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Altes Testament

Josua Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Jahweh sagte zu Josua: "Fürchte dich nicht und lass dich nicht in Schrecken setzen! Nimm alles Kriegsvolk mit dir und mache dich auf, zieh hinauf nach Ai. Sieh! Ich habe den König von Ai und sein Volk und seine Stadt und sein Land in deine Hand gegeben.
2Und du sollst an Ai und an seinem König tun, wie du an Jericho und an seinem König getan hast, nur mögt ihr seine Beute und sein Vieh für euch plündern. Lege dir einen Hinterhalt gegen die Stadt, von ihrer Rückseite her."
3Und Josua machte sich mit allem Kriegsvolk auf, um nach Ai hinaufzuziehen. Und Josua wählte sich dreißigtausend1 Mann aus, kriegstüchtige Männer. Und er sandte sie nachts aus.
4Und er gebot ihnen und sagte: "Seht, ihr sollt euch hinter der Stadt in einen Hinterhalt legen, im Rücken der Stadt. Entfernt euch nicht zu weit von der Stadt und seid alle bereit!
5Ich aber und alles Volk, das bei mir ist, wir wollen uns der Stadt nähern. Und es soll geschehen, wenn sie herauskommen, uns entgegenzutreten, wie beim ersten Mal, <dann> wollen wir vor ihnen fliehen.
6Und sie werden ausziehen, hinter uns her, bis wir sie von der Stadt abgeschnitten haben; denn sie werden sagen: 'Sie fliehen vor uns wie beim ersten Mal!' Und wir werden vor ihnen fliehen.
7Ihr aber sollt euch aus dem Hinterhalt aufmachen und die Stadt in Besitz nehmen. Und Jahweh, euer Gott, wird sie in eure Hand geben.
8Und es soll geschehen, wenn ihr die Stadt eingenommen habt, sollt ihr die Stadt mit Feuer anzünden. Gemäß dem Wort Jahwehs sollt ihr tun. Seht, ich habe es euch geboten!"
9Und Josua sandte sie aus, und sie zogen in den Hinterhalt und hielten zwischen Bethel und Ai, westlich von Ai. Und Josua übernachtete in jener Nacht mitten unter dem Volk.
10Und Josua machte sich früh am Morgen auf und musterte das Volk. Und er zog hinauf, er und die Ältesten Israels, dem Volk voraus nach Ai.
11Und alles Kriegsvolk, das bei ihm war, zog hinauf und rückte heran. Und sie kamen vor die Stadt. Und sie lagerten nördlich von Ai. Und das Tal war zwischen ihm und Ai.
12Er hatte aber etwa fünftausend Mann genommen und sie als Hinterhalt zwischen Bethel und Ai gelegt, westlich von der Stadt.
13Und sie stellten das Volk auf, das ganze Heerlager, das nördlich der Stadt <war>, und die Nachhut2 westlich der Stadt. Und Josua zog in jener Nacht in die Mitte der Talebene.
14Und es geschah, als der König von Ai es sah, da beeilten sich die Männer der Stadt und machten sich früh auf und zogen hinaus, Israel zum Kampf entgegenzutreten, er und sein ganzes Volk, an den bestimmten Ort3, östlich der <Jordan>ebene. Er wusste aber nicht, dass ihm hinter der Stadt ein Hinterhalt [gelegt] war.
15Und Josua und ganz Israel ließen sich vor ihnen schlagen und flohen in Richtung Wüste4.
16Da wurde das ganze Volk, das in der Stadt <war>, aufgeboten, ihnen nachzujagen. Und sie jagten Josua nach und wurden von der Stadt abgeschnitten.
17Und es blieb keine Mannschaft in Ai und Bethel übrig, die nicht hinter Israel her ausgezogen war. Und sie ließen die Stadt offen zurück und jagten Israel nach.
18Und Jahweh sagte zu Josua: "Strecke den Spieß, der in deiner Hand ist, gegen Ai aus, denn ich will es in deine Hand geben!" Und Josua streckte den Spieß, der in seiner Hand war, gegen die Stadt aus.
19Und der Hinterhalt machte sich eilends von seinem Ort auf, und sie liefen <los>, als er seine Hand ausstreckte. Und sie kamen in die Stadt und nahmen sie ein. Und sie beeilten sich und legten Feuer an die Stadt.
20Und die Männer von Ai wandten sich nach hinten und sahen, und - siehe! - der Rauch der Stadt stieg zum Himmel. Da war in ihnen keine Kraft5, dahin oder dorthin zu fliehen. Das Volk aber, das zur Wüste hin geflohen war, wandte sich um - gegen den Verfolger.
21Und als Josua und ganz Israel sahen, dass der Hinterhalt die Stadt eingenommen hatte und der Rauch der Stadt aufstieg, kehrten sie um und schlugen die Männer von Ai.
22Diese aber waren aus der Stadt ausgezogen, ihnen zu begegnen, sodass sie mitten zwischen Israel waren, die einen von hier und die andern von dort. Und sie schlugen sie, bis von ihnen kein Überlebender und Entkommener übrig blieb.
23Und den König von Ai griffen sie lebend und brachten ihn zu Josua.
24Und es geschah, als Israel alle Bewohner von Ai auf dem Feld, in der Wüste, wohin sie ihnen nachgejagt waren, vollständig niedergemacht hatte und sie alle durch die Schneide6 des Schwerts gefallen waren, bis sie aufgerieben waren, da kehrte ganz Israel nach Ai um. Und sie schlugen es mit der Schneide des Schwerts.
25Und alle an diesem Tag Gefallenen, von Mann bis Frau, waren zwölftausend, alle Leute von Ai.
26Und Josua zog seine Hand, die er mit dem Spieß ausgestreckt hatte, nicht zurück, bis er an allen Bewohnern von Ai den Bann vollstreckt hatte.
27Nur das Vieh und die Beute dieser Stadt plünderte Israel für sich, gemäß dem Wort Jahwehs, das er Josua geboten hatte.
28Und Josua brannte Ai7 nieder und machte es zu einem ewigen Schutthügel - bis zu diesem Tag8.
29Und den König von Ai ließ er an einen Baum hängen bis zur Abendzeit. Und beim Untergang der Sonne gebot Josua, und sie nahmen seinen Leichnam vom Baum ab und warfen ihn an den Eingang des Stadttores und errichteten einen großen Steinhaufen über ihm - bis zu diesem Tag.
30Damals baute Josua Jahweh, dem Gott Israels, auf dem Berg Ebal einen Altar,
31wie Mose, der leibeigene Knecht Jahwehs, es den Söhnen Israels geboten hatte, wie im Buch der Weisung Moses geschrieben ist, einen Altar von unversehrten9 Steinen, über die man kein Eisen geschwungen hatte. Und sie opferten Jahweh auf ihm Brandopfer und brachten Friedensopfer10 dar.
32Und dort schrieb er auf die Steine die Abschrift der Weisung Moses, die er vor den Söhnen Israels aufgeschrieben hatte.
33Und ganz Israel und seine Ältesten und Aufseher und seine Richter standen an dieser und an jener Seite der Lade, den Priestern, den Leviten, gegenüber, die die Lade des Bundes Jahwehs trugen, der Fremdling wie der Einheimische, die eine Hälfte gegen den Berg Garizim hin und die andere Hälfte gegen den Berg Ebal hin, wie Mose, der leibeigene Knecht Jahwehs, anfangs geboten hatte, um das Volk Israel zu segnen.
34Und danach las er alle Worte der Weisung vor, den Segen und den Fluch, gemäß allem im Buch der Weisung Aufgeschriebenen.
35Es war kein Wort von allem, was Mose geboten hatte, das Josua nicht der ganzen Versammlung Israels vorlas, auch den Frauen und den kleinen Kindern und dem Fremdling, der in ihrer Mitte mitzog.

Fußnoten

  1. 1 Gemäß V. 12 waren es 5000; manche vermuten hier einen Abschreibfehler (Buchstabenverwechslung bzw. -vertauschung).
  2. 2 w.: seine Ferse; d. h.: der hintere Teil des Heeres
  3. 3 o.: zur bestimmten Zeit
  4. 4 o.: [auf] dem Weg der Wüste.
  5. 5 eigtl.: keine Hände
  6. 6 Grundbed.: Mund
  7. 7 bed.: Trümmer; Haufen; Ruine; Hügel
  8. 8 d. h.: [der noch besteht] bis zum heutigen Tag; so a. i. Folg.
  9. 9 d. h.: unbehauenen
  10. 10 o.: Abschlussopfer