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Neues Testament

Markus Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und wiederum fing er an zu lehren am See. Und es versammelte sich eine zahlreiche Menge zu ihm hin, sodass er in das Schiff stieg und auf dem See saß. Und die ganze Menge war auf dem Land, zum See hin <gewandt>.
2Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen. Und in seinem Lehren sagte er zu ihnen:
3"Hört zu! Siehe! Der Sämann ging aus zu säen.
4Und es geschah: Als er säte, fiel das eine an den Weg hin, und es kamen die Vögel und fraßen es auf.
5Anderes fiel auf das Felsige, wo es1 nicht viel Erde hatte. Und es ging sogleich auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
6Aber als die Sonne hochstieg, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
7Und anderes fiel in die Dornen. Und die Dornen wuchsen empor und erstickten es, und es gab nicht Frucht.
8Und anderes fiel in die edle Erde und gab Frucht: Es ging auf und wuchs und trug, eines dreißigfältig, eines sechzigfältig, eines hundertfältig."
9Und er sagte: "Wer Ohren zum Hören hat, höre2!"
10Als <es sich zutrug, dass> er für sich alleine war, befragten ihn die, die um ihn waren, zusammen mit den Zwölfen, um das Gleichnis.
11Und er sagte zu ihnen: "Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Königreiches Gottes zu kennen. Aber jenen, die draußen sind, geschieht alles in Gleichnissen3,
12damit sie 'sehend sehen und nicht wahrnehmen und hörend hören und nicht vernehmen4, damit sie nicht etwa umkehren' und ihnen die Sünden vergeben würden." {Vgl. Jes 6,9.10.}
13Und er sagt zu ihnen: "Wisst ihr nicht, [was] dieses Gleichnis [ist]? Und wie wollt ihr die Gleichnisse alle kennen5?
14Der Sämann sät das Wort.
15Diese sind die am Wegrand, wohin das Wort gesät wird. Und wenn sie es hören, kommt der Satan sogleich und nimmt das Wort weg, das in ihren Herzen gesät worden ist.
16Und gleicherweise sind diese, [bei denen] auf das Felsige gesät wird: die, wenn sie das Wort hören, es sogleich mit Freude aufnehmen
17und keine Wurzel in sich haben, sondern [nur] für beschränkte Zeit [da] sind; danach, wenn wegen des Wortes Bedrängnis oder Verfolgung entsteht, nehmen sie sogleich Anstoß <und stolpern>.
18Und diese sind die, [bei denen] in die Dornen gesät wird: die, die das Wort hören,
19und die Sorgen der Zeit* dieser <Welt>6 und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den sonstigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort und es wird fruchtlos.
20Und diese sind die, [bei denen] auf die edle Erde gesät worden ist: solche, die das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, einer dreißigfältig und einer sechzigfältig und einer hundertfältig."
21Und er sagte zu ihnen: "Kommt etwa die Lampe, damit sie unter ein Getreidegefäß7 oder unter das Bett gestellt werde?, nicht, damit sie auf den Leuchter gestellt werde?
22- denn es ist nicht etwas verborgen, was irgend nicht offenbar gemacht wird, noch wurde etwas geheim gehalten als nur, damit es an den Tag käme8.
23Wenn jemand Ohren zum Hören hat, höre er9!"
24Und er sagte zu ihnen: "Seht <stets darauf>, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden, und es wird euch hinzugefügt werden, euch, den Hörenden;
25denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat."
26Und er sagte: "Das Königreich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft
27und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt und schießt auf, er weiß selbst nicht, wie,
28denn von selbst trägt die Erde Frucht: zuerst Grashalm, danach Ähre, danach vollen Weizen in der Ähre.
29Wenn die Frucht sich darbietet, sendet er sogleich die Sichel, weil die Ernte da ist."
30Und er sagte: "Womit sollen wir das Königreich Gottes vergleichen? Oder in welchem Gleichnis sollen wir es gleichnishaft darstellen?
31[Es ist] wie mit einem Senfkorn, das, wenn es auf die Erde gesät wird, kleiner ist als alle Samen, die im Land sind.
32Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse, und es treibt große Zweige10, sodass sich die Vögel des Himmels in seinem Schatten niederlassen können."
33In vielen solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, so, wie sie es zu hören vermochten.
34Ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen. [Wenn sie] aber für sich allein [waren], löste er seinen Jüngern alles11 auf.
35Und als es an jenem Tag Abend geworden war, sagt er zu ihnen: "Lasst uns zum jenseitigen Ufer hinüberfahren."
36Und nachdem sie die Menge entlassen haben, nehmen sie ihn im Schiff mit sich, wie er war. Es waren auch andere Boote bei ihm12.
37Und es entsteht ein großer Sturmwind. Die Wellen schlugen <fortwährend> in das Schiff, sodass es schon dabei war, gefüllt zu werden.
38Und er war auf dem Heck, schlief auf dem Kopfkissen. Und sie wecken ihn ganz auf und sagen zu ihm: "Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?"
39Und als er ganz geweckt war, gebot er dem Wind nachdrücklich und sagte zu dem See: "Schweig! Verstumme!"13 Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille14.
40Und er sagte zu ihnen: "Was seid ihr so furchtsam? Wieso habt ihr nicht Glauben15?"
41Sie fürchteten sich mit großer Furcht und sagten zueinander: "Wer ist dieser dann, dass auch der Wind und der See ihm gehorchen?"

Fußnoten

  1. 1 d. h.: das Saatkorn
  2. 2 i. S. v.: höre immerfort; o.: höre intensiv
  3. 3 o.: wird alles in Gleichnissen zuteil.
  4. 4 und verstehen
  5. 5 i. S. v.: verstehen.
  6. 6 o.: die Sorgen dieser Weltzeit
  7. 7 gr. modion; d. i. ein Gefäß mit knapp 9 Litern Inhalt.
  8. 8 eigtl.: ins Offenbare käme.
  9. 9 i. S. v.: höre er immerfort; o.: höre er intensiv.
  10. 10 Es handelt sich um den Schwarzen Senf, eine einjährige Pflanze mit holzigem Stamm, die sehr schnell aufschießt und eine Höhe von 2,5 m bis 3 m erreicht.
  11. 11 d. h.: alles Vergleichende; alle Vergleichungen
  12. 12 d. h.: bei dem Schiff.
  13. 13 eigtl.: Werde stumm gemacht <und bleibe so>!
  14. 14 d. h.: eine See- und Windstille.
  15. 15 o.: Vertrauen