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Neues Testament

Hebräer Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Haupt[gedanke] über dem, das [hier] gesagt wird, [ist]: Wir haben einen solchen Hohen Priester, der sich setzte zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln,
2einen Dienstleistenden des Heiligsten1 und2 des wahren Zeltes, das der Herr aufstellte und nicht ein Mensch;
3denn jeder Hohe Priester wird bestellt, um Gaben und Opfer darzubringen, weshalb es notwendig war, dass auch dieser etwas darzubringen habe;
4denn wenn er in der Tat auf der Erde wäre, wäre er kein Priester, da es die Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen,
5welche <in der bildhaften> Darstellung und <in dem> Schatten der himmlischen Dinge den [ihnen] aufgetragenen Dienst tun entsprechend der Weisung, die Mose erhielt, als er daranging, das Zelt zu erstellen, denn: "Siehe zu", sagt er, "dass du alles machst nach dem Bild, das dir auf dem Berg gezeigt wurde." {Vgl. 2Mo 25,40.}
6Nun hat er aber einen um so viel vorzüglicheren Dienst3 erlangt, als er auch Mittler eines besseren Bundes ist, welcher [Bund] auf bessere Verheißungen hin eingesetzt4 worden ist;
7denn wenn jener, der erste, frei von Tadel wäre, würde nicht Platz gesucht für einen zweiten,
8denn tadelnd sagt er zu ihnen: "Siehe! Tage kommen, sagt der Herr, da werde ich5 für das Haus Israel und für das Haus Juda einen neuen Bund abschließen6,
9nicht dem Bund entsprechend, den ich [mit] ihren Vätern machte an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen, weil sie nicht blieben in meinem Bund, und ich achtete ihrer nicht, sagt der Herr,
10weil dieser der Bund ist, den ich mit dem Hause Israel schließen7 werde nach jenen Tagen, sagt der Herr: Ich gebe meine Gesetze in ihr Denken, und auf ihre Herzen werde ich sie schreiben. Und ich werde ihnen zum Gott sein, und sie werden mir zum Volk sein.
11Und es wird keiner seinen Mitbürger lehren und keiner seinen Bruder und sagen: '[Er]kenne den Herrn!', weil alle mich wirklich kennen werden, vom Kleinen unter ihnen bis zum Großen unter ihnen,
12weil ich ihren Ungerechtigkeiten [gegenüber] barmherzig sein werde, und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten8 gedenke ich nicht mehr." {Vgl. Jer 31,31-34.}
13In der Aussage: "einen neuen", hat er den ersten zu einem alten gemacht. Aber was alt und altersschwach wird,9 ist dem Verschwinden nahe.

Fußnoten

  1. 1 im Gt. "der Heiligen", was sich nach Hebr 9,12.24.25; 10,19 u. 13,11 auf das Allerheiligste bezieht.
  2. 2 "und" hier wohl, wie oft in der Schrift, im Sinne von "das heißt"
  3. 3 Das Wort im Gt. spricht von einem "Dienst aus freien Stücken".
  4. 4 o.: gesetzlich verordnet
  5. 5 Die Wendung "Es kommen Tage, ..., und ich werde ..." ist ein Hebraismus; im Dt.: Es kommen Tage, ..., da werde ich ...
  6. 6 o.: vollenden
  7. 7 eigtl.: mit dem ich mich mit dem Hause Israel verbünden werde
  8. 8 o.: Ungesetzlichkeiten
  9. 9 w.: das Altwerdende und Alternde