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Altes Testament

2. Könige Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Elisa, der Prophet, rief einen von den Prophetensöhnen und sagte zu ihm: "Gürte deine Lenden und nimm diesen Krug mit Öl in deine Hand und geh nach Ramot-Gilead.
2Und wenn du dorthin kommst, sieh dort nach Jehu, dem Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis. Und geh hinein und veranlasse ihn aufzustehen aus der Mitte seiner Brüder und führe ihn <durch die> Kammer <hindurch> in die <innerste> Kammer
3und nimm den Krug mit Öl und gieße es über sein Haupt und sage: So sagt Jahweh: 'Ich salbe dich zum König über Israel!' Und öffne die Tür und fliehe! Verweile1 nicht!"
4Und der Bursche, der Bursche des Propheten, ging nach Ramot-Gilead.
5Und er kam hinein, und - siehe! - da saßen die Obersten der Heeresmacht [beisammen]. Und er sagte: "Ich habe ein Wort an dich, Oberster." Und Jehu sagte: "An wen von uns allen?" Und er sagte: "An dich, Oberster."
6Und als der sich erhob und mitkam, ins Haus hinein, goss er das Öl auf sein Haupt und sagte zu ihm: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Ich salbe dich zum König über das Volk Jahwehs, über Israel.
7Das Haus Ahabs, deines Herrn, aber sollst du erschlagen. Und ich werde das Blut meiner leibeigenen Knechte, der Propheten, und das Blut aller leibeigenen Knechte Jahwehs rächen <und> von der Hand Isebels <fordern>,
8dass umkomme das ganze Haus Ahabs. Und ich werde von Ahab ausrotten, was männlich ist2, den Gebundenen wie auch den Freien3 in Israel,
9und werde das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas.
10Isebel aber werden die Hunde fressen auf dem Losteil Jesreels4. Und es wird niemand sein, der sie begräbt.'" - Und er öffnete die Tür und floh.
11Und Jehu kam heraus zu den Knechten seines Herrn. Und man sagte zu ihm: "Ist's Friede? Warum ist dieser Rasende zu dir gekommen?" Und er sagte zu ihnen: "Ihr kennt ja den Mann und sein Geschwätz."
12Und sie sagten: "Lüge5! Teile es uns mit!" Und er sagte: "So und so hat er zu mir geredet und gesagt: 'So sagt Jahweh: Ich salbe dich zum König über Israel!'"
13Da eilten sie und nahmen jeder sein Gewand und legten es unter ihn, auf die bloßen Stufen6. Und sie bliesen die Posaune7 und sagten: "Jehu ist König geworden!"
14Und so verschwor sich Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis, gegen Joram. (Joram aber hatte bei Ramot-Gilead Wache gehalten8, er und ganz Israel, wegen Hasaëls, des Königs von Aram.
15Und der König Joram war zurückgekehrt, um sich in Jesreel von den Wunden heilen zu lassen, die ihm die Aramäer geschlagen hatten, als er gegen Hasaël, den König von Aram, gekämpft hatte.) Und Jehu sagte: "Wenn es eurer Seele recht ist9, soll niemand aus der Stadt entkommen, um hinzugehen, es in Jesreel zu berichten."
16Und Jehu bestieg den Wagen und fuhr nach Jesreel, denn dort lag Joram. Und Ahasja, der König von Juda, war hinabgezogen, um nach Joram zu sehen.
17Und der Späher stand auf dem Turm in Jesreel und sah die Schar Jehus, wie er herankam, und sagte: "Ich sehe eine Schar." Und Joram sagte: "Nimm einen Wagenlenker10 und sende [ihn] ihnen entgegen. Und er soll sagen: 'Ist Friede?'"
18Da ritt der Wagenlenker ihm zu Pferd entgegen und sagte: "So sagt der König: 'Ist Friede?'" Und Jehu sagte: "Was geht dich der Friede an? Wende dich hinter mich!" Und der Späher meldete und sagte: "Der Bote ist bis zu ihnen gekommen, kehrt aber nicht zurück."
19Da sandte er einen zweiten Wagenlenker zu Pferd. Und er kam zu ihnen und sagte: "So sagt der König: 'Ist Friede?'" Und Jehu sagte: "Was geht dich der Friede an? Wende dich hinter mich!"
20Und der Späher berichtete: "Er ist bis zu ihnen gekommen, kehrt aber nicht zurück. Und es ist ein Fahren11 wie das Fahren Jehus, des Sohnes Nimschis, denn er fährt <wie> im Wahnsinn12."
21Und Joram sagte: "Spannt an!" Und man spannte seinen Wagen an. Und Joram, der König Israels, und Ahasja, der König von Juda, zogen aus, jeder auf seinem Wagen. Sie zogen aus, Jehu zu begegnen. Und sie trafen ihn beim Grundstück Nabots, des Jesreeliters.
22Und es geschah, als Joram Jehu sah, da sagte er: "Ist Friede, Jehu?" Aber er sagte: "Was [heißt] 'Friede'? Bei den vielen Hurereien Isebels, deiner Mutter, und ihren vielen Zaubereien!"
23Da machte Joram kehrt und floh und sagte zu Ahasja: "Verrat, Ahasja!"
24Jehu aber hatte mit seiner Hand [schon] den Bogen gespannt13 und traf Joram zwischen seine Arme14, sodass der Pfeil [durchschlug und] von seinem Herzen herauskam. Und er sank nieder in seinem Wagen.
25Und er sagte zu Bidkar, seinem Wagenkämpfer15: "Nimm ihn! Wirf ihn auf das Grundstück Nabots, des Jesreeliters; denn erinnere dich, wie wir, ich und du, mit einem Gespann16 hinter seinem Vater Ahab herfuhren und Jahweh ihm diese Last [des Wortes]17 auflastete:
26'Wenn ich nicht das Blut Nabots und das Blut seiner Söhne gestern Nacht gesehen habe ...18!', ist der Spruch Jahwehs. 'Und auf diesem Grundstück werde ich es dir vergelten', sagt Jahweh. So nimm <ihn> nun, wirf ihn auf das Grundstück - nach dem Wort Jahwehs!"
27Als Ahasja, der König von Juda, das sah, floh er in Richtung Beth-Hagan19. Und Jehu jagte ihm nach und sagte: "Auch ihn! Schlagt ihn auf dem Wagen!" [Das geschah] auf der Anhöhe Gur, die bei Jibleam ist. Und er floh nach Megiddo. Und dort starb er.
28Und seine Knechte führten ihn auf einem Wagen nach Jerusalem. Und sie begruben ihn in seinem Grab bei seinen Vätern in der Davidsstadt.
29Im elften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, war Ahasja König geworden über Juda.
30Und Jehu kam nach Jesreel. Und als Isebel es hörte, belegte sie ihre Augen mit Schminke und machte ihr Haupt schön und schaute zum Fenster hinaus.
31Und als Jehu ins Tor kam, sagte sie: "Ist Friede, [du] Simri, Mörder seines Herrn!"
32Und er erhob sein Angesicht zum Fenster und sagte: "Wer ist mit mir? Wer?" Da blickten zwei, drei Eunuchen20 zu ihm hinab.
33Und er sagte: "Stürzt sie herunter!" Und sie stürzten sie hinab. Und es spritzte von ihrem Blut an die Wand und an die Pferde. Und er zertrampelte sie.
34Und er ging hinein und aß und trank. Und er sagte: "Seht doch nach dieser Verfluchten und begrabt sie, denn sie ist eine Königstochter."
35Und sie gingen hin, um sie zu begraben. Aber sie fanden nichts von ihr als nur den Schädel und die Füße und die Handteller.
36Und sie kamen zurück und meldeten es ihm. Und er sagte: "Das ist das Wort Jahwehs, das er geredet hatte durch die Hand seines leibeigenen Knechtes Elia, des Tischbiters: 'Auf dem Feldstück von Jesreel werden die Hunde das Fleisch Isebels fressen,
37und die Leiche Isebels wird auf dem Feldstück von Jesreel dem Dünger auf dem Felde gleichen, sodass man nicht sagen kann: Das ist Isebel.'"

Fußnoten

  1. 1 o.: Verziehe
  2. 2 w.: was an die Wand uriniert
  3. 3 o.: den Unmündigen und den Mündigen; w.: den Zurückgehaltenen und den Losgelassenen
  4. 4 d. h.: auf dem Feldstück von Jesreel
  5. 5 o.: Falschheit; o.: Ausflüchte
  6. 6 o.: auf das Stufengerüst
  7. 7 Grundbed.: das Widderhorn
  8. 8 i. S. v.: die Stadt verteidigt
  9. 9 eigtl.: wenn es euer Seelen[begehren] ist; o.: wenn eurer Seele danach ist.
  10. 10 o.: Reiter
  11. 11 o.: Antreiben (der Pferde); so a. i. Folg.
  12. 12 o.: er fährt <und treibt an> wie ein Wahnsinniger.
  13. 13 w.: hatte seine Hand mit dem Bogen gefüllt
  14. 14 i. S. v.: zwischen seine Schulterblätter
  15. 15 o.: Adjutanten; eigtl.: Drittkämpfer (der als Dritter auf dem Streitwagen war)
  16. 16 o.: zweispännig
  17. 17 d. h.: diesen Gerichtsspruch
  18. 18 D. i. eine Schwurformel; der Sinn: Wahrlich, das Blut Nabots und das Blut seiner Söhne gestern Nacht habe ich gesehen!
  19. 19 bed.: Gartenhaus
  20. 20 o.: Hofbeamte; Kammerdiener