Neues Testament
Markus Kapitel 13
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und als er aus der Tempelstätte hinausgeht, sagt einer seiner Jünger zu ihm: "Lehrer, sieh! Was für Steine und was für Bauwerke!"
2Und Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Siehst du diese großen Bauwerke an? Keinesfalls wird gelassen werden Stein auf Stein, der nicht abgebrochen wird."
3Und als er am Berg der Olivenbäume saß, der Tempelstätte gegenüber, fragten ihn, [als sie] für sich alleine [waren], Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas:
4"Sage uns: Wann wird das sein? Und was ist das Zeichen, wann dieses alles im Begriff ist, vollendet zu werden?"
5Jesus antwortete ihnen und begann zu reden: "Seht <stets> zu, dass nicht jemand euch irreführe,
6denn viele werden kommen <unter Berufung> auf meinen Namen1 und sagen: 'Ich bin's!' Und sie werden viele irreführen.
7Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, seid nicht beunruhigt2, denn es muss geschehen. Jedoch [ist es] noch nicht das Ende,
8denn es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich. Und es werden Beben sein an <verschiedenen> Orten, und Hungersnöte werden sein und Störungen3. Diese Dinge sind die Anfänge der Wehen.
9Aber ihr, seht euch <stets vor>, denn sie werden euch an Hohe Räte* ausliefern und an Synagogen, und ihr werdet geschlagen werden. Und ihr werdet vor Statthalter und Könige gestellt werden meinetwegen, ihnen zu einem Zeugnis.
10Und allen Völkern muss zuerst die gute Botschaft verkündet werden.
11Wenn sie euch aber hinführen, um euch auszuliefern, seid nicht im Voraus in Sorge, was ihr reden sollt. Widmet dem nicht eure Aufmerksamkeit, sondern was immer euch in jener Stunde gegeben wird, das redet, denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.
12Es wird der Bruder den Bruder zum Tode ausliefern und der Vater das Kind. Und Kinder werden gegen Eltern aufstehen und sie zu Tode bringen.
13Und ihr werdet gehasst sein bei allen wegen meines Namens. Aber der, der bis zum Ende Ausdauer bewahrt haben wird, der wird gerettet werden.
14Aber wenn ihr den Gräuel der Verwüstung4, von dem von Daniel, dem Propheten, geredet wurde, werdet hingestellt5 sehen, wo er nicht [stehen] sollte - wer liest, bedenke es -, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen.
15Der, der auf dem Dach [ist], steige nicht hinab in das Haus, gehe auch nicht hinein, etwas aus seinem Haus zu holen.
16Und der, der ins Feld [gegangen] ist, kehre nicht um, sein Oberkleid zu holen.
17Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!
18Betet6, dass7 eure Flucht nicht im Winter geschehe,
19denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, eine solche, die seit Anfang der Schöpfung, die Gott schuf, bis jetzt nicht geschehen ist und keinesfalls geschehen wird.
20Und wenn der Herr die Tage nicht kurz machen8 würde, würde kein Fleisch gerettet. Jedoch der Erwählten wegen, die er erwählte, machte er die Tage kurz.
21Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Siehe! Hier ist der Gesalbte!' oder: 'Siehe! Dort!', glaubt es nicht,
22denn es werden falsche Gesalbte9 und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder darbieten, um irrezuführen, wenn möglich, auch die Erwählten.
23Ihr aber, seht euch <stets vor>! Siehe! Ich habe euch alles zuvor gesagt.
24Jedoch in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben,
25und die Sterne des Himmels werden herabfallen, und die Kräfte in den Himmeln werden ins Wanken versetzt werden.
26Und dann werden sie10 den Sohn des Menschen sehen, kommend in Wolken mit viel Kraft und Herrlichkeit.
27Und dann wird er seine Boten senden, und er wird seine Erwählten versammeln von den vier Winden11, vom Ende12 der Erde bis zum Ende des Himmels.
28Von dem Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, merkt ihr, dass der Sommer nahe ist.
29So merkt13 auch ihr, sobald ihr dieses geschehen seht, dass es14 nahe vor den Türen ist.
30Wahrlich! Ich sage euch: Auf keinen Fall wird dieses Geschlecht15 vergehen16, bis dieses alles geschehen sein wird.
31Der Himmel und die Erde17 werden vergehen, aber meine Worte vergehen auf keinen Fall18.
32Aber um jenen Tag und die Stunde weiß niemand - auch nicht die Boten, die im Himmel sind, auch nicht der Sohn - außer dem Vater.
33Seht euch <stets vor>! Wacht <stets> und betet <immerfort>, denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt ist.
34[Es ist] wie ein Mensch, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen leibeigenen Knechten die Vollmacht gab und einem jeden seine Tätigkeit [zuwies] und dem Türhüter gebot, dass er wache.
35Wacht also <stets>, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob abends oder um Mitternacht oder um den Hahnenschrei19 oder frühmorgens20,
36damit er nicht <etwa>, sollte er plötzlich kommen, euch schlafend finde.
37Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht <immerfort>!"
2Und Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Siehst du diese großen Bauwerke an? Keinesfalls wird gelassen werden Stein auf Stein, der nicht abgebrochen wird."
3Und als er am Berg der Olivenbäume saß, der Tempelstätte gegenüber, fragten ihn, [als sie] für sich alleine [waren], Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas:
4"Sage uns: Wann wird das sein? Und was ist das Zeichen, wann dieses alles im Begriff ist, vollendet zu werden?"
5Jesus antwortete ihnen und begann zu reden: "Seht <stets> zu, dass nicht jemand euch irreführe,
6denn viele werden kommen <unter Berufung> auf meinen Namen1 und sagen: 'Ich bin's!' Und sie werden viele irreführen.
7Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, seid nicht beunruhigt2, denn es muss geschehen. Jedoch [ist es] noch nicht das Ende,
8denn es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich. Und es werden Beben sein an <verschiedenen> Orten, und Hungersnöte werden sein und Störungen3. Diese Dinge sind die Anfänge der Wehen.
9Aber ihr, seht euch <stets vor>, denn sie werden euch an Hohe Räte* ausliefern und an Synagogen, und ihr werdet geschlagen werden. Und ihr werdet vor Statthalter und Könige gestellt werden meinetwegen, ihnen zu einem Zeugnis.
10Und allen Völkern muss zuerst die gute Botschaft verkündet werden.
11Wenn sie euch aber hinführen, um euch auszuliefern, seid nicht im Voraus in Sorge, was ihr reden sollt. Widmet dem nicht eure Aufmerksamkeit, sondern was immer euch in jener Stunde gegeben wird, das redet, denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.
12Es wird der Bruder den Bruder zum Tode ausliefern und der Vater das Kind. Und Kinder werden gegen Eltern aufstehen und sie zu Tode bringen.
13Und ihr werdet gehasst sein bei allen wegen meines Namens. Aber der, der bis zum Ende Ausdauer bewahrt haben wird, der wird gerettet werden.
14Aber wenn ihr den Gräuel der Verwüstung4, von dem von Daniel, dem Propheten, geredet wurde, werdet hingestellt5 sehen, wo er nicht [stehen] sollte - wer liest, bedenke es -, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen.
15Der, der auf dem Dach [ist], steige nicht hinab in das Haus, gehe auch nicht hinein, etwas aus seinem Haus zu holen.
16Und der, der ins Feld [gegangen] ist, kehre nicht um, sein Oberkleid zu holen.
17Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!
18Betet6, dass7 eure Flucht nicht im Winter geschehe,
19denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, eine solche, die seit Anfang der Schöpfung, die Gott schuf, bis jetzt nicht geschehen ist und keinesfalls geschehen wird.
20Und wenn der Herr die Tage nicht kurz machen8 würde, würde kein Fleisch gerettet. Jedoch der Erwählten wegen, die er erwählte, machte er die Tage kurz.
21Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Siehe! Hier ist der Gesalbte!' oder: 'Siehe! Dort!', glaubt es nicht,
22denn es werden falsche Gesalbte9 und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder darbieten, um irrezuführen, wenn möglich, auch die Erwählten.
23Ihr aber, seht euch <stets vor>! Siehe! Ich habe euch alles zuvor gesagt.
24Jedoch in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben,
25und die Sterne des Himmels werden herabfallen, und die Kräfte in den Himmeln werden ins Wanken versetzt werden.
26Und dann werden sie10 den Sohn des Menschen sehen, kommend in Wolken mit viel Kraft und Herrlichkeit.
27Und dann wird er seine Boten senden, und er wird seine Erwählten versammeln von den vier Winden11, vom Ende12 der Erde bis zum Ende des Himmels.
28Von dem Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, merkt ihr, dass der Sommer nahe ist.
29So merkt13 auch ihr, sobald ihr dieses geschehen seht, dass es14 nahe vor den Türen ist.
30Wahrlich! Ich sage euch: Auf keinen Fall wird dieses Geschlecht15 vergehen16, bis dieses alles geschehen sein wird.
31Der Himmel und die Erde17 werden vergehen, aber meine Worte vergehen auf keinen Fall18.
32Aber um jenen Tag und die Stunde weiß niemand - auch nicht die Boten, die im Himmel sind, auch nicht der Sohn - außer dem Vater.
33Seht euch <stets vor>! Wacht <stets> und betet <immerfort>, denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt ist.
34[Es ist] wie ein Mensch, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen leibeigenen Knechten die Vollmacht gab und einem jeden seine Tätigkeit [zuwies] und dem Türhüter gebot, dass er wache.
35Wacht also <stets>, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob abends oder um Mitternacht oder um den Hahnenschrei19 oder frühmorgens20,
36damit er nicht <etwa>, sollte er plötzlich kommen, euch schlafend finde.
37Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht <immerfort>!"
Fußnoten
- 1 o.: werden kommen mit meinem Namen
- 2 o.: lasst euch nicht aus der Fassung bringen
- 3 d. h.: Störungen der gewohnten Ordnung; o.: Bestürzungen; Beunruhigungen.
- 4 o.: die verwüstende Abscheulichkeit
- 5 Der t. r. hat für "hingestellt" ein sächliches Partizip (hestos), der Byz. T. ein männliches (hestoos). Manche Hss (Sinaiticus, Vaticanus u.a.) haben ein männliches Partizip im Akkusativ (hesteekota). Das männliche Partizip könnte anzeigen, das durch to bdelügma tees ereemooseoos Bezeichnete als personhaft zu verstehen (BDR §134-6)". Vgl. Haubeck u. von Siebenthal, Neuer sprachlicher Schlüssel, z. St.) "Personhaft" bed. entweder eine einzelne Person oder eine Schar von Personen, z. B. ein Heer (vgl. die Parallele bei Lk 21,20).
- 6 o.: Betet <fortwährend>; o.: betet <inständig>; gr. Impf. zur Andeutung von andauernder Handlung bzw. von Nachdrücklichkeit.
- 7 o.: dahingehend, dass
- 8 o.: kurz halten; d. h.: von Vornherein bestimmen, dass sie nur von kurzer Dauer sein sollen.
- 9 o.: Christusse; o.: Messiasse
- 10 o.: wird man
- 11 d. h.: Windrichtungen
- 12 o.: [fernen] Rand
- 13 Das Zeitwort kann auch als Imperativ aufgefasst werden.
- 14 o.: er
- 15 D. i. jenes ehebrecherische Geschlecht der jüdischen Zeitgenossen Jesu; s. Üsgsk. zu Mt 24,34.
- 16 eigtl.: vergangen sein
- 17 o.: das Land; vgl. Jes 1,2; 51,6-8.
- 18 eigtl.: werden auf keinen Fall vergangen sein.
- 19 d. h.: zur Zeit der dritten Nachtwache; d. h.: zwischen 24 und 3 Uhr.
- 20 d. h. hier: zur Zeit der vierten Nachtwache; d. h.: zwischen 3 und 6 Uhr.