Altes Testament
Richter Kapitel 18
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1In jenen Tagen war kein König in Israel. Und in jenen Tagen war der Stamm der Daniter auf der Suche nach einem Erbteil für sich zum Wohnen, denn bis zu diesem Tag war ihm kein Erbteil mitten unter den Stämmen Israels zugefallen.
2Und die Söhne Dans sandten aus ihrer Sippe, aus ihrer Gesamtheit, aus Zora und aus Eschtaol, fünf Männer aus, kriegstüchtige Leute1, um das Land zu erkunden und zu erforschen. Und sie sagten zu ihnen: "Geht hin, erforscht das Land." Und sie kamen in das Bergland Ephraim, zum Haus Michas. Und sie übernachteten dort.
3Als sie beim Haus Michas waren, erkannten sie die Stimme2 des jungen Mannes, des Leviten, und wandten sich dahin und sagten zu ihm: "Wer hat dich hierhergebracht? Und was tust du hier? Und was hast du hier?"
4Und er sagte zu ihnen: "So und so hat Micha mir getan. Und er hat mich angeheuert. Und ich bin sein Priester geworden."
5Und sie sagten zu ihm: "Frage doch Gott, dass wir erfahren, ob unser Weg, den wir gehen, Gelingen haben wird."
6Und der Priester sagte zu ihnen: "Geht in Frieden! Vor Jahweh ist euer Weg, auf dem ihr zieht."
7Und die fünf Männer gingen hin und kamen nach Lajisch3. Und sie sahen, dass das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnte, nach der Art der Sidonier, ruhig und sorglos4. Und es gab niemanden, der einem etwas zuleide tat im Land, [niemanden,] der fremdes Vermögen in Besitz genommen hatte5. Und sie waren [weit] entfernt von den Sidoniern und hatten mit Menschen6 nichts zu schaffen.
8Und sie kamen zu ihren Brüdern nach Zora und Eschtaol. Und ihre Brüder sagten zu ihnen: "Was [bringt] ihr?"
9Und sie sagten: "Macht euch auf und lasst uns gegen sie hinaufziehen, denn wir haben das Land besehen, und - siehe! - es ist sehr gut. Und ihr seid untätig? Seid nicht träge, zu gehen, hinzukommen, um das Land <als Erbe> in Besitz zu nehmen!
10Wenn ihr hinkommt, werdet ihr zu einem sorglosen Volk kommen. Und das Land ist nach allen Seiten hin offen. Ja, Gott hat es in eure Hand gegeben: Es ist ein Ort, wo es an nichts mangelt von allem, was es auf der Erde gibt."
11Und sie brachen auf von dort, aus der Sippe der Daniter, aus Zora und aus Eschtaol, sechshundert Mann, umgürtet mit Kriegsgeräten.
12Und sie zogen hinauf und lagerten zu Kirjat-Jearim in Juda. (Daher hat man diesen Ort Machaneh-Dan7 genannt - bis zu diesem Tag. Siehe! - er ist hinter8 Kirjat-Jearim.)
13Und von dort zogen sie weiter ins Bergland Ephraim. Und sie kamen zum Haus Michas.
14Und die fünf Männer, die gegangen waren, das Land Lajisch zu erkunden, begannen9 und sagten zu ihren Brüdern: "Wisst ihr, dass es in diesen Häusern Ephod und Teraphim10 gibt und ein Schnitzbild und Gussbild? Und jetzt wisst ihr, was ihr zu tun habt."
15Und sie bogen dahin ab und traten in das Haus des jungen Mannes, des Leviten, das Haus Michas, und fragten ihn nach seinem Frieden <und Wohlergehen>11.
16Die sechshundert mit ihrem Kriegsgerät umgürteten Männer aber, die von den Söhnen Dans waren, blieben am Eingang des Tores stehen.
17Und die fünf Männer, die gegangen waren, das Land zu erkunden, gingen hinauf, kamen hinein, nahmen das Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim12 und das Gussbild. Und der Priester stand am Eingang des Tores - und [ebenso] die sechshundert Mann, die mit Kriegsgerät umgürtet waren.
18Und als jene in das Haus Michas gegangen waren und das Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim und das Gussbild genommen hatten, sagte der Priester zu ihnen: "Was tut ihr?"
19Und sie sagten zu ihm: "Schweig! Lege deine Hand auf deinen Mund und geh mit uns! Und sei uns Vater und Priester! Ist es besser für dich, Priester für das Haus eines einzelnen Mannes zu sein oder Priester zu sein für einen Stamm und eine Sippe in Israel?"
20Da wurde das Herz des Priesters froh. Und er nahm das Ephod und die Teraphim und das Schnitzbild und trat mitten unter das Volk.
21Und sie wandten sich und gingen. Und sie verlegten die kleinen Kinder und das Vieh und den Tross nach vorne13.
22Sie waren schon weit vom Haus Michas entfernt, da versammelten sich die Männer, die in den Häusern um das Haus Michas [wohnten]. Und sie holten die Söhne Dans ein
23und riefen den Söhnen Dans zu. Diese wandten ihr Angesicht und sagten zu Micha: "Was ist mit dir, dass du [die Leute] zusammengerufen hast14?"
24Und er sagte: "Ihr habt meine Götter, die ich gemacht hatte, genommen und den Priester dazu, und seid weggezogen. Und was habe ich [nun] noch? Und was soll das, dass ihr zu mir sagt: 'Was ist mit dir?'"
25Aber die Söhne Dans sagten zu ihm: "Lass deine Stimme nicht [mehr] bei uns hören, damit nicht Männer mit verbitterter Seele über euch herfallen und du deine Seele15 verwirkst und die Seele deines Hauses!"
26Und die Söhne Dans zogen ihres Weges. Und als Micha sah, dass sie stärker waren als er, wandte er sich und kehrte in sein Haus zurück.
27Sie aber nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, den er gehabt hatte. Und sie kamen über Lajisch, ein ruhiges und sorgloses Volk, und schlugen es mit der Schneide16 des Schwerts. Und die Stadt verbrannten sie im Feuer.
28Und da war kein Retter - denn sie war [weit] entfernt von Sidon, und sie hatten mit Menschen nichts zu schaffen gehabt, und sie [lag] in der Talebene, die zu Beth-Rehob gehört. Und sie bauten die Stadt [auf] und wohnten darin.
29Und sie gaben der Stadt den Namen Dan, nach dem Namen Dans, ihres Vaters, der dem Israel geboren worden war. Früher jedoch war Lajisch der Name der Stadt gewesen.
30Und die Söhne Dans richteten sich das Schnitzbild auf. Und Jonathan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes Moses, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der Daniter bis zu dem Tag der Wegführung des Landes.
31Und sie stellten sich das Schnitzbild Michas auf, das er gemacht hatte, all die Tage, solange das Haus Gottes in Silo war.
2Und die Söhne Dans sandten aus ihrer Sippe, aus ihrer Gesamtheit, aus Zora und aus Eschtaol, fünf Männer aus, kriegstüchtige Leute1, um das Land zu erkunden und zu erforschen. Und sie sagten zu ihnen: "Geht hin, erforscht das Land." Und sie kamen in das Bergland Ephraim, zum Haus Michas. Und sie übernachteten dort.
3Als sie beim Haus Michas waren, erkannten sie die Stimme2 des jungen Mannes, des Leviten, und wandten sich dahin und sagten zu ihm: "Wer hat dich hierhergebracht? Und was tust du hier? Und was hast du hier?"
4Und er sagte zu ihnen: "So und so hat Micha mir getan. Und er hat mich angeheuert. Und ich bin sein Priester geworden."
5Und sie sagten zu ihm: "Frage doch Gott, dass wir erfahren, ob unser Weg, den wir gehen, Gelingen haben wird."
6Und der Priester sagte zu ihnen: "Geht in Frieden! Vor Jahweh ist euer Weg, auf dem ihr zieht."
7Und die fünf Männer gingen hin und kamen nach Lajisch3. Und sie sahen, dass das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnte, nach der Art der Sidonier, ruhig und sorglos4. Und es gab niemanden, der einem etwas zuleide tat im Land, [niemanden,] der fremdes Vermögen in Besitz genommen hatte5. Und sie waren [weit] entfernt von den Sidoniern und hatten mit Menschen6 nichts zu schaffen.
8Und sie kamen zu ihren Brüdern nach Zora und Eschtaol. Und ihre Brüder sagten zu ihnen: "Was [bringt] ihr?"
9Und sie sagten: "Macht euch auf und lasst uns gegen sie hinaufziehen, denn wir haben das Land besehen, und - siehe! - es ist sehr gut. Und ihr seid untätig? Seid nicht träge, zu gehen, hinzukommen, um das Land <als Erbe> in Besitz zu nehmen!
10Wenn ihr hinkommt, werdet ihr zu einem sorglosen Volk kommen. Und das Land ist nach allen Seiten hin offen. Ja, Gott hat es in eure Hand gegeben: Es ist ein Ort, wo es an nichts mangelt von allem, was es auf der Erde gibt."
11Und sie brachen auf von dort, aus der Sippe der Daniter, aus Zora und aus Eschtaol, sechshundert Mann, umgürtet mit Kriegsgeräten.
12Und sie zogen hinauf und lagerten zu Kirjat-Jearim in Juda. (Daher hat man diesen Ort Machaneh-Dan7 genannt - bis zu diesem Tag. Siehe! - er ist hinter8 Kirjat-Jearim.)
13Und von dort zogen sie weiter ins Bergland Ephraim. Und sie kamen zum Haus Michas.
14Und die fünf Männer, die gegangen waren, das Land Lajisch zu erkunden, begannen9 und sagten zu ihren Brüdern: "Wisst ihr, dass es in diesen Häusern Ephod und Teraphim10 gibt und ein Schnitzbild und Gussbild? Und jetzt wisst ihr, was ihr zu tun habt."
15Und sie bogen dahin ab und traten in das Haus des jungen Mannes, des Leviten, das Haus Michas, und fragten ihn nach seinem Frieden <und Wohlergehen>11.
16Die sechshundert mit ihrem Kriegsgerät umgürteten Männer aber, die von den Söhnen Dans waren, blieben am Eingang des Tores stehen.
17Und die fünf Männer, die gegangen waren, das Land zu erkunden, gingen hinauf, kamen hinein, nahmen das Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim12 und das Gussbild. Und der Priester stand am Eingang des Tores - und [ebenso] die sechshundert Mann, die mit Kriegsgerät umgürtet waren.
18Und als jene in das Haus Michas gegangen waren und das Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim und das Gussbild genommen hatten, sagte der Priester zu ihnen: "Was tut ihr?"
19Und sie sagten zu ihm: "Schweig! Lege deine Hand auf deinen Mund und geh mit uns! Und sei uns Vater und Priester! Ist es besser für dich, Priester für das Haus eines einzelnen Mannes zu sein oder Priester zu sein für einen Stamm und eine Sippe in Israel?"
20Da wurde das Herz des Priesters froh. Und er nahm das Ephod und die Teraphim und das Schnitzbild und trat mitten unter das Volk.
21Und sie wandten sich und gingen. Und sie verlegten die kleinen Kinder und das Vieh und den Tross nach vorne13.
22Sie waren schon weit vom Haus Michas entfernt, da versammelten sich die Männer, die in den Häusern um das Haus Michas [wohnten]. Und sie holten die Söhne Dans ein
23und riefen den Söhnen Dans zu. Diese wandten ihr Angesicht und sagten zu Micha: "Was ist mit dir, dass du [die Leute] zusammengerufen hast14?"
24Und er sagte: "Ihr habt meine Götter, die ich gemacht hatte, genommen und den Priester dazu, und seid weggezogen. Und was habe ich [nun] noch? Und was soll das, dass ihr zu mir sagt: 'Was ist mit dir?'"
25Aber die Söhne Dans sagten zu ihm: "Lass deine Stimme nicht [mehr] bei uns hören, damit nicht Männer mit verbitterter Seele über euch herfallen und du deine Seele15 verwirkst und die Seele deines Hauses!"
26Und die Söhne Dans zogen ihres Weges. Und als Micha sah, dass sie stärker waren als er, wandte er sich und kehrte in sein Haus zurück.
27Sie aber nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, den er gehabt hatte. Und sie kamen über Lajisch, ein ruhiges und sorgloses Volk, und schlugen es mit der Schneide16 des Schwerts. Und die Stadt verbrannten sie im Feuer.
28Und da war kein Retter - denn sie war [weit] entfernt von Sidon, und sie hatten mit Menschen nichts zu schaffen gehabt, und sie [lag] in der Talebene, die zu Beth-Rehob gehört. Und sie bauten die Stadt [auf] und wohnten darin.
29Und sie gaben der Stadt den Namen Dan, nach dem Namen Dans, ihres Vaters, der dem Israel geboren worden war. Früher jedoch war Lajisch der Name der Stadt gewesen.
30Und die Söhne Dans richteten sich das Schnitzbild auf. Und Jonathan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes Moses, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der Daniter bis zu dem Tag der Wegführung des Landes.
31Und sie stellten sich das Schnitzbild Michas auf, das er gemacht hatte, all die Tage, solange das Haus Gottes in Silo war.
Fußnoten
- 1 eigtl.: Söhne von Heldenstärke <und Heldenmut>
- 2 i. S. v.: die Mundart
- 3 D. i. Leschem, Jos 19,47.
- 4 und sich in Sicherheit wähnend; so a. Ri 18,10.27.
- 5 o.: der Macht ergriffen hätte; Bed. des Wortes nicht gesichert.
- 6 i. S. v.: mit anderen Menschen; so a. V. 28.
- 7 bed.: Heerlager Dans
- 8 d. h.: westlich von
- 9 eigtl.: antworteten
- 10 D. i. eine kleine Hausgötzenfigur. (Das Wort kann eine oder mehrere Figuren bezeichnen.)
- 11 o.: entboten ihm den Friedensgruß.
- 12 o.: den Teraphim; so a. i. Folg.
- 13 d. h.: an die Spitze des Zuges.
- 14 o.: [zu den Waffen] gerufen hast
- 15 d. h.: dein Leben
- 16 eigtl.: mit dem Mund