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Altes Testament

Hosea Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Hört das Wort Jahwehs, Söhne Israels!, denn einen Rechtsstreit hat Jahweh mit den Bewohnern des Landes: "Fürwahr, es ist keine Treue1 und keine Güte und kein Erkennen Gottes im Lande.
2Schwören, Lügen, Morden, Stehlen, Ehebrechen, das hat sich ausgebreitet; Bluttaten reihen sich an Bluttaten.
3Darüber trauert das Land und verschmachtet alles, was darauf wohnt, sowohl Tiere des Feldes wie Vögel des Himmels, auch Fische des Meeres werden dahingerafft.
4Doch niemand führe Rechtsstreit und niemand weise zurecht! Dein Volk ist ja wie solche, die mit dem Priester streiten!
5<So> wirst du straucheln bei Tage, straucheln wird auch der Prophet mit dir bei Nacht. Und [auch] deine Mutter2 lösche ich aus!
6Ausgelöscht wird mein Volk aus Mangel an Erkenntnis! Weil du Erkenntnis verworfen hast verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr als Priester dienst. Du hast die Weisung deines Gottes vergessen, auch ich werde deine Söhne vergessen.
7Je zahlreicher sie geworden sind, desto mehr haben sie gegen mich gesündigt. Ich werde ihre Ehre verwandeln in Schmach.
8Die Sünde3 meines Volkes essen sie, und zu ihrer Missetat erheben sie ihre Seele.
9Und wie dem Volk, so wird es dem Priester ergehen. Seine Wege suche ich an ihm heim, sein Tun vergelte ich ihm.
10Und sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht ausbreiten4; denn sie haben es aufgegeben, auf Jahweh zu achten.
11Hurerei, Wein und Most - nimmt den Herzsinn weg5.
12Mein Volk fragt bei seinem Holz <um Rat>, und sein Stab soll ihm Auskunft geben, denn der Hurerei-Geist führt es in die Irre, und sie huren von ihrem Gott weg6!
13Sie opfern auf den Gipfeln der Berge, bringen Rauchopfer dar auf den Hügeln, unter Eiche, Pappel, Terebinthe, denn ihr Schatten ist gut. Darum huren eure Töchter und brechen eure Schwiegertöchter die Ehe.
14Nicht an euren Töchtern suche ich es heim, dass sie huren, und nicht an euren Schwiegertöchtern, dass sie ehebrechen; denn sie selbst7 sind es, die mit den Huren beiseite gehen, mit den Geweihten8 opfern. Ein Volk aber, das keine Einsicht hat, kommt zu Fall.
15Wenn du [schon] hurst, Israel, soll nicht [auch] Juda sich schuldig machen! Kommt nicht nach Gilgal9! Zieht nicht hinauf nach Beth-Awen10! Schwört nicht: 'So wahr Jahweh lebt!',
16denn störrisch wie eine störrische Kuh ist Israel geworden! Nun wird Jahweh sie weiden wie ein Lamm auf weitem Raum11.
17Ephraim ist mit Götzen im Bunde. Lass ihn nur machen!
18Ist ihr Zechgelage ausgezecht, huren sie und verhuren sie sich, lieben und lieben sie sich ab! Ihre Gegengabe dafür ist Schande.12
19Schon wickelt der Wind ihn in seine Flügel ein, und sie werden zuschanden mit ihren Altären13."

Fußnoten

  1. 1 und Wahrheit
  2. 2 d. h.: das Gesamtvolk
  3. 3 i. S. v.: Das Sündopfer (das heb. Wort für "Sünde" wird hier im doppelten Sinn verwendet.)
  4. 4 i. S. v.: vermehren; 1Mo 28,14.
  5. 5 i. S. v.: rauben den Verstand (o.: den Denksinn; Grundbed.: das Herz).
  6. 6 eigtl.: von unter ihrem Gott weg.
  7. 7 d. h.: die Männer
  8. 8 d. h.: mit den Tempeldirnen (mit denen sie Unzucht getrieben haben)
  9. 9 Die Bestimmung dieses Ortes ist unklar; ebenso Hos 9,15; 12,12.
  10. 10 bed.: Götzenhaus; ironische Bez. für Bethel (Gotteshaus).
  11. 11 d. h.: wie ein ungeschütztes, den wilden Tieren ausgeliefertes Lamm.
  12. 12 and.: Ihr Zechgelage ist ausgeartet, der Unzucht geben sie sich hin. Leidenschaftlich lieben sie die Schande ihrer Schamlosigkeit; der Mas. T. ist nicht eindeutig.
  13. 13 o.: wegen ihrer Schlachtopfer.