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Altes Testament

Hosea Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Freue dich nicht, Israel, bis zum Frohlocken, den Volksscharen gleich, denn du hast von deinem Gott weggehurt, hast Hurenlohn geliebt auf allen Korntennen.
2Tenne und Kelter werden sie nicht ernähren, und der Most wird sie im Stich lassen.
3Nicht sollen sie bleiben im Land Jahwehs: Ephraim soll nach Ägypten zurückkehren und in Assur Unreines essen!
4Nicht mehr werden sie für Jahweh Wein <als Trankopfer> spenden; und nicht mehr werden ihre Schlachtopfer ihm angenehm sein: Wie Trauerbrot wird's ihnen sein; alle, die davon essen, machen sich unrein. Ja, für ihre [eigene] Seele [nur] wird ihr Brot sein1; in das Haus Jahwehs wird es nicht kommen.
5Was werdet ihr tun am Tag der Festversammlung, am Tag des Festes Jahwehs?
6Fürwahr - siehe! - wollten sie auch der Verwüstung entgehen, Ägypten wird sie einsammeln; Memphis wird ihnen das Grab bauen! Nesseln werden ihre silbernen Kostbarkeiten erben, Disteln werden in ihren Zelten sein!
7Es kommen die Tage der Heimsuchung, es kommen die Tage der Vergeltung! Israel wird es erkennen. Närrisch wird der Prophet, wahnsinnig der Mann des Geistes - wegen der Größe deiner Schuld und der großen Feindseligkeit.
8Ephraim späht [anderem] nach neben meinem Gott2. Der Prophet - auf allen seinen Wegen sind Vogelfänger-Schlingen gelegt. Feindseligkeit ist im Haus seines Gottes.
9Zutiefst verderblich gehandelt haben sie, wie in den Tagen von Gibea. Er wird ihrer Schuld gedenken, ihre Sünden heimsuchen!
10"Wie Trauben in der Wüste fand ich [einst] Israel; wie eine Frühfrucht am Feigenbaum in ihrer ersten Zeit habe ich ersehen eure Väter. Da gingen sie ein zu Baal-Peor3 und sonderten sich ab, weihten sich dem Schandbild4; und sie wurden Scheusale - wie ihr Liebhaber5.
11Ephraim ist den Vögeln gleich: Seine Herrlichkeit verfliegt; kein Gebären, kein Mutterbauch6, keine Empfängnis.
12Ja, wenn sie auch ihre Söhne großziehen, so werde ich sie doch der Menschen berauben. Ja, wehe auch ihnen, wenn ich von ihnen weiche7!
13Ephraim8, das ich [einst] ersehen hatte zu einem 'Tyrus'9, auf einer Weide gepflanzt, Ephraim muss seine Söhne hinausführen zum Schlächter10!"
14Gib ihnen, Jahweh! Was wirst du geben? Gib ihnen einen Mutterleib, der Fehlgeburten hervorbringt, und vertrocknete Brüste!
15"Alle ihre Bosheit ist in Gilgal, denn dort habe ich sie gehasst. Wegen der Bosheit ihrer Taten werde ich sie aus meinem Hause vertreiben, sie hinfort nicht mehr lieben! Alle ihre Obersten sind störrisch.
16Geschlagen ist Ephraim, verdorrt ihre Wurzel, sie tragen keine Frucht. Selbst wenn sie gebären, werde ich die Lieblinge ihres Schoßes11 töten."
17Mein Gott verwirft sie, denn sie haben nicht auf ihn gehört; und sie werden Flüchtlinge sein unter den Völkern.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: lediglich zur Erhaltung des eigenen Lebens wird ihr Brot dienen.
  2. 2 o.: an meinem Gott vorbei
  3. 3 Baal-Peor wurde in Beth-Peor verehrt; s. 4Mo 23,28; 25,3.
  4. 4 d. i.: dem schändlichen Götzen; vgl. Jer 3,24.
  5. 5 d. h. wahrsch.: wie der Götze (Baal-Peor), den sie liebten.
  6. 6 i. S. v.: keine Schwangerschaft
  7. 7 Das heb. Wort für "weiche" ist nicht gesichert.
  8. 8 bed.: Doppelfrucht
  9. 9 Tyrus war der Inbegriff von Reichtum und Fruchtbarkeit.
  10. 10 o.: dem Scharfrichter; dem Henker; w.: dem Töter; dem Tötenden.
  11. 11 eigtl.: Bauches; d. h.: ihres Mutterschoßes