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Altes Testament

Richter Kapitel 21

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Die Männer Israels aber hatten in Mizpa geschworen: "Keiner von uns darf seine Tochter [dem Stamm] Benjamin zur Frau geben!"
2Und das Volk kam nach Bethel, und sie blieben dort bis zum Abend vor Gott. Und sie erhoben ihre Stimme und weinten. Ein großes Weinen!
3Und sie sagten: "Warum, Jahweh, Gott Israels, ist dieses in Israel geschehen, dass heute ein Stamm aus Israel vermisst wird?"
4Und es geschah am nächsten Tag, da machte sich das Volk früh auf, und sie bauten dort einen Altar und opferten Brandopfer und Friedensopfer.
5Und die Söhne Israels sagten: "Wer aus allen Stämmen Israels ist es, der nicht in die Versammlung zu Jahweh heraufgekommen war?" (- denn gegen jeden, der nicht zu Jahweh nach Mizpa heraufkommen würde, war der große Schwur ergangen, der besagte: "Er muss unbedingt zu Tode gebracht werden!")
6Und es reute die Söhne Israels um Benjamin, ihren Bruder, und sie sagten: "Heute ist ein Stamm von Israel abgehauen worden!
7Was sollen wir für sie, die Übriggebliebenen, tun - bezüglich der Frauen? Wir haben ja bei Jahweh geschworen, ihnen keine von unseren Töchtern zu Frauen zu geben."
8Und sie sagten: "Welchen gibt es von den Stämmen Israels, der nicht zu Jahweh nach Mizpa heraufgekommen war?" Und - siehe! - es war kein Mann von Jabesch-Gilead ins Heerlager zur Versammlung gekommen.
9Und das Volk war gemustert worden, und - siehe! - keiner von den Bewohnern von Jabesch-Gilead war dagewesen.
10Da sandte die Gemeinde zwölftausend Mann von den tüchtigen Männern dorthin. Und sie geboten ihnen und sagten: "Geht hin und schlagt die Bewohner von Jabesch-Gilead mit der Schneide des Schwerts, auch die Frauen und die kleinen Kinder!
11Und dieses ist es, was ihr tun sollt: An jedem Männlichen und an jeder Frau, die männliche Beiwohnung kennt, sollt ihr den Bann vollstrecken."
12Und sie fanden unter den Bewohnern von Jabesch-Gilead vierhundert junge Frauen, Jungfrauen, die keinen Mann erkannt hatten in Bezug auf männliche Beiwohnung. Und sie brachten sie ins Heerlager nach Silo, das im Land Kanaan ist.
13Und die ganze Gemeinde sandte hin und redete zu den Söhnen Benjamins, die am Felsen Rimmon waren, und riefen ihnen zu: "Friede!"
14So kehrte Benjamin zu jener Zeit zurück. Und man gab ihnen die Frauen, die sie hatten leben lassen von den Frauen von Jabesch-Gilead. Aber sie reichten auf diese Weise nicht aus für sie.
15Und es reute das Volk bezüglich Benjamins, weil Jahweh einen Riss gemacht hatte in den Stämmen Israels.
16Und die Ältesten der Gemeinde sagten: "Was sollen wir für die Übriggebliebenen tun bezüglich der Frauen?, denn [die] Frauen sind1 aus Benjamin ausgelöscht."
17Und sie sagten: "Der Besitz der Entronnenen soll Benjamin gehören, damit nicht ein Stamm aus Israel weggewischt sei.
18Wir aber, wir können ihnen keine Frauen von unseren Töchtern geben, denn die Söhne Israels haben geschworen: 'Verflucht sei, wer Benjamin eine Frau gibt!'"
19Und sie sagten: "Siehe! - in Silo ist Jahr für Jahr ein Fest Jahwehs, nördlich von Bethel, gegen Sonnenaufgang von der Straße, die von Bethel nach Sichem hinaufführt, und südlich von Lebona."
20Und sie geboten den Söhnen Benjamins: "Geht hin und lauert in den Weinbergen.
21Und ihr sollt Ausschau halten, und - siehe! - wenn die Töchter von Silo herausziehen, im Reigen zu tanzen, <dann> kommt aus den Weinbergen hervor und fangt euch unter den Töchtern von Silo jeder seine Frau. Und zieht hin ins Land Benjamin.
22Und es soll geschehen, wenn <dann> ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um mit uns zu streiten, wollen wir zu ihnen sagen: 'Gönnt sie ihnen um unsertwillen2, denn wir haben durch den Krieg3 nicht für jeden eine Frau4 nehmen <können>. - Ihr habt sie ihnen ja nicht selbst gegeben, sodass ihr jetzt eine Schuld auf euch geladen hättet.'"
23Und die Söhne Benjamins machten es so und nahmen sich Frauen nach ihrer Zahl von den Tanzenden, die sie raubten. Und sie gingen und kehrten in ihr Erbteil zurück. Und sie bauten die Städte [auf] und wohnten in ihnen.
24So gingen zu jener Zeit die Söhne Israels von dort auseinander, jeder zu seinem Stamm und zu seiner Sippe. Und sie zogen von dort ein jeder in sein Erbteil.
25In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen.

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: [die] Frau ist ("Frau" im kollektiven Sinne)
  2. 2 eigtl.: Seid unseretwegen mit ihnen gnädig.
  3. 3 d. i.: durch den Krieg gegen Jabesch; V. 10-12.
  4. 4 w.: seine Frau