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Neues Testament

Markus Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und er ging wieder in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, bei dem die Hand verdorrt war.
2Und sie beobachteten ihn, ob er ihn am Sabbat heilen werde, damit sie ihn anklagen könnten.
3Und er sagt zu dem Menschen, bei dem die Hand verdorrt war: "Stehe auf [und komm] in die Mitte!"
4Und er sagt zu ihnen: "Ist es gestattet, am Sabbat Gutes zu tun oder Übles zu tun, eine Seele1 zu retten oder zu töten?" Aber sie schwiegen.
5Und er blickte auf sie umher mit Zorn <und mit Mitleid>, tief betrübt über die Verhärtung ihres Herzens. Und er sagt zu dem Menschen: "Strecke deine Hand aus!" Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere.
6Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten sogleich mit den Herodianern Rat gegen ihn, auf dass sie ihn umbrächten.
7Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern zurück zum See hin. Und sie folgten ihm von Galiläa und von Judäa, eine große Anzahl,
8und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordans. Auch die um Tyrus und Sidon, eine große Anzahl, kamen hin zu ihm, als sie hörten, was er alles tat.
9Und er sagte seinen Jüngern, dass ein Boot für ihn bereitgehalten werden möge - wegen der Menge, damit sie ihn nicht drängten,
10denn er heilte viele, sodass alle, die Plagen hatten, über ihn herfielen, damit sie ihn anrührten.
11Und wenn die unreinen Geister ihn erblickten, fielen sie vor ihm nieder und schrien und sagten: "Du bist der Sohn Gottes!"
12Und vielfach redete er ihnen mit allem Ernst zu, ihn nicht offenbar zu machen.
13Und er steigt den Berg hinan und ruft zu sich die, die er selbst wollte2. Und sie lösten sich <von> [den anderen und] gingen hin zu ihm.
14Und er bestellte3 zwölf, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu verkünden
15und Vollmacht zu haben, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben:
16Und er legte dem Simon den Namen Petrus bei.
17Und Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, [bestellte er ebenfalls] und legte ihnen die Namen "Boanerges" bei (das ist: 'Söhne des Donners'); -
18und Andreas und Philippus und Bartholomäus4 und Matthäus und Thomas und Jakobus, den [Sohn] des Alphäus5, und Thaddäus und Simon, den Kananiter6,
19und Judas Iskariot7, der ihn auch auslieferte.
20Und sie kommen in ein Haus. Und wieder kommt eine Menge zusammen, sodass sie nicht einmal Brot essen können.
21Und als seine Leute8 es hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen9, denn sie sagten10: "Er ist außer sich."
22Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: "Er hat den Be-elzebul" und: "Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus."
23Und er rief sie zu sich, und in Gleichnissen sagte er zu ihnen: "Wie kann ein Satan11 einen Satan austreiben?
24Und wenn ein Königreich gegen sich selbst entzweit ist, kann jenes Königreich nicht bestehen.
25Und wenn ein Haus gegen sich selbst entzweit ist, kann jenes Haus nicht bestehen.
26Und wenn der Satan gegen sich selbst aufgestanden und entzweit ist, kann er nicht bestehen, sondern er hat ein Ende.
27Keiner kann in das Haus des Starken hineingehen und seine Sachen rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gebunden hat. Dann erst wird er sein Haus berauben12.
28Wahrlich! Ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden, auch Lästerungen, welche immer sie lästern werden.
29Aber wer irgend gegen den Heiligen Geist lästert13, hat keine Vergebung in Ewigkeit14, sondern ist ewigen Gerichtes schuldig."
30- weil sie gesagt hatten: "Er hat einen unreinen Geist."
31Daraufhin kommen seine Brüder und seine Mutter; und sie standen draußen, sandten zu ihm und riefen ihn15.
32Und es saß eine Menge rings um ihn. Sie sagten zu ihm: "Siehe! Deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern16 draußen suchen dich."
33Er antwortete ihnen und sagte: "Wer ist 'meine Mutter' oder: 'meine Brüder'?"
34Und er blickt umher auf die, die im Kreise um ihn sitzen, und sagt: "Sieh! Meine Mutter und meine Brüder!
35- denn wer irgend den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und [meine] Mutter."

Fußnoten

  1. 1 d. h.: ein Leben
  2. 2 Hier steht im Gt. Imperfekt. Also: <für längere Zeit> wollte; bzw.: <seit längerer Zeit> wollte.
  3. 3 eigtl.: er machte
  4. 4 eigtl.: Bar-Tholomäus, bed.: Sohn des Tholomäus
  5. 5 eigtl.: den des Alphäus; ein Beispiel für den Gebrauch des Wesfalls zur Bezeichnung eines Bruders kennt man nicht: Siehe Godet zur Stelle.
  6. 6 vom aram.: kan'an, "Eiferer" (gr. dseelootees, Zelot, Lk. 6,15; Apg 1,13), nach Louw u. Nida (in: Bibleworks) einer, der sich für nationale Unabhängigkeit einsetzte; vielleicht: ein Mitglied einer jüd. Gruppierung, die aktiven Widerstand gegen die Römer leistete. In beiden Fällen wird das seine Vergangenheit betroffen haben.
  7. 7 wahrsch. vom Heb.: der Mann von Kerioth (bei Hebron)
  8. 8 eigtl.: die von bzw. neben ihm; in übertragenem Sinn aber auch mit der obigen Bedeutung.
  9. 9 o.: sich seiner zu bemächtigen; o.: ihm zu wehren
  10. 10 o.: man sagte
  11. 11 d. h.: "Gegner"; das Wort stammt aus dem Heb.
  12. 12 eigtl.: durchrauben; i. S. v. völlig ausrauben; gänzlich plündern.
  13. 13 o.: gelästert haben wird; die griech. Form des Zeitworts kann man so auffassen, dass hier im Rückblick, also vom Standpunkt der Ewigkeit aus, gesprochen wird. Vgl. Mt 12,32; Lk 12,10.
  14. 14 eigtl.: in die Weltzeit; d. h.: nie; vgl. Lk 12,10.
  15. 15 i. S. v.: [ließen] ihn rufen.
  16. 16 so n. dem Byz. T.; beim t. r. fehlt "und deine Schwestern".