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Altes Testament

Prediger Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Für alles ist eine bestimmte Zeit; und es ist eine Zeit für jedes Anliegen unter den Himmeln:
2Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten,
3Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Niederreißen und Zeit fürs Aufbauen,
4Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit des Klagens1 und Zeit des Hüpfens,
5Zeit fürs Steinewerfen und Zeit des Steine-Auflesens, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs Fernbleiben vom Umarmen,
6Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren2, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Fortwerfen,
7Zeit fürs Zerreißen und Zeit fürs Nähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden,
8Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen, Zeit des Krieges und Zeit des Friedens.
9Welchen Gewinn hat da der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht?
10Ich sah das Geschäft, das Gott den Menschensöhnen gegeben hat, sich damit abzumühen.
11Alles hat er - zu seiner Zeit3 - schön4 gemacht. Auch hat er die Ewigkeit5 in ihr Herz gegeben. Nur dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, nicht vom Anfang bis zum Ende ergründet6.
12Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als nur sich zu freuen und <sich> in seinem Leben gütlich zu tun7;
13aber auch jeder Mensch, der isst und trinkt und <sich> Gutes ersieht in all seinem Mühen8 - das ist eine Gabe Gottes.
14Ich erkannte: Fürwahr, alles, was Gott tut, das wird für ewig sein: Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. Und Gott hat es getan, damit man sich vor ihm fürchte.
15Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen. Gott sucht das Entschwundene [wieder] hervor.
16Und ferner sah ich unter der Sonne die Stätte des Rechts9: dort war die Ehrfurchtslosigkeit10, und den Ort der Gerechtigkeit: dort war die Ehrfurchtslosigkeit.
17Ich, für mich, sagte in meinem Herzen: "Den Gerechten wie auch den Ehrfurchtslosen wird Gott richten, denn es gibt eine [festgesetzte] Zeit dort für jedes Vorhaben und für jedes Tun."
18Ich, für mich, sagte in meinem Herzen: "[Das ist] der Menschensöhne wegen, dass Gott sie prüfe11 - und dass man sehe, dass sie Vieh sind, sie für sich."
19Fürwahr, das Los der Menschensöhne und das Los des Viehs - sie haben ein <und dasselbe> Los: wie das Sterben des einen, so das Sterben des anderen. Und einen einzigen Odem12 haben sie alle. Und einen Vorzug des Menschen vor dem Tier gibt es nicht. Fürwahr, alles ist Nichtigkeit.
20Alles geht an einen Ort. Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt zum Staub zurück.
21Wer weiß vom Odem der Menschensöhne, ob er nach oben fährt, und vom Odem des Viehs, ob er nach unten fährt, zur Erde?
22Und ich sah, dass es nichts Besseres gibt, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun; denn das ist sein Teil. Denn wer könnte ihn dahin bringen, zu sehen, was nach ihm sein wird?

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: Trauerns
  2. 2 o.: Zeit, [etwas] verloren zu geben
  3. 3 auf seine bestimmte Zeit
  4. 4 o.: fein; trefflich
  5. 5 o.: die Fortdauer; das Immerwährende; viell. i. S. v.: ein auf die Ewigkeit hin Ausgerichtet-Sein
  6. 6 o.: herausfindet; erfasst (Grundbed.: finden, treffen)
  7. 7 o.: in seinem Leben Gutes zu tun
  8. 8 o.: in all seinem mühevoll Erarbeiteten
  9. 9 o.: der richterlichen Entscheidung
  10. 10 o.: Ruchlosigkeit; so a. i. Folg.
  11. 11 o.: läutere, o.: erforsche
  12. 12 o.: [Lebens]geist (ruach); so a. V. 21.