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Altes Testament

Nehemia Kapitel 5

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es entstand ein großes Geschrei des Volkes und ihrer Frauen gegen ihre judäischen Brüder.
2Und es gab [solche], die sagten: "Unsere Söhne und unsere Töchter, wir sind viele, und wir wollen Getreide erhalten, damit wir essen und leben!"
3Und es gab [solche], die sagten: "Wir müssen unsere Felder und unsere Weinberge und unsere Häuser verpfänden, damit wir in der Hungersnot Getreide erhalten."
4Und es gab [solche], die sagten: "Wir mussten Geld leihen für die Steuer des Königs auf unsere Felder und unsere Weinberge.
5Und nun, unser Fleisch ist wie das Fleisch unserer Brüder; unsere Söhne sind wie ihre Söhne. Und - siehe! - wir müssen unsere Söhne und unsere Töchter zu leibeigenen Knechten unterjochen; und manche von unseren Töchtern sind Unterjochte. Und nichts steht in der Macht unserer Hände; unsere Felder und unsere Weinberge gehören ja anderen."
6Und als ich ihr lautes Rufen und diese Worte hörte, entbrannte ich sehr1.
7Und mein Herz in mir ging mit sich zu Rate. Und ich stritt mit den Edlen und mit den Vorstehern und sagte zu ihnen: "Ihr treibt Wucher2, ein jeder an seinem Bruder!" Und ich brachte eine große versammelte Schar gegen sie zusammen
8und sagte zu ihnen: "Wir haben unsere Brüder, die Juden, die an die Völker3 verkauft waren, soweit es uns <möglich> war, losgekauft. Und ihr wollt sogar eure Brüder verkaufen; und sie müssen sich an uns verkaufen!" Da schwiegen sie und fanden keine Worte.
9Und ich sagte: "Nicht gut ist die Sache, die ihr da tut! Solltet ihr nicht in der Furcht unseres Gottes wandeln - angesichts des Schmähens der Völker, unserer Feinde?
10Aber auch ich, meine Brüder und meine Diener, wir haben ihnen Geld und Getreide geliehen. Erlassen wir ihnen doch diese Schuldforderung!
11Gebt ihnen doch gleich heute ihre Felder, ihre Weinberge, ihre Olivengärten und ihre Häuser zurück und [erlasst ihnen] den Hundertsten des Geldes und des Getreides, des Mosts und des Öls, das ihr ihnen <auf Zins> geliehen hattet."
12Und sie sagten: "Wir wollen es zurückgeben und nichts von ihnen fordern. Wir wollen so tun, wie du sagst." Und ich rief die Priester und ließ sie schwören, nach diesem Wort zu tun.
13Auch schüttelte ich meinen Gewandbausch aus und sagte: "So schüttle Gott einen jeden, der dieses Wort nicht hält, aus seinem Hause und aus seinem <erworbenen> Besitz hinaus; und so sei er ausgeschüttelt und leer!" Und die ganze Versammlung sagte: "Amen!"; und sie priesen Jahweh. Und das Volk tat nach diesem Wort.
14Auch noch von dem Tag an, da man mich eingesetzt4 hatte, im Land Juda ihr Statthalter zu sein, vom zwanzigsten Jahr bis zum zweiunddreißigsten Jahr des Königs Artahsasta, zwölf Jahre lang, habe ich nicht das Brot des Statthalters gegessen5, ich und meine Brüder.
15Die früheren Statthalter jedoch, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk belastet und Brot und Wein von ihnen genommen, danach vierzig Schekel Silber! Auch ihre Diener herrschten willkürlich6 über das Volk. Aber ich tat nicht so, aus Furcht vor Gott.
16Und auch am Werk dieser Mauer legte ich fest Hand an. Und Feld kauften wir keines. Und alle meine Diener waren dort zum Werk versammelt.
17Und die Juden, sowohl die Vorsteher, hundertfünfzig Mann, als auch die, die von den Völkern rings um uns herum zu uns kamen, waren an meinem Tisch;
18und was für einen jeden Tag zubereitet wurde, ein Rind, sechs erwählte Schafe und Geflügel, hat man mir zubereitet7 - und alle zehn Tage allerlei Wein in Fülle. Und dennoch habe ich nicht das Brot des Statthalters gefordert, denn der Dienst lastete schwer auf diesem Volk.
19Gedenke, mein Gott, mir zugut, alles dessen, was ich für dieses Volk getan habe!

Fußnoten

  1. 1 w.: wurde mir sehr heiß.
  2. 2 o.: Ihr fordert [Rückzahlung der] Schuld
  3. 3 o.: an die Heiden
  4. 4 und beauftragt
  5. 5 d. h.: verzichtete ich auf die Abgaben, die mir als Statthalter zustanden.
  6. 6 und eigenmächtig
  7. 7 i. S. v.: auf meine Kosten zubereitet