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Altes Testament

Nehemia Kapitel 13

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1An jenem Tag1 wurde vorgelesen im Buch Moses vor den Ohren des Volkes. Und man fand darin geschrieben, dass kein Ammoniter und Moabiter in die Versammlung Gottes kommen sollte ewiglich,
2weil sie den Söhnen Israels nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen waren und Bileam gegen sie angeheuert hatten, sie zu verfluchen; aber unser Gott hatte die Verfluchung in Segen umgewandelt.
3Und es geschah, als sie die Weisung hörten, da sonderten sie alles Mischvolk von Israel ab.
4Vorher aber hatte Eljaschib, der Priester, der über die Kammern des Hauses unseres Gottes gesetzt war, ein Verwandter Tobijas,
5diesem eine große Kammer gemacht. Und dort hatte man vordem die Speisopfer hineingegeben, den Weihrauch und die Geräte und den Zehnten vom Getreide, Most und Öl, die Gebühr2 für die Leviten und die Sänger und die Torwächter, und die Hebopfer der Priester.
6Bei alldem war ich aber nicht in Jerusalem gewesen, denn im zweiunddreißigsten Jahr Artahsastas, des Königs von Babel, war ich zum König zurückgekommen. Und nach Ablauf von [etlichen] Tagen hatte ich mir vom König [Zeit] ausgebeten,
7und als ich nach Jerusalem kam, bemerkte ich das Übel, das Eljaschib zugunsten von Tobija getan hatte, indem er ihm eine Kammer in den Höfen des Hauses Gottes gemacht hatte.
8Und es missfiel mir sehr. Und ich warf alle Hausgeräte Tobijas aus der Kammer hinaus.
9Und ich sprach3, und man reinigte die Kammern. Und ich brachte die Geräte des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch wieder zurück.
10Und ich erfuhr, dass die Anteile der Leviten nicht gegeben worden waren. Und die Leviten und Sänger, die das Werk tun sollten, waren davongelaufen, jeder auf sein Feld.
11Da stritt ich mit den Vorstehern4 und sagte: "Warum ist das Haus Gottes verlassen5 worden?" Und ich sammelte sie und wies ihnen [wieder] ihren Platz zu.
12Und ganz Juda brachte den Zehnten vom Getreide und Most und Öl zu den Vorratskammern.
13Und ich setzte als Schatzmeister über die Vorräte ein: Schelemja, den Priester, und Zadok, den Staatsschreiber, und Pedaja, von den Leviten, und ihnen zur Seite Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Mattanjas; denn sie galten als treu6, und ihnen oblag es, ihren Brüdern auszuteilen.
14Gedenke mir dessen, mein Gott, und lösche nicht aus <die Erweisungen> meiner Güte, die ich am Haus meines Gottes und an dessen Dienstaufgaben erwiesen habe!
15In jenen Tagen sah ich einige in Juda, die am Sabbat die Keltern traten und Garben einbrachten und auf Esel luden, und auch Wein, Trauben und Feigen und allerlei Last, und es am Sabbattag nach Jerusalem hereinbrachten. Und ich zeugte gegen sie, <verwarnte sie>, an dem Tag, als sie die Lebensmittel verkauften.
16Und [auch] die Tyrer saßen darin, brachten Fisch und allerlei Ware herein und verkauften sie am Sabbat den Söhnen Judas, und zwar in Jerusalem!
17Da stritt ich mit den Edlen von Juda und sagte zu ihnen: "Was ist das für eine üble Sache, die ihr da tut, dass ihr den Sabbattag entheiligt?
18Taten nicht eure Väter ebenso, sodass unser Gott über uns und über diese Stadt all dieses Unheil brachte? Und ihr fügt Zornglut über Israel hinzu, indem ihr den Sabbat entheiligt!"
19Und es geschah, sobald es in den Toren Jerusalems dunkel wurde, vor Sabbat<anbruch>, sagte ich, dass die Türen geschlossen werden sollten. Und ich sagte, dass man sie nicht öffnen sollte bis nach dem Sabbat. Und ich stellte [einige] von meinen Dienern an die Tore, damit nicht Last hereinkäme am Sabbattag.
20Da übernachteten die Händler und die Verkäufer von allerlei Ware draußen vor Jerusalem einmal und zweimal.
21Und ich bezeugte gegen sie, <verwarnte sie>, und sagte zu ihnen: "Warum übernachtet ihr vor der Mauer? Wenn ihr es nochmals tut, werde ich Hand an euch legen!" Von der Zeit an kamen sie am Sabbat nicht mehr.
22Und ich sagte den Leviten, dass sie sich reinigen und als Wächter an die Tore kommen sollten, damit der Sabbattag heilig gehalten würde. Auch dessen gedenke mir, mein Gott, und erbarme dich meiner7 nach der Größe deiner Güte8!
23Auch sah ich in jenen Tagen nach den Juden, die asdoditische, ammonitische, moabitische Frauen heimgeführt hatten.
24Und die Hälfte ihrer Kinder redete asdoditisch (und sie verstanden nicht judäisch zu reden) oder in der Sprache von irgendeinem Volk.
25Und ich stritt mit ihnen und verfluchte sie und schlug einige Männer von ihnen und raufte sie9. Und ich beschwor sie bei Gott: "Wenn ihr eure Töchter ihren Söhnen gebt und wenn ihr aus ihren Töchtern für eure Söhne und für euch [Frauen] nehmt ...!10
26Hat sich nicht Salomo, der König Israels, um ihretwillen versündigt? Und unter den vielen Völkern war kein König seinesgleichen, und er war von seinem Gott geliebt, und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel. Selbst ihn haben die ausländischen Frauen sündigen gemacht.
27Ist es da für euch nicht unerhört, dass ihr all dieses große Übel tut, gegen unseren Gott treulos zu handeln, indem ihr ausländische Frauen heimführt?"
28Und einer von den Söhnen Jojadas, des Sohnes Eljaschibs, des Hohen Priesters, war der Schwiegersohn des Horoniters Sanballat. Und den jagte ich von mir weg.
29Gedenke ihnen dessen11, mein Gott, wegen der Verunreinigungen des Priestertums und des Bundes des Priestertums und der Leviten!
30Und ich machte sie rein von allem Ausländischen. Und ich stellte Dienstordnungen auf <entsprechend den Obliegenheiten> für die Priester und für die Leviten, für jeden in seinem Dienst,
31auch für die Holzlieferung zu festgesetzten Zeiten und für die [Abgabe] der Erstlinge. Gedenke dessen12, mein Gott, mir zugut!

Fußnoten

  1. 1 d. h.: Zu jener Zeit
  2. 2 w.: das Gebotene
  3. 3 d. i.: ich gab Befehl
  4. 4 und zog sie zur Rechenschaft; so a. V. 17.25.
  5. 5 i. S. v.: vernachlässigt
  6. 6 und zuverlässig
  7. 7 o.: blicke mitleidig auf mich
  8. 8 und Treue; heb. chäsäd, die Bundesliebe und -treue.
  9. 9 d. h.: ihre Haare
  10. 10 D. i. eine Schwurformel.
  11. 11 o.: Erinnere dich daran, was sie betrifft
  12. 12 o.: und rechne es an