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Neues Testament

Hebräer Kapitel 12

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Ja, so lasst denn also auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen haben, die uns umgibt, nach Ablegen alles Beschwerenden und der Sünde, die [einen] so leicht umstrickt, mit Ausdauer laufen in dem Wettkampf, der vor uns liegt,
2dabei hinwegsehen auf Jesus, des Glaubens Anführer und Vollender, der °für die Freude, die vor ihm lag, das Kreuz erduldete - die Schande hatte er verachtet; und er hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes;
3denn betrachtet wohl den, der so großes Widersprechen von Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und dabei in euren Seelen ermattet.
4In dem Ringen mit der Sünde habt ihr noch nicht bis aufs Blut widerstanden.
5Und ihr habt ganz vergessen den Aufruf, welchen er an euch richtet, <wenn er zu euch> als zu Söhnen spricht: "Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn; ermatte auch nicht1, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst,
6denn wen der Herr liebt, den nimmt er in Zucht, und er geißelt jeden Sohn, den er aufnimmt." {Spr 3,11.12 n. d. gr. Üsg.}
7[Was] ihr erduldet, [ist] zur Züchtigung.2 Gott behandelt euch wie Söhne, denn wer ist [der] Sohn, den der Vater nicht in Zucht nimmt3?
8Seid ihr aber ohne Züchtigung, derer sie alle Teilhabende geworden sind, dann seid ihr ja Uneheliche und nicht Söhne.
9Sodann hatten wir Väter unseres Fleisches, die uns züchtigten4, und wir erwiesen [ihnen] Achtung. Werden wir nicht viel mehr dem Vater der Geister untergeordnet sein5 und leben6?
10- denn jene freilich züchtigten [uns] für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, aber er [züchtigt uns] zum Nutzen: damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden.
11Alle Züchtigung scheint für die Gegenwart nicht Freude zu sein, sondern Betrübnis. Hernach liefert sie aber eine friedsame Frucht an Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt7 sind.
12Darum richtet die erschlafften Hände wieder auf und die ermatteten Knie
13und macht euren Füßen gerade Bahn, damit das Lahme nicht abgewandt, sondern vielmehr geheilt werde.
14Jagt mit allen dem Frieden nach, auch der Heiligung8, ohne die9 niemand den Herrn sehen wird,
15und haltet dabei Aufsicht, dass nicht jemand von der Gnade Gottes abkomme <und hinter ihr zurückbleibe>10, dass nicht etwa irgendeine <giftige> Wurzel der Bitterkeit emporwachse und Schwierigkeit bereite und viele durch diese verunreinigt werden,
16dass nicht irgendein Unzüchtiger11 da sei oder ein Unheiliger12 wie Esau, der für ein Essen seine Erstgeburt13 weggab,
17°denn ihr wisst, dass er auch nachher, als er den Segen empfangen14 wollte, abgelehnt wurde, denn er fand nicht Raum der Sinnesänderung, obwohl er ihn mit Tränen <ernsthaft> suchte;
18denn ihr seid nicht hingekommen zu einem berührbaren Berg und einem angezündeten Feuer und einer dicken Wolke und Finsternis und starkem Wind
19und [zu] Posaunenschall und einer Stimme von Worten*, bei der die Zuhörer für sich erbaten, es möchte nicht weiter ein Wort an sie gerichtet werden,
20denn sie ertrugen nicht das Aufgetragene: "Und wenn ein Tier den Berg antasten sollte, soll es gesteinigt15 werden";
21und so furchterregend war die Erscheinung, dass Mose sagte: "Ich bin <voll> Angst" {5Mo 9,19 n. d. gr. Üsg.} "und in Zittern";
22sondern ihr seid hingekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebenden Gottes, einem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von [himmlischen] Boten,
23einer großen Festversammlung, und zu einer Gemeinde von Erstgeborenen, in den Himmeln eingetragen, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern [der] am Ziel angekommenen16 Gerechten
24und zu Jesus, Mittler eines neuen17 Bundes, und zu dem gesprengten Blut, das Besseres redet als Abel.
25Seht zu, dass ihr nicht den abweist, der redet, denn wenn jene nicht entkamen, die den abwiesen, der auf der Erde Weisung <und Warnung> gab, wie viel mehr [werden] wir [nicht entkommen], wenn wir uns von dem abwenden, der es von den Himmeln her [tut],
26dessen Stimme damals die Erde18 erschütterte. Nun aber hat er verheißen und gesagt: "Noch einmal erschüttere ich", nicht nur "die Erde", sondern auch "den Himmel." {Hag 2,6}
27Das "Noch einmal" zeigt die Beseitigung19 dessen, das erschüttert wird20, an als eines Gemachten21, damit das, das nicht erschüttert wird22, bleibe.
28Darum, da wir ein unerschütterliches Königreich in Empfang nehmen, lasst uns Gnade haben, durch die wir Gott in [einer ihm] angenehmen Weise [den] gebührenden Dienst verrichten - mit Scheu und gewissenhafter, <ehrfürchtiger> Haltung,
29denn auch <ist> unser Gott "ein verzehrendes Feuer" {5Mo 4,24}.

Fußnoten

  1. 1 erg.: und lass es dir nicht zu viel werden
  2. 2 o.: Erduldet (o.: Haltet standhaft aus) zur Züchtigung (o.: Erziehung)!
  3. 3 und erzieht; entsprechend a. i. Folg.
  4. 4 und erzogen
  5. 5 o.: Sollen wir uns nicht viel mehr dem Vater der Geister unterordnen
  6. 6 evtl. ein Hebraismus: damit wir leben
  7. 7 eigtl.: <ernstlich> geübt
  8. 8 eigtl.: dem Geheiligtwerden
  9. 9 Im Gt. steht "die" in der Einzahl.
  10. 10 o.: die Gnade Gottes versäume <und sie ihm fehle>
  11. 11 d. h.: einer, der sich außerehelicher Geschlechtsverbindung hingibt
  12. 12 o.: einer, der außerhalb des Heiligen ist; o.: einer, der entweiht; ein Ungöttlicher; einer, dem nichts heilig ist; eigtl: ein profaner Mensch
  13. 13 i. S. v.: sein Erstgeburtsrecht; im gr. Gt. steht das Wort in der Mehrzahl.
  14. 14 o.: den Segen erben
  15. 15 so n. dem Byz. T. u. den meisten gr. Hss; t. r.: "gesteinigt oder mittels Pfeil erschossen" (wie 2Mo 19,13).
  16. 16 o.: der vollendeten; der zur Vollendung <und ans Ziel> gebrachten
  17. 17 o.: frischen
  18. 18 "Erde" hier im begrenzten Sinn, wie V. 25; so a. i. Folg.
  19. 19 o.: die Veränderung; das Austauschen; das Verwandeln; wie in Hebr 1,12; 7,12.
  20. 20 eigtl.: des Erschüttert-Werdenden; o.: der erschüttert werdenden [Dinge]
  21. 21 Zu dem "Gemachten" vgl. 9,11.24; 8,2; Mk 14,58; Apg 7,48.
  22. 22 o.: das nicht Erschütterliche