Altes Testament
2. Könige Kapitel 4
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und eine Frau von den Frauen der Prophetensöhne rief laut zu Elisa und sagte: "Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben. Und du hattest selbst erkannt, dass dein Knecht Jahweh fürchtete. Und [nun] ist der Geldverleiher gekommen, um sich meine beiden Jungen1 zu leibeigenen Knechten zu nehmen."
2Und Elisa sagte zu ihr: "Was soll ich für dich tun? Sag mir, was hast du im Haus?" Und sie sagte: "Deine leibeigene Magd hat gar nichts im Haus als nur einen Krug Öl."
3Und er sagte: "Gehe hin, erbitte dir draußen von allen deinen Nachbarn Gefäße, leere Gefäße. Lass sie nicht wenige sein!
4Und gehe hinein und verschließe die Tür hinter dir und hinter deinen Söhnen und gieße in alle diese Gefäße. Und was voll ist, stelle beiseite."
5Und sie ging von ihm und verschloss die Tür hinter sich und hinter ihren Söhnen. Diese reichten ihr, und sie goss ein.
6Und es geschah, als die Gefäße voll waren, da sagte sie zu ihrem Sohn: "Reiche mir noch ein Gefäß." Aber er sagte zu ihr: "Es ist kein Gefäß mehr da." Da stand das Öl <still>.
7Und sie kam und berichtete es dem Mann Gottes. Und er sagte: "Gehe hin, verkaufe das Öl und bezahle deine Schulden. Du aber und deine Söhne, lebt von dem Übriggebliebenen."
8Und es geschah eines Tages, da ging Elisa nach Schunem hinüber. Und dort war eine wohlhabende Frau. Und sie nötigte ihn, Brot zu essen. Und es geschah, sooft er hinüberkam, kehrte er dort ein, Brot zu essen.
9Und sie sagte zu ihrem Mann: "Ach - siehe! - ich habe erkannt, dass er ein heiliger Mann Gottes ist, jener, der beständig zu uns herüberkommt.
10Lass uns doch ein kleines gemauertes Obergemach machen. Und wir wollen ihm dort Bett und Tisch und Stuhl und Leuchter hinstellen. Und es soll geschehen, wenn er zu uns kommt, mag er dort einkehren."
11Und es geschah eines Tages, als er dorthin kam, kehrte er in das Obergemach ein und schlief dort.
12Und er sagte zu Gehasi, seinem Burschen: "Rufe diese Schunemiterin!" Und er rief sie. Und sie trat vor ihn.
13Und er hatte zu ihm gesagt: "Sage doch zu ihr: 'Siehe! - du hast dir unseretwegen all diese Unruhe gemacht. Was wäre für dich zu tun? Ist für dich mit dem König zu reden oder mit dem Heerobersten?'" Und sie sagte: "Ich wohne ja mitten unter meinem Volk."
14Und er sagte: "Was wäre für sie zu tun?" Und Gehasi sagte: "Ach, sie hat keinen Sohn. Und ihr Mann ist alt."
15Und er sagte: "Rufe sie!" Und er rief sie. Und sie stand am Eingang.
16Und er sagte: "Zur bestimmten Zeit übers Jahr2 wirst du einen Sohn herzen." Und sie sagte: "Nicht doch, mein Herr, Mann Gottes! Du sollst deine leibeigene Magd nicht anlügen."
17Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn zur bestimmten Zeit übers Jahr, wie Elisa zu ihr gesagt hatte.
18Und der Junge3 wurde groß. Und es geschah eines Tages, da ging er zu seinem Vater hinaus, zu den Schnittern.
19Und er sagte zu seinem Vater: "Mein Kopf, mein Kopf!" Und er sagte zu dem Burschen: "Trag ihn zu seiner Mutter."
20Und der hob ihn auf und brachte ihn zu seiner Mutter. Und er saß auf ihren Knien bis zum Mittag. Und er starb.
21Da ging sie hinauf und legte ihn auf das Bett des Mannes Gottes. Und sie schloss hinter ihm zu und ging hinaus.
22Und sie rief ihren Mann und sagte: "Sende mir doch einen von den Burschen und eine von den Eselinnen, dass ich zu dem Mann Gottes laufe und wiederkomme."
23Und er sagte: "Warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist weder Neumond noch Sabbat." Und sie sagte: "Friede!"
24Und sie sattelte die Eselin und sagte zu ihrem Burschen: "Treibe immerfort an! Du darfst mich nicht aufhalten beim Reiten, es sei denn, ich sage es dir!"
25So zog sie hin und kam auf den Berg Karmel zu dem Mann Gottes. Und es geschah, als der Mann Gottes sie von ferne sah, da sagte er zu Gehasi, seinem Burschen: "Sieh dort, die Schunemiterin!
26Nun, laufe ihr doch entgegen und sage zu ihr: 'Ist dir Friede <und Wohlergehen>4? Ist Friede deinem Mann? Ist Friede dem Jungen?'" Und sie sagte: "Friede!"
27Und sie kam zu dem Mann Gottes auf den Berg und hielt seine Füße fest. Und Gehasi trat herzu, um sie wegzustoßen. Der Mann Gottes aber sagte: "Lass sie, denn ihre Seele ist ihr bitter! Und Jahweh hat es mir verborgen und es mir nicht mitgeteilt."
28Und sie sagte: "Habe ich einen Sohn von meinem Herrn erbeten? Hatte ich nicht gesagt: 'Mach mir keine falschen Hoffnungen!'?"
29Und er sagte zu Gehasi: "Gürte deine Lenden, und nimm meinen Stab in deine Hand und gehe hin. Wenn du jemanden triffst5, grüße6 ihn nicht. Und wenn jemand dich grüßt, antworte ihm nicht. Und lege meinen Stab auf das Angesicht des Knaben."
30Und die Mutter des Knaben sagte: "So wahr Jahweh lebt und deine Seele lebt, wenn ich von dir lasse ...7!" Da machte er sich auf und ging hinter ihr her.
31Gehasi aber war ihnen vorausgegangen und hatte den Stab auf das Angesicht des Knaben gelegt. Aber da war kein Laut und kein Aufmerken. Und er kehrte zurück, ihm entgegen, und gab ihm Bericht und sagte: "Der Knabe ist nicht erwacht."
32Und als Elisa in das Haus kam - siehe! -, da lag der Knabe tot auf seinem Bett.
33Und er ging hinein und schloss die Tür hinter ihnen beiden zu und tat Fürbitte bei Jahweh.
34Und er stieg hinauf und legte sich auf den Jungen. Und er legte seinen Mund auf dessen Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Handflächen auf dessen Handflächen und beugte sich <so> über ihn. Da wurde der Leib8 des Jungen warm.
35Dann ging er wiederum im Haus einmal dahin und einmal dorthin. Und er stieg hinauf und beugte sich über ihn. Da nieste der Knabe siebenmal. Und der Knabe öffnete seine Augen.
36Er aber rief Gehasi und sagte: "Rufe diese9 Schunemiterin!" Und er rief sie. Und sie kam zu ihm herein. Und er sagte: "Nimm deinen Sohn!"
37Da kam sie und fiel ihm zu Füßen und warf sich huldigend zur Erde nieder. Und sie nahm ihren Sohn und ging hinaus.
38Elisa aber kehrte nach Gilgal zurück. Und es war Hunger im Land. Und die Prophetensöhne saßen vor ihm. Und er sagte zu seinem Burschen: "Setze den großen Topf auf und koche ein Gericht für die Prophetensöhne."
39Da ging einer auf das Feld hinaus, um Kräuter aufzulesen. Und er fand ein Rankengewächs des Feldes und las davon Koloquinten10 des Feldes, sein Gewand voll. Und er kam und schnitt sie in den Kochtopf, denn sie kannten sie nicht.
40Und sie schütteten es aus zum Essen für die Männer. Aber es geschah, als sie von dem Gericht aßen, da riefen sie laut und sagten: "Der Tod ist im Topf, Mann Gottes!" Und sie konnten nicht essen.
41Und er sagte: "Holt Mehl!" Und er warf es in den Topf und sagte: "Schütte es aus für das Volk, dass sie essen." Und es war nichts Schlechtes im Topf.
42Und ein Mann kam von Baal-Schalischa und brachte dem Mann Gottes Brot der Erstlinge11, zwanzig Gerstenbrote, und Jungkorn in seinem Sack. Und er sagte: "Gib dem Volk, dass sie essen!"
43Und sein persönlicher Diener12 sagte: "Wie soll ich dieses hundert Mann vorsetzen?" Und er sagte: "Gib dem Volk, dass sie essen! - Fürwahr, so sagt Jahweh: 'Essen und übrig lassen.'"
44Und er legte <sie> vor ihre Angesichter. Und sie aßen, und sie ließen übrig - gemäß dem Wort Jahwehs.
2Und Elisa sagte zu ihr: "Was soll ich für dich tun? Sag mir, was hast du im Haus?" Und sie sagte: "Deine leibeigene Magd hat gar nichts im Haus als nur einen Krug Öl."
3Und er sagte: "Gehe hin, erbitte dir draußen von allen deinen Nachbarn Gefäße, leere Gefäße. Lass sie nicht wenige sein!
4Und gehe hinein und verschließe die Tür hinter dir und hinter deinen Söhnen und gieße in alle diese Gefäße. Und was voll ist, stelle beiseite."
5Und sie ging von ihm und verschloss die Tür hinter sich und hinter ihren Söhnen. Diese reichten ihr, und sie goss ein.
6Und es geschah, als die Gefäße voll waren, da sagte sie zu ihrem Sohn: "Reiche mir noch ein Gefäß." Aber er sagte zu ihr: "Es ist kein Gefäß mehr da." Da stand das Öl <still>.
7Und sie kam und berichtete es dem Mann Gottes. Und er sagte: "Gehe hin, verkaufe das Öl und bezahle deine Schulden. Du aber und deine Söhne, lebt von dem Übriggebliebenen."
8Und es geschah eines Tages, da ging Elisa nach Schunem hinüber. Und dort war eine wohlhabende Frau. Und sie nötigte ihn, Brot zu essen. Und es geschah, sooft er hinüberkam, kehrte er dort ein, Brot zu essen.
9Und sie sagte zu ihrem Mann: "Ach - siehe! - ich habe erkannt, dass er ein heiliger Mann Gottes ist, jener, der beständig zu uns herüberkommt.
10Lass uns doch ein kleines gemauertes Obergemach machen. Und wir wollen ihm dort Bett und Tisch und Stuhl und Leuchter hinstellen. Und es soll geschehen, wenn er zu uns kommt, mag er dort einkehren."
11Und es geschah eines Tages, als er dorthin kam, kehrte er in das Obergemach ein und schlief dort.
12Und er sagte zu Gehasi, seinem Burschen: "Rufe diese Schunemiterin!" Und er rief sie. Und sie trat vor ihn.
13Und er hatte zu ihm gesagt: "Sage doch zu ihr: 'Siehe! - du hast dir unseretwegen all diese Unruhe gemacht. Was wäre für dich zu tun? Ist für dich mit dem König zu reden oder mit dem Heerobersten?'" Und sie sagte: "Ich wohne ja mitten unter meinem Volk."
14Und er sagte: "Was wäre für sie zu tun?" Und Gehasi sagte: "Ach, sie hat keinen Sohn. Und ihr Mann ist alt."
15Und er sagte: "Rufe sie!" Und er rief sie. Und sie stand am Eingang.
16Und er sagte: "Zur bestimmten Zeit übers Jahr2 wirst du einen Sohn herzen." Und sie sagte: "Nicht doch, mein Herr, Mann Gottes! Du sollst deine leibeigene Magd nicht anlügen."
17Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn zur bestimmten Zeit übers Jahr, wie Elisa zu ihr gesagt hatte.
18Und der Junge3 wurde groß. Und es geschah eines Tages, da ging er zu seinem Vater hinaus, zu den Schnittern.
19Und er sagte zu seinem Vater: "Mein Kopf, mein Kopf!" Und er sagte zu dem Burschen: "Trag ihn zu seiner Mutter."
20Und der hob ihn auf und brachte ihn zu seiner Mutter. Und er saß auf ihren Knien bis zum Mittag. Und er starb.
21Da ging sie hinauf und legte ihn auf das Bett des Mannes Gottes. Und sie schloss hinter ihm zu und ging hinaus.
22Und sie rief ihren Mann und sagte: "Sende mir doch einen von den Burschen und eine von den Eselinnen, dass ich zu dem Mann Gottes laufe und wiederkomme."
23Und er sagte: "Warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist weder Neumond noch Sabbat." Und sie sagte: "Friede!"
24Und sie sattelte die Eselin und sagte zu ihrem Burschen: "Treibe immerfort an! Du darfst mich nicht aufhalten beim Reiten, es sei denn, ich sage es dir!"
25So zog sie hin und kam auf den Berg Karmel zu dem Mann Gottes. Und es geschah, als der Mann Gottes sie von ferne sah, da sagte er zu Gehasi, seinem Burschen: "Sieh dort, die Schunemiterin!
26Nun, laufe ihr doch entgegen und sage zu ihr: 'Ist dir Friede <und Wohlergehen>4? Ist Friede deinem Mann? Ist Friede dem Jungen?'" Und sie sagte: "Friede!"
27Und sie kam zu dem Mann Gottes auf den Berg und hielt seine Füße fest. Und Gehasi trat herzu, um sie wegzustoßen. Der Mann Gottes aber sagte: "Lass sie, denn ihre Seele ist ihr bitter! Und Jahweh hat es mir verborgen und es mir nicht mitgeteilt."
28Und sie sagte: "Habe ich einen Sohn von meinem Herrn erbeten? Hatte ich nicht gesagt: 'Mach mir keine falschen Hoffnungen!'?"
29Und er sagte zu Gehasi: "Gürte deine Lenden, und nimm meinen Stab in deine Hand und gehe hin. Wenn du jemanden triffst5, grüße6 ihn nicht. Und wenn jemand dich grüßt, antworte ihm nicht. Und lege meinen Stab auf das Angesicht des Knaben."
30Und die Mutter des Knaben sagte: "So wahr Jahweh lebt und deine Seele lebt, wenn ich von dir lasse ...7!" Da machte er sich auf und ging hinter ihr her.
31Gehasi aber war ihnen vorausgegangen und hatte den Stab auf das Angesicht des Knaben gelegt. Aber da war kein Laut und kein Aufmerken. Und er kehrte zurück, ihm entgegen, und gab ihm Bericht und sagte: "Der Knabe ist nicht erwacht."
32Und als Elisa in das Haus kam - siehe! -, da lag der Knabe tot auf seinem Bett.
33Und er ging hinein und schloss die Tür hinter ihnen beiden zu und tat Fürbitte bei Jahweh.
34Und er stieg hinauf und legte sich auf den Jungen. Und er legte seinen Mund auf dessen Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Handflächen auf dessen Handflächen und beugte sich <so> über ihn. Da wurde der Leib8 des Jungen warm.
35Dann ging er wiederum im Haus einmal dahin und einmal dorthin. Und er stieg hinauf und beugte sich über ihn. Da nieste der Knabe siebenmal. Und der Knabe öffnete seine Augen.
36Er aber rief Gehasi und sagte: "Rufe diese9 Schunemiterin!" Und er rief sie. Und sie kam zu ihm herein. Und er sagte: "Nimm deinen Sohn!"
37Da kam sie und fiel ihm zu Füßen und warf sich huldigend zur Erde nieder. Und sie nahm ihren Sohn und ging hinaus.
38Elisa aber kehrte nach Gilgal zurück. Und es war Hunger im Land. Und die Prophetensöhne saßen vor ihm. Und er sagte zu seinem Burschen: "Setze den großen Topf auf und koche ein Gericht für die Prophetensöhne."
39Da ging einer auf das Feld hinaus, um Kräuter aufzulesen. Und er fand ein Rankengewächs des Feldes und las davon Koloquinten10 des Feldes, sein Gewand voll. Und er kam und schnitt sie in den Kochtopf, denn sie kannten sie nicht.
40Und sie schütteten es aus zum Essen für die Männer. Aber es geschah, als sie von dem Gericht aßen, da riefen sie laut und sagten: "Der Tod ist im Topf, Mann Gottes!" Und sie konnten nicht essen.
41Und er sagte: "Holt Mehl!" Und er warf es in den Topf und sagte: "Schütte es aus für das Volk, dass sie essen." Und es war nichts Schlechtes im Topf.
42Und ein Mann kam von Baal-Schalischa und brachte dem Mann Gottes Brot der Erstlinge11, zwanzig Gerstenbrote, und Jungkorn in seinem Sack. Und er sagte: "Gib dem Volk, dass sie essen!"
43Und sein persönlicher Diener12 sagte: "Wie soll ich dieses hundert Mann vorsetzen?" Und er sagte: "Gib dem Volk, dass sie essen! - Fürwahr, so sagt Jahweh: 'Essen und übrig lassen.'"
44Und er legte <sie> vor ihre Angesichter. Und sie aßen, und sie ließen übrig - gemäß dem Wort Jahwehs.
Fußnoten
- 1 eigtl.: die beiden [von] mir Geborenen
- 2 o.: Zu dieser bestimmten Zeit, um die Zeit, [wenn wieder] Leben [kommt]; so a. V. 17.
- 3 eigtl.: der [von ihr] Geborene; so a. V. 26.34.
- 4 o.: Hast du Wohlbefinden; bzw.: Geht es dir gut; so a. i. Folg.
- 5 Grundbed.: finden
- 6 eigtl.: segne; so a. i. Folg.
- 7 D. i. eine Schwurformel; nur die erste Hälfte des Satzes wird ausgesprochen.
- 8 w.: das Fleisch
- 9 hier evtl. i. S. v.: unsere
- 10 o.: Bitterkürbisse (Der Bitterkürbis ist eine giftige Pflanze aus der Familie der Kürbisse mit 2-7 cm großen Knollen.)
- 11 Gemeint ist das erste Brot aus frischem Korn der ersten Ernte.
- 12 o.: der ihm Aufwartende; so a. 6,15.