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Altes Testament

Josua Kapitel 7

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und die Söhne Israels begingen Untreue1 an dem Gebannten. Und Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda, nahm von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn Jahwehs über die Söhne Israels.
2Und Josua sandte Männer von Jericho nach Ai, das bei Beth-Awen [liegt], östlich von Bethel, und sagte zu ihnen: "Geht hinauf und erkundet das Land." Und die Männer gingen hinauf und erkundeten Ai.
3Und sie kehrten zu Josua zurück und sagten zu ihm: "Nicht das ganze Volk soll hinaufziehen. Etwa zweitausend oder dreitausend Mann mögen hinaufziehen und Ai schlagen. Bemühe nicht das ganze Volk dorthin, denn sie sind wenige."
4Und es zogen vom Volk etwa dreitausend Mann dort hinauf. Aber sie flohen vor den Männern von Ai.
5Und die Männer von Ai erschlugen von ihnen etwa sechsunddreißig Mann. Und sie jagten ihnen nach vom Tor bis Schebarim und schlugen sie am Abhang. Da zerschmolz das Herz des Volkes und wurde wie Wasser.
6Und Josua riss seine Kleider entzwei und fiel auf sein Gesicht zur Erde, vor der Lade Jahwehs, bis zum Abend, er und die Ältesten Israels. Und sie warfen Staub auf ihr Haupt.
7Und Josua sagte: "Ach, mein Herr, Jahweh! Warum hast du dieses Volk den Jordan überschreiten lassen, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, uns zu vernichten? Hätten wir uns doch entschlossen, jenseits des Jordans zu bleiben!
8Bitte, mein Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel seinen Feinden den Nacken zugekehrt hat?
9Wenn die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes2 es hören, werden sie uns umzingeln und unseren Namen von der Erde ausrotten. Und was wirst du <dann> für deinen großen Namen tun?"
10Und Jahweh sagte zu Josua: "Steh auf! Warum fällst du denn auf dein Angesicht?
11Israel hat gesündigt. Und auch haben sie meinen Bund übertreten, den ich ihnen gebot. Und auch haben sie von dem Gebannten genommen und gestohlen und es verheimlicht und es unter ihre Geräte gelegt!
12Die Söhne Israels werden nicht imstande sein, vor ihren Feinden zu bestehen. Sie werden ihren Feinden den Nacken zukehren, denn sie sind zum Bann3 geworden. Ich werde künftig nicht mehr mit euch sein, wenn ihr den Bann nicht aus eurer Mitte tilgt.
13Steh auf, heilige das Volk und sage: 'Heiligt euch auf morgen!', denn so sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Ein Bann ist in deiner Mitte, Israel. Du wirst nicht imstande sein, vor deinen Feinden zu bestehen, bis ihr den Bann aus eurer Mitte entfernt habt.'
14'Und zwar werdet ihr am Morgen herzutreten, nach euren Stämmen. Und es soll geschehen: Der Stamm, den Jahweh treffen wird, soll herzutreten nach den Sippen. Und die Sippe, die Jahweh treffen wird, soll herzutreten nach den Häusern. Und das Haus, das Jahweh treffen wird, soll herzutreten nach den Männern.
15Und es soll geschehen: Wer getroffen4 wird mit dem Gebannten, der soll im Feuer verbrannt werden, er und alles, was zu ihm gehört, denn er hat den Bund Jahwehs übertreten und eine schändliche Torheit in Israel begangen.'"
16Und Josua machte sich früh am Morgen auf und ließ Israel herzutreten nach seinen Stämmen. Und es wurde der Stamm Juda getroffen.
17Und er ließ die Sippen Judas herzutreten. Und es traf die Sippe der Serachiter. Und er ließ die Sippe der Serachiter herzutreten nach den Männern. Und es wurde Sabdi getroffen.
18Und er ließ sein Haus herzutreten nach den Männern. Und es wurde Achan5 getroffen, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda.
19Und Josua sagte zu Achan: "Mein Sohn! O gib Jahweh, dem Gott Israels, die Ehre und bekenne ihm Lob6! Und gestehe mir, was du getan hast. Verhehle es mir nicht!"
20Und Achan antwortete Josua und sagte: "In Wahrheit, ich, ich habe gesündigt - gegen Jahweh, den Gott Israels. Und folgendermaßen, ja, folgendermaßen habe ich getan:
21Ich sah unter der Beute einen schönen7 Mantel aus Schinar8 und zweihundert Schekel Silber und einen Goldbarren9, fünfzig Schekel10 sein Gewicht. Und mich gelüstete danach, und ich nahm es. Und - siehe! - sie sind verscharrt in der Erde, mitten in meinem Zelt, und das Silber zuunterst."
22Und Josua sandte Boten hin. Und sie liefen zum Zelt. Und - siehe! - es war in seinem Zelt verscharrt, und das Silber zuunterst.
23Und sie nahmen es mitten aus dem Zelt und brachten es zu Josua und zu allen Söhnen Israels. Und sie schütteten es vor dem Angesicht Jahwehs aus.
24Und Josua - und ganz Israel mit ihm - nahm Achan, den Sohn Serachs, und das Silber und den Mantel und den Goldbarren und seine Söhne und seine Töchter und seine Rinder und seine Esel und sein Kleinvieh und sein Zelt und alles, was zu ihm gehörte. Und sie brachten es hinauf ins Tal Achor11.
25Und Josua sagte: "Wie hast du uns in Trübsal gebracht12! Jahweh wird dich in Trübsal bringen an diesem Tag." Und ganz Israel steinigte ihn. Und sie verbrannten sie im Feuer und bewarfen sie mit Steinen.
26Und sie errichteten über ihm einen großen Steinhaufen - bis zu diesem Tag. Und Jahweh wandte sich ab von der Glut seines Zorns. Darum gab man jenem Ort den Namen "Tal Achor" - bis zu diesem Tag.

Fußnoten

  1. 1 und vergriffen sich
  2. 2 o.: der Erde
  3. 3 d. h.: zu solchen, die der Vernichtung geweiht sind
  4. 4 i. S. v.: durchs Los getroffen
  5. 5 bed.: Betrübender
  6. 6 Lobbekenntnis schließt Sündenbekenntnis mit ein.
  7. 7 Grundbed.: gut
  8. 8 wahrsch. ein Gebiet in Mesopotamien; daher üsn. and.: einen guten babylonischen Mantel
  9. 9 o.: eine zungenähnliche Stange (w.: eine Zunge) Gold
  10. 10 50 Schekel sind 570-610 Gramm.
  11. 11 bed.: Trübsal
  12. 12 heb. achar