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Neues Testament

1. Korinther Kapitel 7

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Was die Punkte betrifft, [über] die ihr mir schriebt: Es ist gut für einen Mann*, eine Frau nicht zu berühren.
2Aber wegen der Unzucht habe jeder seine eigene Frau, und jede [Frau] habe [ihren] eigenen Mann.
3Der Mann leiste der Frau die schuldige Wohlgesinnung und die Frau gleicherweise dem Mann.
4Die Frau hat nicht Vollmacht über den eigenen Leib, sondern der Mann, und gleicherweise hat der Mann nicht Vollmacht über den eigenen Leib, sondern die Frau.
5Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft für eine bestimmte Zeit, damit ihr Muße zum Fasten und zum Beten habt und wieder zusammenkommt, damit der Satan euch nicht versuche wegen eurer Unenthaltsamkeit.
6Aber dieses sage ich als Zugeständnis, nicht als <ausdrücklichen> Befehl,
7denn ich wünsche, alle Menschen wären wie auch ich selbst. Jeder hat jedoch eine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
8Ich sage aber zu den Unverheirateten und den Witwen: Es ist für sie gut, wenn sie bleiben wie auch ich.
9Sind sie aber nicht ihrer selbst mächtig, sollen sie heiraten, denn es ist besser zu heiraten als zu glühen.
10Aber die Verheirateten weise ich an - nicht ich, sondern der Herr -, dass eine Frau sich nicht vom Mann trenne
11(wenn sie sich aber auch getrennt haben sollte, bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Mann), und dass der Mann die Frau nicht verlasse <oder verstoße>.
12Aber den anderen sage ich, nicht der Herr: Wenn etwa ein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, verlasse <oder verstoße> er sie nicht;
13und eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, und er ist einverstanden, bei ihr zu wohnen, verlasse <oder verstoße> ihn nicht;
14denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann. Im anderen Fall wären eure Kinder unrein. Nun aber sind sie heilig1.
15Wenn sich der Ungläubige aber trennt <und sich getrennt hält>, trenne er sich <und halte sich getrennt>; der Bruder oder die Schwester ist in solchen [Fällen] nicht <wie ein Leibeigener> gebunden - in Frieden hat uns Gott gerufen -,
16denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten wirst, oder was weißt du, Mann, ob du die Frau retten wirst?
17Nur, wie Gott einem jeden zuteilte, wie der Herr einen jeden gerufen hat, so wandle er. Und so ordne ich es in allen Gemeinden an.
18Wurde jemand als Beschnittener gerufen, werde er nicht "unbeschnitten". Wurde jemand in unbeschnittenem Zustand gerufen, lasse er sich nicht beschneiden.
19Beschnittensein ist nichts, und Unbeschnittensein ist nichts, sondern das Halten der Gebote Gottes.
20Jeder bleibe in dem Ruf2, in dem er gerufen wurde.
21Wurdest du als leibeigener Knecht gerufen? Lass es dich nicht kümmern. Hast du jedoch auch die Möglichkeit, frei zu werden, nutze sie lieber;
22denn der im Herrn gerufene Knecht3 ist ein Freigelassener des Herrn. Desgleichen auch ist der gerufene Freie ein leibeigener Knecht Christi.
23Ihr seid um einen Preis4 erkauft. Werdet nicht Knechte5 von Menschen.
24Jeder, worin er gerufen wurde, Brüder, darin bleibe er vor Gott.
25Was aber die Jungfrauen betrifft, habe ich nicht einen <ausdrücklichen> Befehl des Herrn. Ich gebe aber ein Urteil ab als einer, der vom Herrn die Barmherzigkeit erfuhr, treu zu sein.
26Ich halte dieses also für gut, wegen der bevorstehenden6 Not, dass es für einen Menschen gut ist, so zu sein:
27Bist du an eine Frau gebunden? Suche nicht, gelöst zu werden. Bist du von einer Frau gelöst? Suche nicht eine Frau.
28Wenn du aber auch geheiratet haben solltest, sündigtest du nicht. Und wenn die Jungfrau geheiratet haben sollte, sündigte sie nicht. Solche werden aber Bedrängnis <im> Fleisch haben. Ich verschone euch aber.7
29Dieses sage ich, Brüder: Die Zeit8 ist bemessen9. Für die noch bleibende gilt, dass auch die, die Frauen haben, wie solche seien, die keine haben,
30und die, die weinen, wie solche, die nicht weinen, und die, die sich freuen, wie solche, die sich nicht freuen, und die, die kaufen, wie solche, die nicht besitzen,
31und die, die diese Welt gebrauchen, wie solche, die nicht völligen Gebrauch [von ihr] machen, denn die Gestalt10 dieser Welt ist am Vergehen.
32Ich will aber, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete sorgt für die Dinge des Herrn, wie er dem Herrn gefalle.
33Aber der Verheiratete sorgt für die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle.
34Unterschiedlich sind die Frau und die Jungfrau: Die Unverheiratete sorgt für die Dinge des Herrn, damit sie heilig sei am Leib und auch am Geist. Aber die Verheiratete sorgt für die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefalle.
35Dieses sage ich aber zu eurem Nutzen, nicht, damit ich eine Schlinge über euch werfe, sondern um zu fördern, was sich geziemt, und [damit] ihr unabgelenkt für den Herrn da seid.
36Meint aber jemand, er handle ungeziemend an seiner Jungfrau, wenn sie über die Reife hinauskommt, und es so geschehen muss, der tue, was er will. Er sündigt nicht. Mögen sie heiraten.
37Aber der, der im Herzen fest steht und keine Notwendigkeit hat, aber Vollmacht über den eigenen Willen und dieses in seinem Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu behalten, der tut wohl.
38Somit tut auch der wohl, der [sie] °zur Ehe gibt. Aber der, der [sie] nicht °zur Ehe gibt, tut besser.
39Eine Frau ist gesetzlich gebunden, solange ihr Mann lebt. Aber wenn der Mann entschlief, ist sie frei, verheiratet zu werden mit wem sie will - nur im Herrn.
40Eine Seligere aber ist sie, nach meinem Urteil, wenn sie so bleibt. Aber auch ich meine, den Geist Gottes zu haben.

Fußnoten

  1. 1 Die Begriffe "geheiligt" und "heilig" werden hier im eigtl. Sinne des Wortes gebraucht, stehen im Kontrast zu "unrein".
  2. 2 Die weiteren Sätze machen klar, was der Apostel hiermit meint. Dort, wo der Ruf des Evangeliums zur Umkehr einen erreichte, hat man zunächst zu bleiben - ausgenommen natürlich Sünde. S. a. zu 1Kor 1,26.
  3. 3 eigtl.: leibeigene Knecht
  4. 4 i. S. v.: um einen hohen Preis
  5. 5 eigtl.: leibeigene Knechte
  6. 6 o.: vorhandenen
  7. 7 o. i. S. v.: Ich erspare euch das aber.
  8. 8 o.: Die Frist; o.: Die [von Gott] bestimmte Zeit
  9. 9 eigtl.: zusammengedrängt.
  10. 10 o.: das System; o.: das Schema; die Form