wurde ein Stein gebracht und auf die Öffnung der Grube gelegt. Und der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Großen, damit die Sache mit Daniel nicht verändert würde.
19Hierauf ging der König in seinen Palast. Und er verbrachte die Nacht fastend und ließ keine Speisen16 zu sich hereinführen. Und der Schlaf floh von ihm.
20Daraufhin stand der König in der Morgendämmerung, bei Tagesanbruch, auf und ging in Eile17 zur Löwengrube.
21Und als er sich der Grube näherte, rief er mit betrübter Stimme nach Daniel. Der König fing an und sagte zu Daniel: "Daniel, Knecht des lebenden Gottes! Hat dein Gott, dem du ohne Unterlass in Verehrung dienst, dich von den Löwen retten können?"
22Da redete Daniel mit dem König: "König! Lebe ewiglich!
23Mein Gott hat seinen Boten18 gesandt und hat den Mund der Löwen verschlossen, und sie haben mich nicht verletzt, weil vor ihm Unschuld an mir gefunden wurde. Und auch vor dir, König, habe ich nichts Verletzendes19 getan."
24Da war sogleich der König sehr guten Mutes seinethalben, und er sagte, man solle Daniel aus der Grube heraufholen. Und Daniel wurde aus der Grube geholt. Und es wurde keinerlei Verletzung20 an ihm gefunden, weil er auf seinen Gott vertraut hatte.
25Und der König sprach, und man brachte diese Männer, die Daniel <in hinterhältiger Absicht> angeklagt hatten, und man warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Söhne und ihre Frauen. Und sie hatten den Boden der Grube noch nicht erreicht, da bemächtigten sich ihrer die Löwen und zermalmten alle ihre Gebeine.
26Sogleich schrieb der König Darius an alle Völkerschaften, Stämme und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnten: "Euer Friede werde mächtig!
27Von mir wird Befehl gegeben, dass man in der ganzen Herrschaft meines Königreiches vor dem Gott Daniels zittere und sich fürchte, denn er ist der lebende Gott; und er bleibt in Ewigkeit; sein Königtum21 ist eines, das unverletzbar ist22, und seine Herrschaftsgewalt [währt] bis ans Ende.
28[Er,] der rettet und befreit und Zeichen und Wunder tut in den Himmeln und auf der Erde, er hat Daniel gerettet aus der Hand der Löwen."
29Und dieser Daniel hatte Gedeihen unter der Königsherrschaft des Darius und23 unter der Königsherrschaft des Kyrus, des Persers.
2Und es gefiel Darius 2, dass er hundertzwanzig Satrapen über das Königreich einsetze, die im ganzen Königreich sein sollten,
3und über sie drei Aufsichtsbeamte3, von welchen Daniel einer war, damit jene Satrapen Rechenschaft geben sollten und der König keinen Schaden erlitte.
4Da übertraf dieser Daniel die Aufsichtsbeamten und die Satrapen, da nämlich ein außergewöhnlicher Geist in ihm war. Und der König beabsichtigte, ihn über das ganze Königreich zu setzen.
5Da suchten die Aufsichtsbeamten und die Satrapen einen Anklagegrund gegen Daniel in Bezug auf die Verwaltung des Königreiches4 zu finden. Aber sie konnten weder einen Anklagegrund noch etwas Schlechtes finden, weil er eben treu war, und es wurde keine Nachlässigkeit5 und kein schlechtes6 Tun an ihm gefunden.
6Da sagten diese Männer: "Wir werden bei diesem Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn, wir finden im Gesetz seines Gottes etwas gegen ihn."
7Hierauf begaben sich diese Aufsichtsbeamten und Satrapen aufgeregt zum König und sagten zu ihm: "König Darius! Lebe ewiglich!
8Alle Aufsichtsbeamten des Königreiches, die Statthalter und Satrapen, die Staatsräte und Verwalter7, haben <sich beraten und> beschlossen, dass der König eine Verordnung erlasse und ein Verbot in Kraft setze, dass jeder, der innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet8 außer von dir, König, in die Löwengrube geworfen werden soll.
9Nun, König, erlass das Verbot und zeichne eine Schrift auf9, die entsprechend dem Gesetz der Meder und Perser, das unaufhebbar10 ist, nicht abgeändert werden darf."
10Demgemäß zeichnete der König Darius die Schrift und das Verbot auf.
11Und als Daniel erfuhr, dass die Schrift aufgezeichnet war, ging er in sein Haus. Er hatte aber in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin. Und zu drei bestimmten Zeiten am Tag kniete er auf seinen Knien und war am Beten und Loben11 vor seinem Gott, so wie er es zuvor <stets> getan hatte.
12Hierauf begaben sich jene Männer aufgeregt herbei und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott.
13Sogleich traten sie hinzu und sagten vor dem König betreffs des Verbotes des Königs: "Hast du nicht ein Verbot aufgezeichnet, wonach jeder, der innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, König, in die Löwengrube geworfen wird?" Der König antwortete und sagte: "Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unaufhebbar ist."
14Da erwiderten sie sogleich und sagten vor dem König: "Daniel, einer der Weggeführten12 von Juda, achtet nicht auf dich, König, noch auf das Verbot, das du aufgezeichnet hast, und er betet sein Gebet zu drei bestimmten Zeiten am Tag."
15Als der König die Sache hörte, da missfiel es ihm sehr13; und er richtete das Herz14 auf Daniel, ihn zu retten; und er war bis zum Untergang der Sonne bemüht, ihn zu befreien.
16Sodann begaben sich jene Männer aufgeregt zum König und sagten zum König: "Wisse, König, dass die Meder und Perser ein Gesetz haben, wonach kein Verbot und keine Verordnung, die der König erlassen hat, abgeändert werden darf."
17Daraufhin sprach15 der König, und man brachte Daniel und warf ihn in die Löwengrube. Der König erwiderte und sagte zu Daniel: "Dein Gott, dem du ohne Unterlass in Verehrung dienst, er möge dich retten!"
18Und es wurde ein Stein gebracht und auf die Öffnung der Grube gelegt. Und der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Großen, damit die Sache mit Daniel nicht verändert würde.
19Hierauf ging der König in seinen Palast. Und er verbrachte die Nacht fastend und ließ keine Speisen16 zu sich hereinführen. Und der Schlaf floh von ihm.
20Daraufhin stand der König in der Morgendämmerung, bei Tagesanbruch, auf und ging in Eile17 zur Löwengrube.
21Und als er sich der Grube näherte, rief er mit betrübter Stimme nach Daniel. Der König fing an und sagte zu Daniel: "Daniel, Knecht des lebenden Gottes! Hat dein Gott, dem du ohne Unterlass in Verehrung dienst, dich von den Löwen retten können?"
22Da redete Daniel mit dem König: "König! Lebe ewiglich!
23Mein Gott hat seinen Boten18 gesandt und hat den Mund der Löwen verschlossen, und sie haben mich nicht verletzt, weil vor ihm Unschuld an mir gefunden wurde. Und auch vor dir, König, habe ich nichts Verletzendes19 getan."
24Da war sogleich der König sehr guten Mutes seinethalben, und er sagte, man solle Daniel aus der Grube heraufholen. Und Daniel wurde aus der Grube geholt. Und es wurde keinerlei Verletzung20 an ihm gefunden, weil er auf seinen Gott vertraut hatte.
25Und der König sprach, und man brachte diese Männer, die Daniel <in hinterhältiger Absicht> angeklagt hatten, und man warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Söhne und ihre Frauen. Und sie hatten den Boden der Grube noch nicht erreicht, da bemächtigten sich ihrer die Löwen und zermalmten alle ihre Gebeine.
26Sogleich schrieb der König Darius an alle Völkerschaften, Stämme und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnten: "Euer Friede werde mächtig!
27Von mir wird Befehl gegeben, dass man in der ganzen Herrschaft meines Königreiches vor dem Gott Daniels zittere und sich fürchte, denn er ist der lebende Gott; und er bleibt in Ewigkeit; sein Königtum21 ist eines, das unverletzbar ist22, und seine Herrschaftsgewalt [währt] bis ans Ende.
28[Er,] der rettet und befreit und Zeichen und Wunder tut in den Himmeln und auf der Erde, er hat Daniel gerettet aus der Hand der Löwen."
29Und dieser Daniel hatte Gedeihen unter der Königsherrschaft des Darius und23 unter der Königsherrschaft des Kyrus, des Persers.
Fußnoten
- 1 w.: als ein Sohn von zweiundsechzig Jahren.
- 2 i. S. v.: Darius entschied sich; er hielt es für gut
- 3 o.: königliche Verwalter, Vorsteher; so a. i. Folg.
- 4 eigtl.: von Seiten der Königsherrschaft o. der Verwaltung des Königreiches
- 5 o.: kein Irrtum
- 6 o.: fehlerhaftes
- 7 D. s. wahrsch. Stellvertreter der Statthalter.
- 8 o.: ein Gesuch (o.: Flehen) an irgendeinen Gott oder Menschen richtet
- 9 o.: unterzeichne; so a. i. Folg.
- 10 und unvergänglich
- 11 und Danken
- 12 w.: einer der Söhne der Wegführung (o.: Verschleppung)
- 13 eigtl.: stank es ihm
- 14 d. h.: den Denksinn; den Herzsinn
- 15 i. S. v.: gab Befehl
- 16 o.: Wohlgerüche; o.: Musikinstrumente; o.: Sklaven; o.: Tänzerinnen; o.: Konkubinen; Bed. nicht gesichert.
- 17 o.: Unruhe
- 18 d. h.: Engel
- 19 o.: Schädliches
- 20 o.: nicht irgendein Schaden
- 21 o.: sein Königreich
- 22 o.: dem kein Schaden zugefügt werden kann
- 23 Das Wort "und" kann hier auch i. S. v. "und zwar" aufzufassen sein.