Altes Testament
Richter Kapitel 6
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und die Söhne Israels taten das Böse in den Augen Jahwehs. Und Jahweh gab sie in die Hand Midians, sieben Jahre.
2Und die Hand Midians wurde stark über Israel. [Zum Schutz] vor Midian machten sich die Söhne Israels die Löcher1, die in den Bergen sind, und die Höhlen und die Bergfesten.
3Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, zog Midian herauf - und Amalek und die Söhne des Ostens2. Und sie zogen gegen sie herauf
4und lagerten sich gegen sie und verderbten den Ertrag des Landes bis [dorthin, wo] man nach Gaza kommt. Und sie ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, weder Kleinvieh noch Rind noch Esel.
5Wenn sie mit ihren Herden und mit ihren Zelten heraufzogen, kamen sie wie die Heuschrecken an Menge, und sie und ihre Kamele waren ohne Zahl. Und sie kamen ins Land, es zu verderben.
6Und Israel verarmte sehr wegen Midian. Und die Söhne Israels riefen laut zu Jahweh.
7Und es geschah, als die Söhne Israels wegen Midian laut zu Jahweh riefen,
8da sandte Jahweh einen Mann, zu den Söhnen Israels, einen Propheten, und er sagte zu ihnen: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: Ich führte euch aus Ägypten herauf und führte euch aus dem Haus der Knechtschaft heraus
9und rettete euch aus der Hand der Ägypter und aus der Hand aller eurer Bedrücker. Und ich vertrieb sie vor euch und gab euch ihr Land.
10Und ich sagte zu euch: 'Ich bin Jahweh, euer Gott; ihr sollt nicht die Götter der Amoriter fürchten, in deren Land ihr wohnt.' Aber ihr habt nicht auf meine Stimme gehört."
11Und der Bote Jahwehs kam und setzte sich unter die Terebinthe, die in Ofra war, die Joasch, dem Abiësriter, gehörte. Und Gideon, sein Sohn, schlug gerade Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen.
12Und der Bote Jahwehs erschien ihm und sagte zu ihm: "Jahweh ist mit dir, kriegstüchtiger Mann!"
13Und Gideon sagte zu ihm: "Verzeihung3, mein Herr! Wenn Jahweh mit uns ist, weshalb ist uns dieses alles widerfahren? Und wo sind alle seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählten, als sie sagten: 'Hat Jahweh uns nicht aus Ägypten heraufgeführt?' Und nun hat Jahweh uns verworfen und uns in den Griff4 Midians gegeben."
14Und Jahweh wandte sich ihm zu und sagte: "Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus dem Griff Midians! Habe ich dich nicht gesandt?"
15Und er sagte zu ihm: "Verzeihung, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe! - Meine Tausendschaft5 ist die geringste in Manasse. Und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters."
16Und Jahweh sagte zu ihm: "Ich werde ja mit dir sein! Und du wirst Midian schlagen wie einen einzigen Mann."
17Und er sagte zu ihm: "Wenn ich denn in deinen Augen Gnade gefunden habe, gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet.
18Weiche bitte nicht von hier, bis ich zu dir komme und meine Gabe herausbringe und dir vorsetze." Und er sagte: "Ich will bleiben, bis du zurückkommst."
19Und Gideon ging hinein und bereitete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuerte [Brote] aus einem Epha Mehl. Das Fleisch tat er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf. Und er brachte es zu ihm hinaus unter die Terebinthe und reichte es dar.
20Und der Bote Gottes sagte zu ihm: "Nimm das Fleisch und die ungesäuerten [Brote] und lege es hin auf diesen Felsen da. Und die Brühe gieße aus." Und er machte es so.
21Und der Bote Jahwehs streckte das Ende des Stabes, der in seiner Hand war, aus und berührte das Fleisch und die ungesäuerten [Brote]. Da stieg Feuer aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die ungesäuerten [Brote]. Und der Bote Jahwehs entschwand seinen Augen.
22Und Gideon sah, dass es der Bote Jahwehs gewesen war. Und Gideon sagte: "O wehe! Mein Herr, Jahweh! Ich habe ja den Boten Jahwehs von Angesicht zu Angesicht gesehen!"
23Und Jahweh sagte zu ihm: "Friede dir! Fürchte dich nicht! Du wirst nicht sterben."
24Und Gideon baute Jahweh dort einen Altar und nannte ihn Jahweh-Schalom6. Bis zu diesem Tag ist er noch in Ofra der Abiësriter.
25Und es geschah in jener Nacht, da sagte Jahweh zu ihm: "Nimm einen Stier von den Rindern, die deinem Vater gehören, und zwar den zweiten, den siebenjährigen Stier. Und reiße den Altar Baals nieder, der deinem Vater gehört. Und die Aschera, die daneben ist, haue um!
26Und baue Jahweh, deinem Gott, durch Aufschichtung7 einen Altar auf dem Gipfel dieser Bergfeste. Und nimm den zweiten Stier und opfere ein Brandopfer mit den Holzstücken der Aschera, die du umhauen sollst."
27Und Gideon nahm zehn Männer von seinen Knechten und tat, wie Jahweh zu ihm gesagt hatte. Und es geschah, da er sich vor dem Haus seines Vaters und vor den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tage zu tun, tat er es in der Nacht.
28Und als die Männer der Stadt frühmorgens aufstanden - siehe! -, da war der Altar Baals niedergerissen. Und die Aschera, die daneben gewesen war, war umgehauen. Und der zweite Stier war als Brandopfer auf dem erbauten Altar geopfert worden.
29Und sie sagten einer zum anderen: "Wer hat das getan?" Und sie fragten nach und suchten. Und man sagte: "Gideon, der Sohn des Joasch, hat das getan."
30Und die Männer der Stadt sagten zu Joasch: "Führe deinen Sohn heraus, dass er sterbe, weil er den Altar Baals niedergerissen hat und weil er die Aschera, die daneben war, umgehauen hat!"
31Joasch aber sagte zu allen, die bei ihm standen: "Wollt ihr für den Baal Rechtsstreit führen? Oder wollt ihr ihn retten? Wer für ihn Rechtsstreit führt, soll getötet werden bis zum Morgen. Wenn er ein Gott ist, soll er für sich selbst Rechtsstreit führen, weil man seinen Altar niedergerissen hat."
32Und man nannte ihn an jenem Tag Jerubbaal8. Und man sagte: "Der Baal soll gegen ihn einen Rechtsstreit führen, weil er seinen Altar niedergerissen hat."
33Und ganz Midian und Amalek und die Söhne des Ostens versammelten sich allesamt, und sie zogen herüber9 und lagerten im Tal Jesreel.
34Und der Geist Jahwehs umkleidete10 Gideon. Und er blies die Posaune. Und die Abiësriter wurden zusammengerufen, ihm nach.
35Und er sandte Boten durch ganz Manasse. Und auch er wurde zusammengerufen, ihm nach. Und er sandte Boten durch Asser und durch Sebulon und durch Naftali. Und sie zogen herauf, ihnen zu begegnen.
36Und Gideon sagte zu Gott: "Wenn du wirklich Israel durch meine Hand rettest, wie du geredet hast,
37siehe! - ich lege ein Wollvlies11 auf die Tenne. Wenn Tau auf dem Vlies allein sein wird und auf dem ganzen Boden Trockenheit, werde ich erkennen, dass du Israel durch meine Hand retten wirst, wie du gesagt hast."
38Und es geschah so. Und er stand am anderen Morgen früh auf, und er drückte das Vlies aus und presste Tau aus dem Vlies, eine Schale voll Wasser.
39Und Gideon sagte zu Gott: "Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, dass ich nur [noch] dieses Mal rede. Lass es mich bitte nur dieses Mal versuchen mit dem Vlies: Über dem Vlies allein sei Trockenheit, und auf der ganzen Erde sei Tau."
40Und Gott tat so in jener Nacht. Und es war Trockenheit über dem Vlies allein, und auf der ganzen Erde war Tau.
2Und die Hand Midians wurde stark über Israel. [Zum Schutz] vor Midian machten sich die Söhne Israels die Löcher1, die in den Bergen sind, und die Höhlen und die Bergfesten.
3Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, zog Midian herauf - und Amalek und die Söhne des Ostens2. Und sie zogen gegen sie herauf
4und lagerten sich gegen sie und verderbten den Ertrag des Landes bis [dorthin, wo] man nach Gaza kommt. Und sie ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, weder Kleinvieh noch Rind noch Esel.
5Wenn sie mit ihren Herden und mit ihren Zelten heraufzogen, kamen sie wie die Heuschrecken an Menge, und sie und ihre Kamele waren ohne Zahl. Und sie kamen ins Land, es zu verderben.
6Und Israel verarmte sehr wegen Midian. Und die Söhne Israels riefen laut zu Jahweh.
7Und es geschah, als die Söhne Israels wegen Midian laut zu Jahweh riefen,
8da sandte Jahweh einen Mann, zu den Söhnen Israels, einen Propheten, und er sagte zu ihnen: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: Ich führte euch aus Ägypten herauf und führte euch aus dem Haus der Knechtschaft heraus
9und rettete euch aus der Hand der Ägypter und aus der Hand aller eurer Bedrücker. Und ich vertrieb sie vor euch und gab euch ihr Land.
10Und ich sagte zu euch: 'Ich bin Jahweh, euer Gott; ihr sollt nicht die Götter der Amoriter fürchten, in deren Land ihr wohnt.' Aber ihr habt nicht auf meine Stimme gehört."
11Und der Bote Jahwehs kam und setzte sich unter die Terebinthe, die in Ofra war, die Joasch, dem Abiësriter, gehörte. Und Gideon, sein Sohn, schlug gerade Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen.
12Und der Bote Jahwehs erschien ihm und sagte zu ihm: "Jahweh ist mit dir, kriegstüchtiger Mann!"
13Und Gideon sagte zu ihm: "Verzeihung3, mein Herr! Wenn Jahweh mit uns ist, weshalb ist uns dieses alles widerfahren? Und wo sind alle seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählten, als sie sagten: 'Hat Jahweh uns nicht aus Ägypten heraufgeführt?' Und nun hat Jahweh uns verworfen und uns in den Griff4 Midians gegeben."
14Und Jahweh wandte sich ihm zu und sagte: "Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus dem Griff Midians! Habe ich dich nicht gesandt?"
15Und er sagte zu ihm: "Verzeihung, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe! - Meine Tausendschaft5 ist die geringste in Manasse. Und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters."
16Und Jahweh sagte zu ihm: "Ich werde ja mit dir sein! Und du wirst Midian schlagen wie einen einzigen Mann."
17Und er sagte zu ihm: "Wenn ich denn in deinen Augen Gnade gefunden habe, gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet.
18Weiche bitte nicht von hier, bis ich zu dir komme und meine Gabe herausbringe und dir vorsetze." Und er sagte: "Ich will bleiben, bis du zurückkommst."
19Und Gideon ging hinein und bereitete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuerte [Brote] aus einem Epha Mehl. Das Fleisch tat er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf. Und er brachte es zu ihm hinaus unter die Terebinthe und reichte es dar.
20Und der Bote Gottes sagte zu ihm: "Nimm das Fleisch und die ungesäuerten [Brote] und lege es hin auf diesen Felsen da. Und die Brühe gieße aus." Und er machte es so.
21Und der Bote Jahwehs streckte das Ende des Stabes, der in seiner Hand war, aus und berührte das Fleisch und die ungesäuerten [Brote]. Da stieg Feuer aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die ungesäuerten [Brote]. Und der Bote Jahwehs entschwand seinen Augen.
22Und Gideon sah, dass es der Bote Jahwehs gewesen war. Und Gideon sagte: "O wehe! Mein Herr, Jahweh! Ich habe ja den Boten Jahwehs von Angesicht zu Angesicht gesehen!"
23Und Jahweh sagte zu ihm: "Friede dir! Fürchte dich nicht! Du wirst nicht sterben."
24Und Gideon baute Jahweh dort einen Altar und nannte ihn Jahweh-Schalom6. Bis zu diesem Tag ist er noch in Ofra der Abiësriter.
25Und es geschah in jener Nacht, da sagte Jahweh zu ihm: "Nimm einen Stier von den Rindern, die deinem Vater gehören, und zwar den zweiten, den siebenjährigen Stier. Und reiße den Altar Baals nieder, der deinem Vater gehört. Und die Aschera, die daneben ist, haue um!
26Und baue Jahweh, deinem Gott, durch Aufschichtung7 einen Altar auf dem Gipfel dieser Bergfeste. Und nimm den zweiten Stier und opfere ein Brandopfer mit den Holzstücken der Aschera, die du umhauen sollst."
27Und Gideon nahm zehn Männer von seinen Knechten und tat, wie Jahweh zu ihm gesagt hatte. Und es geschah, da er sich vor dem Haus seines Vaters und vor den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tage zu tun, tat er es in der Nacht.
28Und als die Männer der Stadt frühmorgens aufstanden - siehe! -, da war der Altar Baals niedergerissen. Und die Aschera, die daneben gewesen war, war umgehauen. Und der zweite Stier war als Brandopfer auf dem erbauten Altar geopfert worden.
29Und sie sagten einer zum anderen: "Wer hat das getan?" Und sie fragten nach und suchten. Und man sagte: "Gideon, der Sohn des Joasch, hat das getan."
30Und die Männer der Stadt sagten zu Joasch: "Führe deinen Sohn heraus, dass er sterbe, weil er den Altar Baals niedergerissen hat und weil er die Aschera, die daneben war, umgehauen hat!"
31Joasch aber sagte zu allen, die bei ihm standen: "Wollt ihr für den Baal Rechtsstreit führen? Oder wollt ihr ihn retten? Wer für ihn Rechtsstreit führt, soll getötet werden bis zum Morgen. Wenn er ein Gott ist, soll er für sich selbst Rechtsstreit führen, weil man seinen Altar niedergerissen hat."
32Und man nannte ihn an jenem Tag Jerubbaal8. Und man sagte: "Der Baal soll gegen ihn einen Rechtsstreit führen, weil er seinen Altar niedergerissen hat."
33Und ganz Midian und Amalek und die Söhne des Ostens versammelten sich allesamt, und sie zogen herüber9 und lagerten im Tal Jesreel.
34Und der Geist Jahwehs umkleidete10 Gideon. Und er blies die Posaune. Und die Abiësriter wurden zusammengerufen, ihm nach.
35Und er sandte Boten durch ganz Manasse. Und auch er wurde zusammengerufen, ihm nach. Und er sandte Boten durch Asser und durch Sebulon und durch Naftali. Und sie zogen herauf, ihnen zu begegnen.
36Und Gideon sagte zu Gott: "Wenn du wirklich Israel durch meine Hand rettest, wie du geredet hast,
37siehe! - ich lege ein Wollvlies11 auf die Tenne. Wenn Tau auf dem Vlies allein sein wird und auf dem ganzen Boden Trockenheit, werde ich erkennen, dass du Israel durch meine Hand retten wirst, wie du gesagt hast."
38Und es geschah so. Und er stand am anderen Morgen früh auf, und er drückte das Vlies aus und presste Tau aus dem Vlies, eine Schale voll Wasser.
39Und Gideon sagte zu Gott: "Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, dass ich nur [noch] dieses Mal rede. Lass es mich bitte nur dieses Mal versuchen mit dem Vlies: Über dem Vlies allein sei Trockenheit, und auf der ganzen Erde sei Tau."
40Und Gott tat so in jener Nacht. Und es war Trockenheit über dem Vlies allein, und auf der ganzen Erde war Tau.
Fußnoten
- 1 o.: Felslöcher; Schächte; Talschluchten; Schlupfwinkel; das Wort kommt nur hier vor.
- 2 d. i.: Wüstenstämme von östlich des Jordans
- 3 o.: Mit Verlaub (im Heb. eine Partikel des Bittens, vor allem um Erlaubnis); so a. Ri 6,15; 13,8.
- 4 o.: in die Faust; so a. V. 14.
- 5 Das Wort kann auch für "Geschlecht" stehen.
- 6 bed.: Jahweh ist Friede.
- 7 o.: mit der Steinschicht; o.: mit der [für das Opfer erforderlichen] Zurüstung; o.: wie es der Ordnung entspricht.
- 8 bed.: Baal führe [gegen ihn] einen Rechtsstreit!
- 9 d. i.: über den Jordan
- 10 i. S. v.: rüstete ihn aus; kam über ihn
- 11 d. i.: frisch geschorene Schafwolle