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Altes Testament

Prediger Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Wer ist wie der Weise? Und wer versteht es, eine Sache zu deuten?1 Die Weisheit des Menschen wird sein Angesicht erhellen, und die Härte2 seines Angesichts wird sich ändern.
2Ich [sage]: Achte auf3 den Mund4 des Königs, und zwar wegen des Eides Gottes.
3Sei nicht voreilig, von ihm wegzugehen. Lass dich nicht ein in eine üble Sache, denn er kann alles tun, was ihm beliebt;
4hat doch das Wort des Königs Macht, und wer könnte zu ihm sagen: "Was tust du?"
5Wer das Gebot hält5, dem wird nichts Übles widerfahren6; und das Herz7 des Weisen weiß um die Zeit und die rechte Art8 -
6denn für jede Sache gibt es eine Zeit und eine rechte Art. Denn das Böse des Menschen ist groß über ihm9;
7denn er ist ohne Kenntnis von dem, was geschehen wird. Wer sollte ihm denn kundtun, wie es sein wird?
8Keinen Menschen gibt es, der Macht hat über den Wind10, den Wind zurückzuhalten; und keinen, der Macht hat über den Tag des Todes, und im Krieg gibt es keine Entlassung, und Ehrfurchtslosigkeit rettet den nicht, der sie übt11.
9Das alles sah ich, und zwar, indem ich mein Herz12 auf alles Tun richtete, das unter der Sonne getan wird, zu der Zeit, da der Mensch über den Menschen Macht ausübt - diesem zum Schaden13.
10Und dann sah ich Ehrfurchtslose, die begraben wurden; und sie gingen [zur Ruhe] ein. Diejenigen aber, die rechtschaffen14 gehandelt hatten, mussten von der heiligen Stätte weggehen und wurden in der Stadt vergessen. Auch das ist Nichtigkeit:
11dass das Strafurteil über die böse Tat nicht schnell vollzogen wird; darum wird das Herz der Menschensöhne in ihnen voll, Böses zu tun;
12dass der Sünder hundertfach Böses tut und [seine Tage] verlängert!, wenn ich, für mich, auch weiß, dass den Gottesfürchtigen Gutes zuteilwerden wird, [denen,] die sich vor seinem Angesicht fürchten;
13aber dem Ehrfurchtslosen wird es nicht gut ergehen, und er wird nicht die Tage - dem Schatten gleich - verlängern, [er,] der sich vor dem Angesicht Gottes nicht fürchtet.
14Es gibt eine Nichtigkeit, die auf der Erde getan wird: dass es Gerechte gibt, denen es gemäß dem Tun der Ehrfurchtslosen ergeht, und dass es Ehrfurchtslose gibt, denen es gemäß dem Tun der Gerechten ergeht. Ich sage, dass auch das Nichtigkeit ist.
15Und ich, für mich, preise die Freude: dass es für den Menschen nichts Besseres gibt unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen. Und das möge15 ihn begleiten in seinem Mühen, die Tage seines Lebens hindurch, die Gott ihm unter der Sonne gibt.
16Als ich mein Herz16 darauf richtete, Weisheit zu erkennen und das Geschäft zu besehen, das auf der Erde geschieht - denn man sieht in seinen Augen keinen Schlaf, weder bei Tag noch bei Nacht -,
17da sah ich an allem Tun Gottes, dass der Mensch nicht imstande ist, das Werk zu ergründen17, das unter der Sonne getan wird; wie sehr der Mensch sich auch abmüht, zu suchen, aber er ergründet es nicht. Und selbst wenn der Weise sagt, er würde es erkennen: Es zu ergründen, vermag er nicht.

Fußnoten

  1. 1 w.: Wer versteht die Deutung eines Wortes (o.: einer Sache)?
  2. 2 o.: die Strenge; Grundbed.: die Kraft
  3. 3 und befolge
  4. 4 i. S. v.: Befehl
  5. 5 und wahrt
  6. 6 o.: der lernt üble Sache nicht kennen; o.: der weiß von keiner bösen Sache.
  7. 7 o.: der Denksinn
  8. 8 d. h.: um die rechte Zeit und das rechte Verhalten (bzw.: die rechte Entscheidung); so a. V. 6.
  9. 9 i. S. v.: lastet schwer auf ihm.
  10. 10 o.: Geist; so a. i. Folg.
  11. 11 w.: Ehrfurchtslosigkeit rettet nicht ihren Herrn (o.: Inhaber).
  12. 12 d. i.: meinen Denksinn
  13. 13 und Unglück.
  14. 14 o.: redlich; recht
  15. 15 o.: soll; o.: wird
  16. 16 o.: meinen Denksinn
  17. 17 Grundbed.: finden; antreffen