Altes Testament
Daniel Kapitel 9
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Samen der Meder, der über das Königreich der Chaldäer König geworden war,
2im ersten Jahr seiner Königsherrschaft achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, betreffs derer das Wort Jahwehs zu Jeremia, dem Propheten, geschehen war, dass in Bezug auf die Trümmer Jerusalems siebzig Jahre zu vollenden1 seien.
3Und ich richtete mein Angesicht zu meinem Herrn, Gott, um [ihn] mit Gebet und Gnadenflehen zu suchen, in Fasten und Sacktuch und Asche.
4Und <fürbittend> flehte ich zu Jahweh, meinem Gott, und bekannte und sagte: "O bitte, mein Herr, [du], der <starke> Gott, der Große und der Furchtgebietende, der den Bund und die Güte2 denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten!
5Wir haben gesündigt und verkehrt und ehrfurchtslos gehandelt, und wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen.
6Und wir haben nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern und zu allem Volk des Landes geredet haben.
7Dein, mein Herr, ist die Gerechtigkeit und uns die Beschämung des Angesichts, wie es an diesem Tag ist: [Beschämung] den Männern Judas und den Bewohnern Jerusalems und dem ganzen Israel, den Nahen und den Fernen in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast infolge ihres Treuebruchs, den sie gegen dich begangen haben.
8Jahweh! Bei uns ist die Beschämung des Angesichts, bei unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern, die wir an dir gesündigt haben.
9Bei dem Herrn, unserem Gott, ist das Erbarmen und die Vergebung. - Fürwahr, wir haben uns gegen ihn aufgelehnt.
10Und wir haben nicht auf die Stimme Jahwehs, unseres Gottes, gehört, in seinen Weisungen zu wandeln, die er uns gab durch die Hand seiner leibeigenen Knechte, der Propheten.
11Und ganz Israel übertrat deine Weisung und wich ab, sodass es auf deine Stimme nicht hörte. Und so hat sich der <bedrohende> Eid3 über uns ergossen und der Schwur, der in der Weisung Moses, des leibeigenen Knechtes Gottes, geschrieben ist, weil wir gegen ihn gesündigt haben.
12Und er hat aufrecht sein lassen4 seine Worte, die er über uns und über unsere Richter, die uns richteten, gesagt hatte, <nämlich> großes Unheil über uns zu bringen, desgleichen unter dem ganzen Himmel nicht geschehen ist, wie es an Jerusalem geschehen ist.
13So wie es in der Weisung Moses geschrieben ist: All dieses Unheil ist über uns gekommen. Und wir besänftigten nicht das Angesicht Jahwehs, unseres Gottes, dass wir uns von unseren Vergehen abgekehrt hätten und verständnisvoll gewesen wären in deiner Wahrheit5.
14Und so wachte Jahweh über dem Unheil und ließ es über uns kommen, denn Jahweh, unser Gott, ist gerecht in allem seinem Tun, das er tut. Aber wir haben nicht auf seine Stimme gehört.
15Und nun, mein Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast und dir einen Namen gemacht hast, wie es an diesem Tag ist: Wir haben gesündigt, wir haben ehrfurchtslos gehandelt.
16Mein Herr! Gemäß allen deinen Gerechtigkeitserweisungen, mögen doch dein Zorn und deine Grimmglut sich wenden von deiner Stadt Jerusalem, deinem heiligen Berg6!, denn wegen unserer Sünden und der Vergehen unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk zur Verhöhnung geworden bei allen rings um uns her.
17Und nun, unser Gott, höre auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Gnadenflehen! Und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum, um des Herrn willen!
18Neige, mein Gott, dein Ohr und höre! Öffne deine Augen und schaue [auf] unsere verwüstet daliegenden [Ruinen] und [auf] die Stadt, auf die dein Name gerufen worden ist7, denn nicht aufgrund unserer Gerechtigkeit legen wir unser Gnadenflehen vor deinem Angesicht hin, sondern aufgrund deiner vielen Erbarmungen.
19Herr8, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle! Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott, denn dein Name ist auf deine Stadt und dein Volk gerufen worden!"
20Während ich noch redete und <fürbittend> flehte und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und mein Gnadenflehen vor dem Angesicht Jahwehs, meines Gottes, hinlegte für den heiligen Berg meines Gottes,
21während ich noch im Gebet redete, da gelangte der Mann Gabriel, den ich am Anfang in dem Gesicht, als ich ganz ermattet war, gesehen hatte, um die Zeit des Abendopfers zu mir.
22Und er gab Verständnis9 und redete mit mir; er sagte: "Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, dir Einsicht zu verleihen10.
23Im Anfang deines Gnadenflehens erging ein Wort; und ich selbst bin gekommen, dir Mitteilung zu geben, denn du bist eine Kostbarkeit11. So achte auf das Wort und verstehe das Geschaute!
24Siebzig Wochen12 sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt13, um die Abtrünnigkeit zu verschließen und die Sünde zu versiegeln14 und die Schuld zu sühnen und ewige Gerechtigkeit zu bringen und Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein Heiliges der Heiligen15 zu salben.
25So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Führer, sind sieben Wochen.16 °Und zweiundsechzig Wochen wird wiederhergestellt und gebaut werden, Platz und Graben17, und zwar in Bedrängnis der Zeiten.
26Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet, und für es18 wird keiner [da] sein19. Und die Stadt und das Heilige - verderben wird sie das Volk eines Führers, welcher kommt, und sein Ende ist in der Überflutung. Und bis zum Ende ist Krieg, ein beschlossenes <Maß> an Verwüstungen20.
27Und stark machen wird er einen Bund den Vielen21, eine Woche lang. Und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer22 aufhören lassen23. Und über den Flügeln der Gräuel24 wird ein Verwüster sein, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes sich auf den Verwüstenden25 ergießt."
2im ersten Jahr seiner Königsherrschaft achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, betreffs derer das Wort Jahwehs zu Jeremia, dem Propheten, geschehen war, dass in Bezug auf die Trümmer Jerusalems siebzig Jahre zu vollenden1 seien.
3Und ich richtete mein Angesicht zu meinem Herrn, Gott, um [ihn] mit Gebet und Gnadenflehen zu suchen, in Fasten und Sacktuch und Asche.
4Und <fürbittend> flehte ich zu Jahweh, meinem Gott, und bekannte und sagte: "O bitte, mein Herr, [du], der <starke> Gott, der Große und der Furchtgebietende, der den Bund und die Güte2 denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten!
5Wir haben gesündigt und verkehrt und ehrfurchtslos gehandelt, und wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen.
6Und wir haben nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern und zu allem Volk des Landes geredet haben.
7Dein, mein Herr, ist die Gerechtigkeit und uns die Beschämung des Angesichts, wie es an diesem Tag ist: [Beschämung] den Männern Judas und den Bewohnern Jerusalems und dem ganzen Israel, den Nahen und den Fernen in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast infolge ihres Treuebruchs, den sie gegen dich begangen haben.
8Jahweh! Bei uns ist die Beschämung des Angesichts, bei unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern, die wir an dir gesündigt haben.
9Bei dem Herrn, unserem Gott, ist das Erbarmen und die Vergebung. - Fürwahr, wir haben uns gegen ihn aufgelehnt.
10Und wir haben nicht auf die Stimme Jahwehs, unseres Gottes, gehört, in seinen Weisungen zu wandeln, die er uns gab durch die Hand seiner leibeigenen Knechte, der Propheten.
11Und ganz Israel übertrat deine Weisung und wich ab, sodass es auf deine Stimme nicht hörte. Und so hat sich der <bedrohende> Eid3 über uns ergossen und der Schwur, der in der Weisung Moses, des leibeigenen Knechtes Gottes, geschrieben ist, weil wir gegen ihn gesündigt haben.
12Und er hat aufrecht sein lassen4 seine Worte, die er über uns und über unsere Richter, die uns richteten, gesagt hatte, <nämlich> großes Unheil über uns zu bringen, desgleichen unter dem ganzen Himmel nicht geschehen ist, wie es an Jerusalem geschehen ist.
13So wie es in der Weisung Moses geschrieben ist: All dieses Unheil ist über uns gekommen. Und wir besänftigten nicht das Angesicht Jahwehs, unseres Gottes, dass wir uns von unseren Vergehen abgekehrt hätten und verständnisvoll gewesen wären in deiner Wahrheit5.
14Und so wachte Jahweh über dem Unheil und ließ es über uns kommen, denn Jahweh, unser Gott, ist gerecht in allem seinem Tun, das er tut. Aber wir haben nicht auf seine Stimme gehört.
15Und nun, mein Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast und dir einen Namen gemacht hast, wie es an diesem Tag ist: Wir haben gesündigt, wir haben ehrfurchtslos gehandelt.
16Mein Herr! Gemäß allen deinen Gerechtigkeitserweisungen, mögen doch dein Zorn und deine Grimmglut sich wenden von deiner Stadt Jerusalem, deinem heiligen Berg6!, denn wegen unserer Sünden und der Vergehen unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk zur Verhöhnung geworden bei allen rings um uns her.
17Und nun, unser Gott, höre auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Gnadenflehen! Und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum, um des Herrn willen!
18Neige, mein Gott, dein Ohr und höre! Öffne deine Augen und schaue [auf] unsere verwüstet daliegenden [Ruinen] und [auf] die Stadt, auf die dein Name gerufen worden ist7, denn nicht aufgrund unserer Gerechtigkeit legen wir unser Gnadenflehen vor deinem Angesicht hin, sondern aufgrund deiner vielen Erbarmungen.
19Herr8, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle! Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott, denn dein Name ist auf deine Stadt und dein Volk gerufen worden!"
20Während ich noch redete und <fürbittend> flehte und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und mein Gnadenflehen vor dem Angesicht Jahwehs, meines Gottes, hinlegte für den heiligen Berg meines Gottes,
21während ich noch im Gebet redete, da gelangte der Mann Gabriel, den ich am Anfang in dem Gesicht, als ich ganz ermattet war, gesehen hatte, um die Zeit des Abendopfers zu mir.
22Und er gab Verständnis9 und redete mit mir; er sagte: "Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, dir Einsicht zu verleihen10.
23Im Anfang deines Gnadenflehens erging ein Wort; und ich selbst bin gekommen, dir Mitteilung zu geben, denn du bist eine Kostbarkeit11. So achte auf das Wort und verstehe das Geschaute!
24Siebzig Wochen12 sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt13, um die Abtrünnigkeit zu verschließen und die Sünde zu versiegeln14 und die Schuld zu sühnen und ewige Gerechtigkeit zu bringen und Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein Heiliges der Heiligen15 zu salben.
25So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Führer, sind sieben Wochen.16 °Und zweiundsechzig Wochen wird wiederhergestellt und gebaut werden, Platz und Graben17, und zwar in Bedrängnis der Zeiten.
26Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet, und für es18 wird keiner [da] sein19. Und die Stadt und das Heilige - verderben wird sie das Volk eines Führers, welcher kommt, und sein Ende ist in der Überflutung. Und bis zum Ende ist Krieg, ein beschlossenes <Maß> an Verwüstungen20.
27Und stark machen wird er einen Bund den Vielen21, eine Woche lang. Und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer22 aufhören lassen23. Und über den Flügeln der Gräuel24 wird ein Verwüster sein, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes sich auf den Verwüstenden25 ergießt."
Fußnoten
- 1 o.: vollzumachen; vgl. Jer 25,11; 29,10.
- 2 und Treue
- 3 D. i. ein Bundesvertrag, bei dem über den Vertragsbrecher ein Fluch bzw. eine Beschwörung ausgesprochen wird.
- 4 o.: bestätigt; erfüllt
- 5 o.: einsichtsvoll auf die Wahrheit achtgegeben hätten.
- 6 o.: dem Berg deines Heiligen (d. h.: deines Heiligtums); so a. V. 20.
- 7 o.: über der dein Name genannt worden ist; i. S. v.: die nach deinem Namen benannt ist (und dir gehört); so a. i. Folg.
- 8 eigtl.: Mein Herr (o.: Gebieter); so bei allen Vorkommen des Namens Adonai.
- 9 und Aufklärung
- 10 und dich zu unterweisen.
- 11 o.: ein Hochgeschätzter.
- 12 eigtl.: Siebenheiten (ein Wortspiel im Vgl. m. den 70 Jahren von 9,2); hier i. S. v. Jahrwochen; vgl. Dan 8,14; 9,27; 12,11.
- 13 o.: die Stadt deines Heiligen (i. S. v.: deines Heiligtums)
- 14 d. h.: zum Abschluss zu bringen
- 15 o.: ein Heiliges der heiligen Dinge (o. Bereiche); ein Allerheiligstes
- 16 Der Zusammenhang verlangt einen Punkt. Würde man ein Komma setzen und erst nach dem Gefüge "und 62 Wochen" einen Punkt, entstünden aus den drei Abschnitten (7; 62; 1) zwei, und der erste (die "sieben Wochen") wäre ohne Bezug und Endpunkt.
- 17 o.: Plätze (bzw.: Straßen) und Wälle (im Heb. kollektive Einzahl)
- 18 d. i.: für das Volk; o.: für das Heilige
- 19 o.: es wird keinen haben.
- 20 o.: Verwüstungen sind fest beschlossen.
- 21 and.: Und schwer machen wird er den Bund (i. S. v.: die Ausübung der Bundesverpflichtung) den Vielen
- 22 o.: [Opfer]gabe
- 23 o.: ruhen machen; vgl. Dan 11,31.
- 24 d. h.: über den gräuelhaften Flügeln; o.: auf Gräuelflügeln (im Heb. kollektive Einzahl)
- 25 o.: auf den Verwüster; das Wort ist (wie Dan 8,13) aktiv aufzufassen (nicht: "auf das Verwüstete").