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Altes Testament

2. Könige Kapitel 18

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah im dritten Jahr Hoscheas, des Sohnes Elas, des Königs Israels, da wurde Hiskia König1, der Sohn des Ahas, des Königs von Juda.
2Ein Sohn von fünfundzwanzig Jahren war er, als er König wurde, und er herrschte <als König> neunundzwanzig Jahre in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Abi2, die Tochter Secharjas.
3Und er tat das Rechte in den Augen Jahwehs, nach allem, was sein Vater David getan hatte.
4Er tat die Höhen weg und zerschlug die Gedenksteine und rottete die Aschera aus und schlug die eherne Schlange in Stücke, die Mose gemacht hatte; denn bis zu jenen Tagen hatten die Söhne Israels ihr Rauchopfer dargebracht, und man nannte sie Nechuschtan3.
5Er vertraute auf Jahweh, den Gott Israels. Und nach ihm war keiner ihm gleich unter allen Königen von Juda und unter denen, die vor ihm waren.
6Und er hing Jahweh an. Er wich nicht ab von [der Nachfolge] hinter ihm her. Und er wahrte <und hielt> seine Gebote, die Jahweh Mose geboten hatte.
7Und Jahweh war mit ihm. Überall, wohin er zog, handelte er verständig <und hatte er Erfolg>. Und er lehnte sich gegen den König von Assur auf und diente ihm nicht.
8Er schlug die Philister bis nach Gaza und seine Grenzen, vom Wächterturm an4 bis hin zur befestigen Stadt.
9Und es geschah im vierten Jahr des Königs Hiskia (das war das siebente Jahr Hoscheas, des Sohnes Elas, des Königs Israels), da zog Salmanassar, der König von Assur, gegen Samaria herauf und belagerte es.
10Und am Ende von drei Jahren nahm er es ein. Im sechsten Jahr Hiskias (das war das neunte Jahr Hoscheas, des Königs Israels) wurde Samaria eingenommen.5
11Und der König von Assur führte Israel gefangen nach Assur weg. Und er führte sie nach Halach6 und an den Habor, den Strom Gosans, und in die Städte Mediens,
12darum, dass sie nicht auf die Stimme Jahwehs, ihres Gottes, gehört hatten und seinen Bund übertreten hatten - alles, was Mose, der leibeigene Knecht Jahwehs, geboten hatte. Und sie haben nicht gehört und haben nicht [danach] gehandelt.
13Und im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia7 zog Sanherib, der König von Assur, herauf gegen alle befestigten Städte Judas und nahm sie ein.
14Und Hiskia, der König von Juda, sandte zu dem König von Assur nach Lachisch und sagte: "Ich habe mich vergangen: Kehre um von mir. Was du mir auferlegst, will ich tragen." Und der König von Assur legte Hiskia, dem König von Juda, dreihundert Talente Silber und dreißig Talente Gold auf.
15Und Hiskia gab alles Silber her, das sich im Haus Jahwehs und in den Schatzkammern des Hauses des Königs befand.
16Zu jener Zeit brach Hiskia von den Türflügeln der Tempelhalle Jahwehs und von den Pfosten, die Hiskia, der König von Juda, überzogen hatte, [das Gold] ab und gab es dem König von Assur.
17Aber der König von Assur sandte von Lachisch aus den Tartan8 und den Rabsaris9 und den Rabschake10 mit schwerer Heeresmacht gegen den König Hiskia nach Jerusalem. Und sie zogen herauf und kamen nach Jerusalem. Sie zogen herauf und kamen und stellten sich an der Wasserleitung des oberen Teiches auf, an der Straße des Walkerfeldes.
18Und sie riefen nach dem König. Und es ging zu ihnen hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijas, der über das Haus war11, mit Schebna, dem Staatsschreiber12, und Joach, dem Sohn Asafs, dem Kanzleirat13.
19Und der Rabschake sagte zu ihnen: "Sagt doch zu Hiskia: So sagt der große König, der König von Assur: Was ist das für ein Vertrauen[sgrund], worauf du vertraust?
20Du meinst wohl, ein bloßes Lippenwort sei schon Rat und Heldenkraft zum Krieg. Nun, auf wen vertraust du, dass du dich gegen mich aufgelehnt hast?
21Nun - siehe! - du vertraust auf diesen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der jedem, der sich auf ihn stützt, in die offene Hand fährt und sie durchbohrt. So ist Pharao, der König von Ägypten, allen, die auf ihn vertrauen.
22Und wenn ihr zu mir sagt: 'Auf Jahweh, unseren Gott, vertrauen wir!' - Ist nicht er es, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat? Und er sagte doch zu Juda und zu Jerusalem: 'Vor diesem Altar sollt ihr euch huldigend niederwerfen, in Jerusalem!'?
23Und nun, gehe doch mit meinem Herrn, dem König von Assur eine Wette ein. Und zwar: Ich werde dir zweitausend Pferde stellen. Ob du dir wohl die Reiter dafür aufstellen kannst?
24Und wie willst du einen einzigen Provinzhauptmann von den geringsten Knechten meines Herrn zurücktreiben? Aber du vertraust auf Ägypten wegen der Wagen und Reiter.
25Nun, bin ich etwa ohne Jahweh gegen diesen Ort heraufgezogen, um ihn zu verderben? Jahweh sagte zu mir: 'Zieh hinauf gegen dieses Land und verdirb es!'"
26Da sagte Eljakim, der Sohn Hilkijas - und Schebna und Joach - zum Rabschake: "Rede doch zu deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es. Und rede nicht judäisch mit uns in die Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist."
27Und der Rabschake sagte zu ihnen: "Hat mich denn mein Herr zu deinem Herrn und zu dir gesandt, diese Worte zu reden und nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?"
28Und der Rabschake trat hin und rief mit großer Stimme auf Judäisch und sagte: "Hört das Wort des großen Königs, des Königs von Assur!
29So sagt der König: Hiskia täusche euch nicht, denn er wird euch nicht retten können aus meiner14 Hand.
30Und Hiskia vertröste euch nicht auf Jahweh, wenn er sagt: 'Gewiss wird Jahweh uns retten, und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assur gegeben werden!'
31Hört nicht auf Hiskia! - Fürwahr, so sagt der König von Assur: Macht Frieden mit mir und kommt zu mir heraus, so werdet ihr jeder von seinem Weinstock und jeder von seinem Feigenbaum essen und jeder das Wasser seiner Zisterne trinken,
32bis ich komme und euch in ein Land hole wie euer Land, ein Land von Korn und Most15, ein Land von Brot und Weinbergen, ein Land von Olivenbäumen und Honig, dass ihr lebt und nicht sterbt. Aber hört nicht auf Hiskia, denn er führt euch in die Irre, indem er sagt: 'Jahweh wird uns retten!'
33Haben etwa die Götter der Völker - jeder sein Land - aus der Hand des Königs von Assur gerettet?
34Wo sind die Götter von Hamat und Arpad, wo die Götter von Sefarwajim, von Hena und Awa? Haben sie denn Samaria aus meiner Hand gerettet?
35Welche von allen Göttern der Länder sind es, die ihr Land aus meiner Hand gerettet haben, dass Jahweh Jerusalem aus meiner Hand retten sollte?"
36Und das Volk schwieg und antwortete ihm mit keinem Wort; denn das war das Gebot des Königs, der gesagt hatte: "Ihr sollt ihm nicht antworten!"
37Und Eljakim, der Sohn Hilkijas, der über das Haus war, und Schebna, der Staatsschreiber, und Joach, der Sohn Asafs, der Kanzleirat, kamen mit entzweigerissenen Kleidern zu Hiskia, und sie teilten ihm die Worte des Rabschake mit.

Fußnoten

  1. 1 Das war ca. 728 v. Chr.; er regierte von 728 bis 716/715 als Mitregent und von 716/715 bis 687/686 alleine.
  2. 2 n. 2Chr 29,1: Abija
  3. 3 bed.: die Kupferne; die Bronzene; die Eherne
  4. 4 d. h.: von der kleinsten Siedlung an; vgl. 2Chr 26,10.
  5. 5 722 v. Chr.
  6. 6 n. den alten Üsgn.: siedelte sie in Halach an.
  7. 7 Das war ca. im Jahr 701 v. Chr.; Hiskia regierte von ca. 728 an als Mitregent, von ca. 716/715 bis 687/686 allein.
  8. 8 d. i.: den Oberfeldherrn
  9. 9 d. i.: den Obereunuchen
  10. 10 d. i.: den Oberst; den obersten Offizier; ansonsten bed. das Wort "Obermundschenk".
  11. 11 D. i. der Palastvorsteher.
  12. 12 o.: Staatssekretär
  13. 13 o.: dem vortragenden Rat; eigtl.: dem Erinnerer
  14. 14 so mit vielen heb. Hss u. alten Üsgn. u. 2Chr 32,13-17; vgl. 2Kön 18,34.35. Der Mas. T. hat: seiner
  15. 15 D. i. frisch gepresster Traubensaft, der sich bereits im Gärungsprozess befinden kann.