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Neues Testament

Markus Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und er sagte zu ihnen: "Wahrlich! Ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, welche keinesfalls den Tod schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes gesehen haben, gekommen in Kraft1."
2Und nach sechs Tagen nimmt Jesus Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie für sich allein auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt.
3Und seine Oberkleider wurden hell glänzend, sehr weiß, wie Schnee, derart, wie ein Walker2 auf der Erde nicht weiß machen kann.
4Und es erschien ihnen Elia, zusammen mit Mose, und sie waren im Gespräch mit Jesus.
5Und Petrus antwortet*, und er sagt zu Jesus: "Rabbi, es ist schön für uns, hier zu sein", und: "Wir wollen drei Zelthütten machen, eine für dich und eine für Mose und eine für Elia."
6Er wusste nämlich nicht, was er reden sollte, denn sie waren voll Furcht3.
7Und es kam eine Wolke auf4, die sie überschattete. Und es kam eine Stimme aus der Wolke: "Dieser ist mein geliebter Sohn. Hört <stets> auf ihn!"
8Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemanden mehr, sondern nur Jesus allein bei ihnen.
9Und als sie vom Berg herabstiegen, gab er ihnen strenge Weisung, dass sie niemandem erzählen sollten, was sie gesehen hatten - erst [dann], wenn der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden sei.
10Und sie hielten das Wort fest und disputierten miteinander, was das heiße: "von den Toten auferstehen".
11Und sie fragten ihn und sagten: "Die Schriftgelehrten sagen, dass Elia zuerst kommen müsse."
12Er antwortete und sagte zu ihnen: "In der Tat, Elia kommt zuerst und stellt alle Dinge wieder her. Und wie ist geschrieben in Bezug auf den Sohn des Menschen? Dass er vieles leiden und für nichts geachtet werden soll.
13Jedoch sage ich euch, dass auch Elia gekommen ist, und sie taten ihm, was immer sie wollten, so wie über ihn geschrieben ist."
14Und als er zu den Jüngern kam, sah er eine zahlreiche Menge um sie her und Schriftgelehrte, wie sie mit ihnen disputierten.
15Und die ganze Menge sah ihn sogleich und wurde in außerordentliches Staunen versetzt. Und sie liefen herbei und begrüßten ihn.
16Und er fragte die Schriftgelehrten: "Worüber disputiert ihr mit ihnen?"
17Einer aus der Menge antwortete: "Lehrer", sagte er, "ich brachte meinen Sohn zu dir. Er hat einen stummen Geist.
18Und wo immer er ihn erfasst, zerrt er ihn [zu Boden]. Und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen. Und er wird dürr5. Und ich sagte deinen Jüngern, dass sie ihn austreiben sollten, und sie vermochten es nicht."
19Er gibt ihm zur Antwort*: "O ungläubiges Geschlecht! Bis wann soll6 ich bei euch7 sein? Bis wann soll8 ich euch ertragen? - Bringt ihn zu mir."
20Und sie brachten ihn hin zu ihm. Und als der Geist ihn sah, zerrte er ihn9 sogleich. Und er fiel zur Erde, und schäumend wälzte er sich.
21Und er befragte dessen Vater: "Wie lange Zeit ist es, dass ihm dieses geschehen ist?" Er sagte: "Von Kindheit an.
22Und auch warf er ihn oft ins Feuer, auch ins Wasser, um ihn umzubringen. Jedoch wenn du etwas kannst, habe Erbarmen mit uns und hilf uns!"
23Jesus sagte zu ihm: "Das 'Wenn du [etwas] kannst'! - Zu glauben10 [gilt es]! Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt11."
24Und sogleich rief der Vater des Kindes <laut> mit Tränen und sagte: "Ich glaube12, Herr! Hilf meinem Unglauben!"13
25Als Jesus sah, dass eine Menge zusammenlief, schalt er den unreinen Geist und sagte zu ihm: "Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir: Fahre aus von ihm! Und fahre nicht mehr in ihn hinein!"
26Und er schrie und zerrte ihn viel14 und fuhr aus. Und er wurde wie ein Toter, sodass viele sagten: "Er ist gestorben."
27Aber Jesus griff ihn bei der Hand und richtete ihn auf. Und er stand auf.
28Und als er in ein Haus gegangen war, befragten ihn seine Jünger für sich allein: "Dass wir ihn nicht austreiben konnten?"
29Und er sagte zu ihnen: "Diese Art kann durch nichts ausfahren als nur durch Gebet und Fasten15."
30Und sie gingen von dort weg und zogen <auf Nebenwegen> durch Galiläa. Und er wollte nicht, dass es jemand erfahre,
31denn er lehrte seine Jünger. Und er sagte zu ihnen: "Der Sohn des Menschen wird in Menschenhände ausgeliefert, und sie werden ihn töten. Und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen."
32Aber das Wort*, <das er sprach>, war ihnen fremd16, und sie fürchteten sich17, ihn zu fragen.
33Und er kam nach Kapernaum, [in den Ort] hinein. Und als er im Haus angelangt war, fragte er sie: "Was <überlegtet und> bespracht ihr unterwegs miteinander?"
34Aber sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg untereinander diskutiert, wer der Größere sei.
35Und er setzte sich und rief die Zwölf, und er sagt zu ihnen: "Wenn jemand Erster sein will, soll er Letzter von allen und ein Diener aller sein."
36Und er nahm ein kleines Kind und stellte es in ihre Mitte; und er nahm es in die Arme und sagte zu ihnen:
37"Wer immer eines von solchen18 Kindlein aufnimmt auf meinen Namen hin19, nimmt mich auf. Und wer irgend mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich sandte."
38Johannes antwortete ihm: "Lehrer", sagte er, "wir sahen jemanden, der uns nicht folgt, kraft deines Namens Dämonen austreiben, und wir wehrten ihm, weil er nicht uns folgt."
39Aber Jesus sagte: "Wehrt ihm nicht, denn es gibt nicht einen, der aufgrund meines Namens20 eine Krafttat tun und bald [darauf] schlecht von mir reden können wird,
40denn wer nicht gegen euch21 ist, ist für euch;
41denn wer immer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt kraft meines Namens, weil ihr des Christus22 seid - wahrlich - ich sage euch: Er wird seinen Lohn keineswegs verlieren.
42Und wer immer einem der Kleinen, die an mich glauben, einen Fallstrick legt23, <einen Anlass zum Anstoßen und Fallen gibt>, für den wäre es von Vorteil24, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
43Und wenn deine Hand dir Anlass zum Fallen gibt, haue sie ab. Es ist besser für dich25, als Krüppel in das Leben einzugehen, als mit den zwei Händen weg in die Hölle* zu gehen, in das unlöschbare Feuer,
44wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
45Und wenn dein Fuß dir Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, haue ihn ab. Es ist besser für dich, als Lahmer26 in das Leben einzugehen, als mit den zwei Füßen in die Hölle* geworfen zu werden, in das unlöschbare Feuer,
46wo27 ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
47Und wenn dein Auge dir Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, wirf es weg. Es ist besser für dich, einäugig in das Königreich Gottes einzugehen, als mit zwei Augen in die Feuerhölle* geworfen zu werden,
48wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
49Jeder wird nämlich mit Feuer gesalzen werden, und28 jedes Opfer wird mit Salz gesalzen werden.
50Das Salz ist trefflich. Wenn das Salz aber salzlos geworden ist, womit werdet ihr es würzen?29 Habt <stets> Salz in euch selbst30 und haltet <immerzu> Frieden untereinander!"

Fußnoten

  1. 1 o.: bis sie das in Kraft gekommene Königreich Gottes gesehen haben.
  2. 2 o.: Bleicher; das gr. Wort bezeichnet einen Handwerker im Altertum, der Stoffe walkte (Tuchfasern miteinander verfilzte), reinigte und bleichte.
  3. 3 eigtl.: außer [sich vor] Furcht.
  4. 4 eigtl.: es geschah eine Wolke
  5. 5 o.: abgezehrt; doch in diesem Zusammenhang, wo momentane Phänomene genannt werden, könnte es auch bedeuten: "Er wird wie ein dürrer Stock", d. h.: starr.
  6. 6 eigtl.: werde; das Futur wird vmtl. i. S. e. Gebotes verstanden; so a. i. Folg.
  7. 7 o.: bei euch <und euch zugewandt>
  8. 8 eigtl.: werde
  9. 9 o.: schüttelte ihn (d. h.: den Sohn) in Krämpfen
  10. 10 d. h.: Zu vertrauen
  11. 11 o.: dem Vertrauenden.
  12. 12 o.: vertraue
  13. 13 o.: Komm meinem Unglauben [wohl i. S. v.: meinem Mangel an Vertrauen] zu Hilfe!
  14. 14 o.: schüttelte ihn heftig in Krämpfen
  15. 15 Die Wörter "und Fasten" werden von allen gr. Hss außer drei (dem Sinaiticus, dem Vaticanus und der Majuskel-Hss 274 aus dem 5. Jhdt.) bezeugt - einschließlich vom Chester Beatty-Papyrus P45 aus dem 3. Jhdt. und von den alten lat., syr. und kopt. Übersetzungen.
  16. 16 eigtl.: kannten sie nicht
  17. 17 o.: fürchteten sich <für längere Zeit>; gr. Impf.
  18. 18 o.: ein so geartetes
  19. 19 o.: aufgrund meines Namens
  20. 20 o.: unter Anrufung meines Namens; o.: unter Berufung auf meinen Namen
  21. 21 so die überwiegende Mehrheit der gr. Hss sowie die bekannten syrischen und ein Teil der bohairischen Übersetzungen. (Eine Reihe alter Hss sowie die kopt. Übersetzungen und die sinaitisch-syrische bezeugen: "wer nicht gegen uns ist, ist für uns".)
  22. 22 gr. christos, heb.: maschiach, der Messias; gemeint ist der im AT geweissagte, gesalbte (d. h.: mit dem göttlichen Geist begabte) Priesterkönig (Ps 2,2; 110,1.4).
  23. 23 o.: zu einem Fallstrick wird
  24. 24 o.: trefflicher
  25. 25 eigtl.: Es ist dir trefflich; so a. i. V. 45.46
  26. 26 o.: körperlich behinderter
  27. 27 Die Verse 44 und 46 werden von mehr als 95% der gr. Hss bezeugt. (Eine Reihe alter Hss sowie die kopt. Übersetzungen und die sinaitisch-syrische haben "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" beide Male nicht.)
  28. 28 Der Satzteil "und jedes Opfer wird mit Salz gesalzen werden" ist von mehr als 95% der gr. Hss bezeugt.
  29. 29 d. h.: womit werdet ihr ihm die Würze wieder geben?
  30. 30 o.: unter euch; untereinander