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Altes Testament

2. Könige Kapitel 19

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah, als der König Hiskia es hörte, da riss er seine Kleider entzwei und hüllte sich in Sacktuch und ging in das Haus Jahwehs.
2Und er sandte Eljakim, der über das Haus war, und Schebna, den Staatsschreiber, und die Ältesten der Priester, in Sacktuch gehüllt, zu Jesaja, dem Sohn des Amoz, dem Propheten,
3dass sie zu ihm sagen sollten: "So sagt Hiskia: Ein Tag der Bedrängnis und der Züchtigung und der Schmähung ist dieser Tag; denn die Kinder sind bis zum Muttermund gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären.
4Vielleicht hört Jahweh, dein Gott, alle Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assur, gesandt hat, den lebenden Gott zu verhöhnen, und bestraft [ihn] wegen der Worte, die Jahweh, dein Gott, gehört hat. So erhebe denn ein Gebet für den Überrest, der sich vorfindet!"
5Und die Knechte des Königs Hiskia kamen zu Jesaja.
6Und Jesaja sagte zu ihnen: "So sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So sagt Jahweh: 'Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Diener des Königs von Assur gelästert haben.
7Siehe! - ich gebe einen Geist in ihn, und er wird eine Nachricht hören und in sein Land zurückkehren, und ich werde ihn in seinem Land durchs Schwert fällen.'"
8Und der Rabschake kehrte zurück und fand den König von Assur im Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachisch abgezogen war.
9Und der [König] hatte über Tirhaka, den König von Kusch1, sagen hören: "Siehe! - er ist ausgezogen, mit dir zu kämpfen." Und er sandte wiederum Boten zu Hiskia und sagte2:
10"So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sagen: Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, da du sagst: 'Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assur gegeben werden!'
11Siehe! Du hast selbst gehört, was die Könige von Assur allen Ländern getan haben, indem sie an ihnen den Bann vollstreckten3. Und du solltest gerettet werden?
12Haben die Götter der Völker, die meine Väter vernichteten, sie gerettet: Gosan und Haran und Rezef und die Söhne Edens, das in Telassar ist?
13Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, von Hena und Awa?"
14Und Hiskia nahm den Brief4 aus der Hand der Boten und las ihn. Und er ging hinauf in das Haus Jahwehs. Und Hiskia breitete ihn vor dem Angesicht Jahwehs aus.
15Und Hiskia betete vor dem Angesicht Jahwehs und sagte: "Jahweh, Gott Israels, der <zwischen>5 den Cherubim thront! Du allein, du bist der [Eine], der Gott6 für alle Königreiche der Erde! Du hast die Himmel und die Erde gemacht.
16Neige, Jahweh, dein Ohr und höre! Öffne, Jahweh, deine Augen und sieh! Ja, höre die Worte Sanheribs, die er gesandt hat, den lebenden Gott zu verhöhnen!
17Es ist wahr, Jahweh, die Könige von Assur haben die Völker und deren Erde verwüstet,
18und sie haben ihre Götter ins Feuer gegeben, denn sie waren keine Götter, sondern Gemachtes von Menschenhänden, Holz und Stein. Und sie haben sie vernichtet.
19Und nun, Jahweh, unser Gott, bitte, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, Jahweh, du allein Gott bist!"
20Und Jesaja, der Sohn des Amoz, sandte zu Hiskia und sagte7: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Was du bezüglich Sanheribs, des Königs von Assur, zu mir gebetet hast, habe ich gehört.'
21Dieses ist das Wort, das Jahweh über ihn gesagt hat: 'Es verachtet dich, es verspottet dich die Jungfrau, die Tochter Zion! Es schüttelt das Haupt hinter dir her die Tochter Jerusalem.'
22'Wen hast du verhöhnt und gelästert? Und gegen wen hast du erhoben die Stimme und emporgerichtet deine Augen? Gegen den Heiligen Israels!
23Durch die Hand deiner Boten hast du den Herrn verhöhnt und gesagt: Mit der Menge meiner Wagen habe ich die Höhe der Berge erstiegen, die <beiden> Flanken des Libanon! Und seine hohen Zedern8 haue ich um, auch seine erlesenen Wacholderbäume. Auf seine äußerste Höhe werde ich kommen, in den Hochwald seines Baumgartens.
24Ich habe gegraben und konnte fremdes Wasser trinken. Und mit meinen Fußsohlen trockne ich aus alle Flussläufe9 Mazors10.'
25'Hast du es nicht gehört? Von fernher habe ich das gewirkt, von den Tagen der Vorzeit her es geformt11. Nun habe ich's kommen lassen, dass du befestigte Städte verwüstest zu öden Steinhaufen.
26Und ihre Bewohner waren machtlos12. Sie wurden bestürzt und zuschanden, wurden [wie] das Gewächs13 des Feldes und [wie] grünes Gras, [wie] Gras auf dem Dach und Getreide vor dem Halmwuchs14.'
27'Ich kenne dein Sitzen, dein Aus- und Eingehen und dein Toben gegen mich.
28Wegen deines Tobens gegen mich, weil dein Übermut in meine Ohren stieg, lege ich meinen Haken in deine Nase15 und meinen Zaum an deine Lippen und führe dich zurück auf dem Weg, auf dem du gekommen bist!' -
29Und dieses sei dir16 zum Zeichen: In diesem Jahr isst man den Nachwuchs und im zweiten Jahr den Wildwuchs. Aber im dritten Jahr sät und erntet und pflanzt Weinberge und esst ihre Frucht!
30Und das Entronnene des Hauses Juda, das übrig geblieben ist, wird wieder Wurzeln schlagen nach unten und Frucht tragen nach oben;
31denn von Jerusalem wird ein Überrest ausgehen, und Entronnenes vom Berg Zion. Der Eifer Jahwehs wird dieses tun."
32"Darum, so sagt Jahweh über den König von Assur: 'Nicht wird er in diese Stadt kommen. Und nicht wird er einen Pfeil dort schießen. Und nicht wird er ihr entgegentreten mit einem Schild. Und nicht wird er einen Wall gegen sie aufschütten!
33Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, auf dem wird er zurückkehren. Und nicht wird er in diese Stadt kommen', ist der Spruch Jahwehs.
34'Und ich werde diese Stadt beschirmen, sie zu retten - um meinetwillen und um Davids willen, meines leibeigenen Knechtes.'"
35Und es geschah in jener Nacht, da ging der Bote Jahwehs aus und schlug im Heerlager Assurs hundertfünfundachtzigtausend [Mann]. Und als man sich früh am Morgen aufmachte - siehe! -, da waren sie allesamt Leichen, tot!
36Und Sanherib, der König von Assur, brach auf und ging und kehrte zurück. Und er blieb in Ninive.
37Und es geschah, als er sich im Haus Nisrochs, seines Gottes, huldigend niederwarf, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Und sie entkamen in das Land Ararat. Und Asarhaddon, sein Sohn, wurde König an seiner Statt.

Fußnoten

  1. 1 Kusch (Name des südl. Niltals) ist das Gebiet südl. v. Syene (Hes 29,10): Äthiopien u. Sudan.
  2. 2 i. S. v.: und ließ sagen
  3. 3 und sie der Vernichtung weihten.
  4. 4 eigtl.: die Buchrollen
  5. 5 Vgl. 2Mo 25,22; 4Mo 7,89; and.: auf; über; bei
  6. 6 Im Heb. steht Elohim mit Artikel: der Gott; i. S. v.: der wahre und alleinige Gott.
  7. 7 i. S. v.: ließ sagen
  8. 8 eigtl.: den Hochwuchs seiner Zedern
  9. 9 und Kanäle
  10. 10 D. i. ein anderer Name für Ägypten; Jes 19,6.
  11. 11 o.: gedanklich gebildet; entworfen; geplant
  12. 12 w.: waren kurz von Hand.
  13. 13 o.: wie die Kräuter; wie grüne Pflanzen
  14. 14 d. h.: wie Getreide, [das verdorrt ist,] ehe es ein stehender Halm werden konnte.
  15. 15 o.: Nüstern; eigtl.: in deine <beiden> Nasenlöcher
  16. 16 Gott wendet sich hier an Hiskia.