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Altes Testament

Prediger Kapitel 5

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Eile nicht mit deinem Mund und dein Herz haste nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen; denn Gott ist in den Himmeln, und du bist auf der Erde: Darum seien deine Worte wenige;
2denn bei vielem Geschäft kommen Träume und bei vielen Worten das Geschwätz des Toren1.
3Wenn du Gott ein Gelübde gelobst, sei nicht säumig, es zu bezahlen, denn an Toren hat man kein Gefallen. Was du gelobst, das bezahle!
4Besser, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht bezahlst.
5Gestatte deinem Mund nicht, dass er dein Fleisch sündigen macht2. Und sag nicht vor dem Boten3: Es war ein Versehen! Warum soll Gott über deine Stimme4 erzürnen und das Gemachte deiner Hände verderben?
6Denn bei vielen Träumen und Nichtigkeiten sind auch viele Worte. So denn, fürchte Gott!5
7Siehst du im Bezirk6 Bedrückung des Armen und Raub7 des Rechts und der Gerechtigkeit, wundere dich nicht über die Sache; denn ein Höherer wacht über dem8 Hohen, und Höhere sind über ihnen [beiden].
8Aber eines Landes Gewinn ist's bei alledem, wenn ein König für wohlbestelltes Feld sorgt9.
9Wer Geld liebt, wird Geldes nicht satt. Und wer Prunk liebt, dem ist es kein Gewinn. Auch das ist Nichtigkeit.
10Wenn <Hab und> Gut sich mehrt, mehren sich die, die davon zehren. Und welchen Gewinn hat dessen Besitzer, als dass seine Augen es ansehen?
11Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig isst oder viel; aber das Sattsein des Reichen lässt ihn nicht schlafen.
12Es gibt ein leidiges10 Übel, das ich unter der Sonne sah: Reichtum, aufbewahrt von seinem Besitzer zu seinem Unheil;
13und durch ein übles Geschäft11 geht jener Reichtum verloren. Und hat er einen Sohn gezeugt, so hat der nichts in seiner Hand.
14Wie er aus dem Schoß seiner Mutter hervorgegangen ist, wird er nackt wieder dahingehen, <so>, wie er gekommen ist; und für sein Mühen wird er nicht irgendetwas davontragen, das er in seiner Hand mitnehmen könnte.
15Und auch das ist ein schlimmes12 Übel: Ganz so, wie einer kam, wird er gehen. Und was für einen Gewinn hat er davon, dass er für den Wind sich abmüht?
16Auch isst er alle seine Tage im Finstern und hat viel Verdruss und hat seine Krankheit und hat den Ärger.
17Siehe, was ich, für mich, als gut, was ich als schön angesehen habe: dass einer esse und trinke und Gutes sehe in all seinem Mühen, worin er sich abmüht unter der Sonne, die Zahl der Tage seines Lebens, die Gott ihm gibt; denn das ist sein Teil.
18Auch jeder Mensch, dem Gott Reichtum und Güter gab und den er ermächtigt, davon zu genießen und seinen Anteil zu nehmen und sich zu freuen in seinem Mühen - das ist eine Gabe Gottes;
19denn dann denkt er nicht viel an die Tage seines Lebens, weil Gott ihm in der Freude seines Herzens beistimmt.

Fußnoten

  1. 1 o.: bei vielem Sich-Abmühen kommt es zu Träumen und bei vielen Worten zum Geschwätz des Toren.
  2. 2 o.: zum Sündigen veranlasst; o.: mit Sünde befleckt
  3. 3 näml.: vor dem Boten Gottes
  4. 4 i. S. v.: über die Äußerung deiner Stimme
  5. 5 o.: Ja, bei der Menge der Träume und Nichtigkeiten und vielen Worte: so fürchte denn Gott!
  6. 6 o.: in der Provinz; im Landgebiet
  7. 7 o.: Entziehung
  8. 8 und beobachtet den
  9. 9 o.: sich dem bebauten Feld widmet; d. h.: wenn ihm die Pflege des Ackerbaus ein besonderes Anliegen ist.
  10. 10 o.: krankhaftes
  11. 11 o.: durch eine unglückliche Begebenheit
  12. 12 und schmerzhaftes