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Altes Testament

2. Könige Kapitel 6

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und die Prophetensöhne sagten zu Elisa: "Ach - siehe! - der Ort, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng.
2Lass uns bitte an den Jordan gehen und von dort jeder einen Balken holen und uns da einen Ort herrichten, um daselbst zu wohnen." Und er sagte: "Geht hin."
3Und einer sagte: "Tu uns doch den Gefallen und geh mit deinen Knechten!" Und er sagte: "Ich will mitgehen."
4Und er ging mit ihnen. Und sie kamen an den Jordan und hieben die Bäume um.
5Es geschah aber, als einer seinen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser. Und er rief laut und sagte: "O weh, mein Herr! Und es war geliehen!"
6Und der Mann Gottes sagte: "Wohin ist es gefallen?" Und er zeigte ihm die Stelle. Da schnitt er ein Holz ab und warf es hinein, und er brachte das Eisen zum Schwimmen.
7Und er sagte: "Hol es dir herauf." Da streckte er seine Hand aus und nahm es.
8Und der König von Aram führte Krieg gegen Israel. Und er beriet sich mit seinen Knechten und sagte: "An dem und dem Ort soll mein Lager sein1."
9Da sandte der Mann Gottes zu dem König Israels und sagte: "Hüte dich davor, an diesem Ort vorüberzuziehen; denn dort kommen Aramäer herab."
10Und der König Israels sandte an den Ort, den der Mann Gottes ihm gesagt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und er nahm sich dort in Acht. [Das geschah] nicht einmal und nicht zweimal.
11Da wurde das Herz des Königs von Aram über diese Sache beunruhigt. Und er rief seine Knechte und sagte zu ihnen: "Könnt ihr mir nicht mitteilen, wer von den Unseren zum König Israels [hält]?"
12Und einer von seinen Knechten sagte: "Nicht doch, mein Herr, König; sondern Elisa, der Prophet, der in Israel ist, tut dem König Israels die Worte kund, die du in deiner Schlafkammer redest."
13Und er sagte: "Geht hin und seht, wo er ist, dass ich hinsende und ihn hole." Und es wurde ihm berichtet und gesagt: "Siehe! - er ist in Dotan."
14Da sandte er Pferde und Wagen dorthin und ein starkes Heer. Und sie kamen bei Nacht und umringten die Stadt.
15Und als der persönliche Diener des Mannes Gottes früh aufstand und hinaustrat, - siehe! - [da war] ein Heer, das die Stadt umringte, und Pferde und Wagen. Und sein Bursche sagte zu ihm: "O weh, mein Herr! Was sollen wir tun?"
16Aber er sagte: "Fürchte dich nicht, denn die, die bei uns sind, sind mehr als die, die bei ihnen sind."
17Und Elisa betete und sagte: "Jahweh, bitte, öffne seine Augen, dass er sehe!" Da öffnete Jahweh die Augen des Burschen, und er sah. Und - siehe! - der Berg war voll von feurigen Pferden und Wagen rings um Elisa her.
18Und als sie zu ihm herabkamen, da betete Elisa zu Jahweh und sagte: "Bitte, schlage dieses Volk* mit Blindheit!" Und er schlug sie mit Blindheit gemäß dem Wort Elisas.
19Und Elisa sagte zu ihnen: "Das ist nicht der Weg, und das ist nicht die Stadt! Folgt mir! Ich führe euch zu dem Mann, den ihr sucht." Und er führte sie nach Samaria.
20Und es geschah, als sie nach Samaria gekommen waren, da sagte Elisa: "Jahweh, öffne diesen die Augen, dass sie sehen!" Da öffnete Jahweh ihnen die Augen, und sie sahen. Und - siehe! - [sie waren] mitten in Samaria.
21Und der König Israels sagte zu Elisa, als er sie sah: "Soll ich sie schlagen? Soll ich sie schlagen, mein Vater?"
22Aber er sagte: "Du sollst nicht schlagen! Würdest du die schlagen, die du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen genommen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken und zu ihrem Herrn ziehen."
23Und er richtete ein großes Gastmahl für sie aus, und sie aßen und tranken. Und er entließ sie. Und sie zogen zu ihrem Herrn. Und die Streifscharen der Aramäer kamen hinfort nicht mehr in das Land Israel.
24Und es geschah danach, da versammelte Ben-Hadad, der König von Aram, sein ganzes Heer und zog hinauf und belagerte Samaria.
25Und es war großer Hunger in Samaria. Und - siehe! - sie belagerten es, bis ein Eselskopf achtzig [Schekel] Silber <wert> war und ein viertel Kab2 Taubenmist fünf [Schekel] Silber.
26Und es geschah, als der König Israels auf der Mauer einherging, da rief eine Frau laut zu ihm: "Hilf, mein Herr, König!"
27Aber er sagte: "Hilft dir Jahweh nicht, woher soll ich dir helfen? Von der Tenne oder von der Kelter?"
28Und der König sagte zu ihr: "Was ist [mit] dir?" Und sie sagte: "Diese Frau da hat zu mir gesagt: 'Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen. Und morgen essen wir meinen Sohn.'
29Und so kochten wir meinen Sohn und aßen ihn. Und ich sagte zu ihr am nächsten Tag: 'Gib deinen Sohn her, dass wir ihn essen!' Da hatte sie ihren Sohn versteckt."
30Und es geschah, als der König die Worte der Frau hörte, da riss er seine Kleider entzwei, während er auf der Mauer einherging. Und das Volk sah, und - siehe! - Sacktuch war inwendig auf seinem Fleisch.
31Und er sagte: "So soll mir Gott tun und so hinzufügen, wenn der Kopf Elisas, des Sohnes Schafats, heute auf ihm bleibt!"
32Elisa aber saß in seinem Haus, und die Ältesten saßen bei ihm. Und der König sandte einen Mann vor sich her. Bevor nun der Bote zu ihm kam, sagte er zu den Ältesten: "Habt ihr gesehen, dass dieser Mördersohn hergesandt hat, mir den Kopf wegzunehmen? Seht zu, sobald der Bote kommt, verschließt die Tür und drängt ihn mit der Tür zurück! Ist nicht das Geräusch der Tritte seines Herrn hinter ihm?"
33Noch redete er mit ihnen - siehe! -, da kam der Bote zu ihm herab. Und er3 sagte: "Siehe! - Dieses Unheil ist von Jahweh. Was soll ich da noch auf Jahweh warten?"

Fußnoten

  1. 1 o.: wollen wir uns in den Hinterhalt legen; Bed. nicht gesichert.
  2. 2 D. s. ca. 0,3-0,5 l. Ein Kab ist ca. 1,2-2,0 l.
  3. 3 vmtl.: der nach dem Boten eintretende König (2Kön 7,2.17)