Altes Testament
Richter Kapitel 8
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und die Männer Ephraims sagten zu ihm: "Was ist das für eine Sache, die du uns da getan hast, dass du uns nicht riefst, als du hingingst, um gegen Midian zu kämpfen!" Und sie stritten heftig mit ihm.
2Und er sagte zu ihnen: "Was habe ich schon getan im Vergleich zu euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die Weinlese Abiësers?
3In eure Hand hat Gott die Obersten von Midian, Oreb und Seeb, gegeben. Und was habe ich tun können im Vergleich zu euch?" Da legte sich ihr Aufbrausen gegen ihn, als er dieses Wort sagte.
4Und Gideon kam an den Jordan. Er ging hinüber, er und die dreihundert Mann, die bei ihm waren, ermattet und nachjagend.
5Und er sagte zu den Männern von Sukkot: "Gebt bitte dem Volk, das in meinen Fußspuren [geht], einige Laibe Brot, denn sie sind ermattet! Ich bin gerade dabei, den Königen von Midian, Sebach und Zalmunna, nachzujagen."
6Und die Fürsten von Sukkot sagten: "Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinem Heer Brot geben sollten?"
7Und Gideon sagte: "Darum, sobald Jahweh Sebach und Zalmunna in meine Hand gegeben hat, dresche ich euer Fleisch mit Wüstendornen und Stechdisteln!"
8Und er zog von dort nach Pnuël hinauf und redete mit ihnen ebenso. Und die Männer von Pnuël antworteten ihm, wie die Männer von Sukkot geantwortet hatten.
9Und er sagte auch zu den Männern von Pnuël: "Wenn ich in Frieden zurückkomme, reiße ich diesen Festungsturm nieder!"
10Sebach und Zalmunna aber waren in Karkor, und ihre Heerlager waren bei ihnen, etwa fünfzehntausend [Mann], alle Übriggebliebenen vom ganzen Heerlager der Söhne des Ostens, und die Gefallenen waren hundertzwanzigtausend Mann, die das Schwert führten.
11Und Gideon zog den Weg der Zeltbewohner hinauf, [die Beduinenstraße], östlich von Nobach und Jogbeha. Und er schlug das Heerlager, während das Heerlager sorglos war.
12Und Sebach und Zalmunna flohen. Aber er jagte ihnen nach. Und er fing die beiden Könige von Midian, Sebach und Zalmunna und versetzte das ganze Heerlager in Schrecken.
13Und Gideon, der Sohn des Joasch, kehrte vom Kampf zurück, von der Anhöhe von Heres herab.
14Und er fing einen Burschen von den Männern von Sukkot und fragte ihn aus. Und dieser schrieb ihm die Fürsten von Sukkot und seine Ältesten auf, siebenundsiebzig Mann.
15Und er kam zu den Männern von Sukkot und sagte: "Seht! Da sind Sebach und Zalmunna, um derentwillen ihr mich verhöhntet, als ihr sagtet: 'Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinen Männern, die ermattet sind, Brot geben sollten?'"
16Und er nahm die Ältesten der Stadt und Wüstendornen und Stechdisteln. Und er züchtigte damit die Männer von Sukkot.
17Und den Festungsturm von Pnuël riss er nieder und tötete die Männer der Stadt.
18Und er sagte zu Sebach und zu Zalmunna: "Wie waren die Männer, die ihr auf dem Tabor getötet habt?" Und sie sagten: "Sie waren so wie du, jeder gleich einem Königssohn."
19Und er sagte: "Das waren meine Brüder, Söhne meiner Mutter. So wahr Jahweh lebt: Hättet ihr sie am Leben gelassen, würde ich euch nicht töten!"
20Und er sagte zu Jeter, seinem Erstgeborenen: "Stehe auf, töte sie!" Aber der Knabe zog sein Schwert nicht, denn er fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war.
21Und Sebach und Zalmunna sagten: "Steh du auf und stoß uns nieder; denn wie der Mann, so seine Heldenkraft." Und Gideon stand auf und tötete Sebach und Zalmunna. Und er nahm die Halbmonde, die an den Hälsen ihrer Kamele waren.
22Und die Männer Israels sagten zu Gideon: "Herrsche über uns, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn, denn du hast uns aus der Hand Midians gerettet!"
23Und Gideon sagte zu ihnen: "Nicht ich werde über euch herrschen, und nicht mein Sohn wird über euch herrschen. Jahweh soll über euch herrschen!"
24Und Gideon sagte zu ihnen: "Eine Bitte will ich von euch erbitten: Gebt mir jeder einen Ring1 seiner Beute!" (Sie hatten nämlich goldene Ringe, denn sie waren Ismaeliter.)
25Und sie sagten: "Gewiss wollen wir sie geben." Und sie breiteten ein Kleid aus und warfen dorthin jeder einen Ring seiner Beute.
26Und das Gewicht der goldenen Ringe, die er erbeten hatte, war tausendsiebenhundert [Schekel]2 Gold, abgesehen von den Halbmonden und den Ohrgehängen und den Purpurkleidern, die die Könige von Midian getragen hatten, und abgesehen von den Halsketten, die an den Hälsen ihrer Kamele gewesen waren.
27Und Gideon machte daraus ein Ephod3 und stellte es in seiner Stadt auf, in Ofra. Und ganz Israel hurte dem dort nach. Und es wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.
28So wurde Midian vor den Söhnen Israels gebeugt. Und es hob sein Haupt nicht mehr empor. Und das Land hatte in den Tagen Gideons vierzig Jahre Ruhe.
29Und Jerubbaal, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte in seinem Haus.
30Und Gideon hatte siebzig Söhne, die aus seiner Lende hervorgegangen waren (denn er hatte viele Frauen).
31Und auch seine Nebenfrau, die in Sichem war, gebar ihm ihrerseits einen Sohn. Und er gab ihm den Namen Abimelech4.
32Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb in gutem, hohem Alter5. Und er wurde begraben im Grab seines Vaters Joasch, in Ofra der Abiësriter.
33Und es geschah, als Gideon gestorben war, da wandten sich die Söhne Israels wieder ab und hurten den Baalen nach und machten sich Baal-Berit6 zum Gott.
34Und die Söhne Israels gedachten nicht Jahwehs, ihres Gottes, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum gerettet hatte.
35Und sie handelten nicht in Güte an dem Haus Jerubbaal-Gideons, nach allem Guten, das er an Israel getan hatte.
2Und er sagte zu ihnen: "Was habe ich schon getan im Vergleich zu euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die Weinlese Abiësers?
3In eure Hand hat Gott die Obersten von Midian, Oreb und Seeb, gegeben. Und was habe ich tun können im Vergleich zu euch?" Da legte sich ihr Aufbrausen gegen ihn, als er dieses Wort sagte.
4Und Gideon kam an den Jordan. Er ging hinüber, er und die dreihundert Mann, die bei ihm waren, ermattet und nachjagend.
5Und er sagte zu den Männern von Sukkot: "Gebt bitte dem Volk, das in meinen Fußspuren [geht], einige Laibe Brot, denn sie sind ermattet! Ich bin gerade dabei, den Königen von Midian, Sebach und Zalmunna, nachzujagen."
6Und die Fürsten von Sukkot sagten: "Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinem Heer Brot geben sollten?"
7Und Gideon sagte: "Darum, sobald Jahweh Sebach und Zalmunna in meine Hand gegeben hat, dresche ich euer Fleisch mit Wüstendornen und Stechdisteln!"
8Und er zog von dort nach Pnuël hinauf und redete mit ihnen ebenso. Und die Männer von Pnuël antworteten ihm, wie die Männer von Sukkot geantwortet hatten.
9Und er sagte auch zu den Männern von Pnuël: "Wenn ich in Frieden zurückkomme, reiße ich diesen Festungsturm nieder!"
10Sebach und Zalmunna aber waren in Karkor, und ihre Heerlager waren bei ihnen, etwa fünfzehntausend [Mann], alle Übriggebliebenen vom ganzen Heerlager der Söhne des Ostens, und die Gefallenen waren hundertzwanzigtausend Mann, die das Schwert führten.
11Und Gideon zog den Weg der Zeltbewohner hinauf, [die Beduinenstraße], östlich von Nobach und Jogbeha. Und er schlug das Heerlager, während das Heerlager sorglos war.
12Und Sebach und Zalmunna flohen. Aber er jagte ihnen nach. Und er fing die beiden Könige von Midian, Sebach und Zalmunna und versetzte das ganze Heerlager in Schrecken.
13Und Gideon, der Sohn des Joasch, kehrte vom Kampf zurück, von der Anhöhe von Heres herab.
14Und er fing einen Burschen von den Männern von Sukkot und fragte ihn aus. Und dieser schrieb ihm die Fürsten von Sukkot und seine Ältesten auf, siebenundsiebzig Mann.
15Und er kam zu den Männern von Sukkot und sagte: "Seht! Da sind Sebach und Zalmunna, um derentwillen ihr mich verhöhntet, als ihr sagtet: 'Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinen Männern, die ermattet sind, Brot geben sollten?'"
16Und er nahm die Ältesten der Stadt und Wüstendornen und Stechdisteln. Und er züchtigte damit die Männer von Sukkot.
17Und den Festungsturm von Pnuël riss er nieder und tötete die Männer der Stadt.
18Und er sagte zu Sebach und zu Zalmunna: "Wie waren die Männer, die ihr auf dem Tabor getötet habt?" Und sie sagten: "Sie waren so wie du, jeder gleich einem Königssohn."
19Und er sagte: "Das waren meine Brüder, Söhne meiner Mutter. So wahr Jahweh lebt: Hättet ihr sie am Leben gelassen, würde ich euch nicht töten!"
20Und er sagte zu Jeter, seinem Erstgeborenen: "Stehe auf, töte sie!" Aber der Knabe zog sein Schwert nicht, denn er fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war.
21Und Sebach und Zalmunna sagten: "Steh du auf und stoß uns nieder; denn wie der Mann, so seine Heldenkraft." Und Gideon stand auf und tötete Sebach und Zalmunna. Und er nahm die Halbmonde, die an den Hälsen ihrer Kamele waren.
22Und die Männer Israels sagten zu Gideon: "Herrsche über uns, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn, denn du hast uns aus der Hand Midians gerettet!"
23Und Gideon sagte zu ihnen: "Nicht ich werde über euch herrschen, und nicht mein Sohn wird über euch herrschen. Jahweh soll über euch herrschen!"
24Und Gideon sagte zu ihnen: "Eine Bitte will ich von euch erbitten: Gebt mir jeder einen Ring1 seiner Beute!" (Sie hatten nämlich goldene Ringe, denn sie waren Ismaeliter.)
25Und sie sagten: "Gewiss wollen wir sie geben." Und sie breiteten ein Kleid aus und warfen dorthin jeder einen Ring seiner Beute.
26Und das Gewicht der goldenen Ringe, die er erbeten hatte, war tausendsiebenhundert [Schekel]2 Gold, abgesehen von den Halbmonden und den Ohrgehängen und den Purpurkleidern, die die Könige von Midian getragen hatten, und abgesehen von den Halsketten, die an den Hälsen ihrer Kamele gewesen waren.
27Und Gideon machte daraus ein Ephod3 und stellte es in seiner Stadt auf, in Ofra. Und ganz Israel hurte dem dort nach. Und es wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.
28So wurde Midian vor den Söhnen Israels gebeugt. Und es hob sein Haupt nicht mehr empor. Und das Land hatte in den Tagen Gideons vierzig Jahre Ruhe.
29Und Jerubbaal, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte in seinem Haus.
30Und Gideon hatte siebzig Söhne, die aus seiner Lende hervorgegangen waren (denn er hatte viele Frauen).
31Und auch seine Nebenfrau, die in Sichem war, gebar ihm ihrerseits einen Sohn. Und er gab ihm den Namen Abimelech4.
32Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb in gutem, hohem Alter5. Und er wurde begraben im Grab seines Vaters Joasch, in Ofra der Abiësriter.
33Und es geschah, als Gideon gestorben war, da wandten sich die Söhne Israels wieder ab und hurten den Baalen nach und machten sich Baal-Berit6 zum Gott.
34Und die Söhne Israels gedachten nicht Jahwehs, ihres Gottes, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum gerettet hatte.
35Und sie handelten nicht in Güte an dem Haus Jerubbaal-Gideons, nach allem Guten, das er an Israel getan hatte.
Fußnoten
- 1 o.: Ohrring; o.: Nasenring
- 2 D. i. ca. 19-21 kg (1 Schekel wog damals 11,2-12,2 g).
- 3 D. i. hier wahrsch. eine Nachbildung des verzierten Schurzes des Hohen Priesters (2Mo 25,7), der auch zur Losbefragung verwendet wurde; o. allg.: ein Kleid aus Gold, mit dem Götzenbilder bekleidet wurden.
- 4 bed.: Vater des Königs; o.: Vater-König; o.: Mein Vater ist König.
- 5 w.: mit guter Grauhaarigkeit
- 6 bed.: Herr des Bundes; o.: Bundes[gott] Baal