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Altes Testament

Josua Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Josua, der Sohn Nuns, sandte von Schittim heimlich zwei Männer als Kundschafter aus und sagte: "Geht, beseht das Land und Jericho!" Und sie gingen hin und kamen in das Haus einer Hure. Ihr Name war Rahab. Und sie legten sich dort nieder.
2Und dem König von Jericho wurde gesagt: "Siehe! - in dieser Nacht sind von den Söhnen Israels Männer hierhergekommen, das Land zu erkunden."
3Da sandte der König von Jericho zu Rahab und sagte: "Führe die Männer heraus, die zu dir gekommen sind, die in dein Haus gekommen sind; denn das ganze Land zu erkunden, sind sie gekommen."
4(Die Frau aber hatte die beiden Männer genommen und sie versteckt.)1 Und sie sagte: "Ja, die Männer sind zu mir gekommen. Aber ich wusste nicht, woher sie waren.
5Und als das Tor zu schließen war, bei [Einbruch] der Dunkelheit, sind die Männer hinausgegangen. Ich weiß nicht, wohin die Männer gegangen sind. Jagt ihnen eilends nach, denn ihr könnt sie einholen."
6(Sie hatte sie aber auf das Dach hinaufgeführt und unter den Flachsstängeln versteckt, die sie sich auf dem Dach aufgeschichtet hatte.)
7Und die Männer jagten ihnen nach auf dem Weg zum Jordan, auf die Furten zu. Und man schloss das Tor, sobald die, die ihnen nachjagten, hinausgegangen waren.
8Aber ehe jene sich hinlegten, stieg sie zu ihnen auf das Dach
9und sagte zu den Männern: "Ich habe erkannt, dass Jahweh euch das Land gegeben hat und dass der Schrecken vor euch auf uns gefallen ist und dass alle Bewohner des Landes vor euch verzagt sind2,
10denn wir haben gehört, dass Jahweh die Wasser des Schilfmeeres vor euch austrocknete, als ihr aus Ägypten zogt, und was ihr den beiden Königen der Amoriter tatet, die jenseits3 des Jordans waren, dem Sihon und dem Og, an denen ihr den Bann vollstrecktet4.
11Und wir hörten es; und es zerschmolz unser Herz; und es erhob sich kein [Lebens]geist mehr vor euch in irgendeinem Menschen. Fürwahr, Jahweh, euer Gott, ist Gott in den Himmeln oben und auf der Erde5 unten.
12Nun aber, schwört mir bei Jahweh, weil ich Güte6 an euch erwiesen habe, dass auch ihr an dem Haus meines Vaters Güte erweisen werdet. Und gebt mir ein Zeichen der Treue,
13dass ihr meinen Vater und meine Mutter und meine Brüder und meine Schwestern und alle ihre Angehörigen am Leben lasst und unsere Seelen vom Tode rettet!"
14Und die Männer sagten zu ihr: "Unsere Seele [gehe] an eurer Statt in den Tod! - wenn ihr [nur] nicht diese unsere Sache verratet! Und es soll geschehen: Wenn Jahweh uns das Land gibt, werden wir dir Güte und Treue7 erweisen."
15Und sie ließ sie durch das Fenster an einem Seil hinunter (denn ihr Haus war in der Stadtmauer, und sie wohnte in der Stadtmauer).
16Und sie sagte zu ihnen: "Geht in das Bergland, damit die Verfolger nicht auf euch stoßen. Und verbergt euch dort drei Tage, bis die Verfolger zurückgekehrt sind, und danach mögt ihr eures Weges gehen."
17Und die Männer sagten zu ihr: "Wir werden von diesem deinem Eid, den du uns hast schwören lassen, [unter folgenden Bedingungen] entbunden sein:
18Siehe! Wenn wir in das Land kommen, musst du diese scharlachrote8 Schnur ins Fenster binden, durch die du uns heruntergelassen hast, und musst deinen Vater und deine Mutter und deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln.
19Und es soll geschehen, wer auch immer aus der Tür deines Hauses nach draußen geht, dessen Blut sei auf seinem Haupt, und wir werden [von dem Eid] entbunden sein. Jeder aber, der bei dir im Haus sein wird: wenn an ihn Hand angelegt wird, dessen Blut sei auf unserem Haupt!
20Solltest du aber diese unsere Sache melden, werden wir von deinem Eid entbunden sein, den du uns hast schwören lassen."
21Und sie sagte: "Nach euren Worten, so sei es!" Und sie entließ sie. Und sie gingen weg. Und sie band die scharlachrote Schnur ins Fenster.
22Und sie gingen weg und kamen ins Bergland und blieben drei Tage dort, bis die Verfolger zurückgekehrt waren. Die Verfolger aber hatten den ganzen Weg abgesucht, aber nichts gefunden.
23Und die beiden Männer kehrten zurück und stiegen vom Bergland herab und zogen hinüber und kamen zu Josua, dem Sohn Nuns. Und sie erzählten ihm alles, was ihnen widerfahren war.
24Und sie sagten zu Josua: "Jahweh hat das ganze Land in unsere Hand gegeben, und auch sind alle Bewohner des Landes vor uns verzagt9."

Fußnoten

  1. 1 Sätze in runden Klammern sind Teil des biblischen Textes.
  2. 2 und wankend geworden sind (Grundbed.: schmelzen, zergehen)
  3. 3 d. i.: östlich
  4. 4 und sie der Vernichtung weihtet.
  5. 5 w.: über das Land hin
  6. 6 und Treue; chäsäd ist die in Treue gegenüber einem Bund erwiesene Güte, die Bundesliebe und -treue; manchmal wird die "Treue" gesondert genannt (z. B. V. 14).
  7. 7 o.: Zuverlässigkeit; Beständigkeit; Grundbed.: Wahrheit
  8. 8 o.: karmesinrote; so a. V. 21.
  9. 9 und sind wankend geworden.