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Altes Testament

Richter Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und folgende sind die Völker, die Jahweh beließ, um durch sie Israel zu prüfen, alle jene, die alle Kriege Kanaans nicht kannten1,
2- nur um den Geschlechtern2 der Söhne Israels Kenntnis zu geben [und] sie die Kriegführung zu lehren, [und zwar] nur denen, die die früheren [Kriege] nicht kannten3:
3die fünf Stadtfürsten der Philister und alle Kanaaniter und Sidonier und Hewiter, die das Libanon-Bergland bewohnten, vom Berg Baal-Hermon an, bis [da, wo] man nach Hamat kommt4.
4Sie dienten dazu, Israel durch sie zu prüfen, um zu erfahren, ob sie den Geboten Jahwehs gehorchen würden, die er ihren Vätern geboten hatte durch die Hand Moses.
5Und die Söhne Israels wohnten mitten unter den Kanaanitern, den Hetitern und den Amoritern und den Perisitern und den Hewitern und den Jebusitern,
6und sie nahmen sich deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten ihren Göttern.
7Und die Söhne Israels taten das Böse in den Augen Jahwehs und vergaßen Jahweh, ihren Gott, und dienten den Baalen und den Aschera-Standbildern5.
8Da entbrannte der Zorn Jahwehs gegen Israel, und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims6, des Königs von Aram-Naharajim7. Und die Söhne Israels dienten Kuschan-Rischatajim, acht Jahre.
9Und die Söhne Israels riefen laut zu Jahweh. Und Jahweh erweckte den Söhnen Israels einen Retter, der sie rettete: Otniël, den Sohn des Kenas, den Bruder Kalebs, jünger als er.
10Und der Geist Jahwehs kam über ihn. Und er richtete Israel. Und er zog aus zum Kampf. Und Jahweh gab Kuschan-Rischatajim, den König von Aram, in seine Hand. Und seine Hand war stark gegen Kuschan-Rischatajim.
11Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe. Und Otniël, der Sohn des Kenas, starb.
12Und die Söhne Israels taten weiter8 das Böse in den Augen Jahwehs. Und Jahweh machte gegen Israel Eglon, den König von Moab, stark, weil sie das Böse in den Augen Jahwehs taten.
13Und er sammelte zu sich die Söhne Ammons und Amaleks. Und er zog hin und schlug Israel, und sie nahmen die Palmenstadt9 <als Erbe> in Besitz.
14Und die Söhne Israels dienten Eglon, dem König von Moab, achtzehn Jahre.
15Und die Söhne Israels riefen laut zu Jahweh. Und Jahweh erweckte ihnen einen Retter, Ehud10, den Sohn Geras, einen Benjaminiter, einen Mann, der linkshändig11 war. Und die Söhne Israels sandten durch ihn eine Gabe12 an Eglon, den König von Moab.
16Und Ehud machte sich ein Schwert, das zwei Schneiden hatte, eine Elle seine Länge. Und er gürtete es unter sein Gewand an seine rechte Hüfte.
17Und er übergab Eglon, dem König von Moab, die Gabe. Eglon13 war aber ein sehr wohlgenährter14 Mann.
18Und es geschah, als er die Übergabe der Gabe beendet hatte, da entließ er das Volk, das die Gabe getragen hatte.
19Er selbst aber kehrte bei den Schnitzbildern um, die bei Gilgal waren, und sagte: "Ein geheimes Wort habe ich an dich, König!" Und er sagte: "Still!" Und alle, die bei ihm standen, gingen von ihm hinaus.
20Und Ehud kam zu ihm herein. Und er saß gerade in dem kühlen Obergemach, das für ihn allein war. Und Ehud sagte: "Ein Wort Gottes habe ich an dich." Und er erhob sich vom Stuhl.
21Ehud aber schickte seine linke Hand hervor und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch.
22Und es drang sogar der Griff hinein nach der Klinge. Und das Fett schloss sich um die Klinge, denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch heraus. Und es ging hinten hinaus15.
23Und Ehud ging durch die Nebenhalle16 hinaus. Die Türen des Obergemachs aber hatte er hinter sich zugeschlossen und verriegelt.
24Und als er hinausgegangen war, kamen seine Knechte und schauten, und - siehe! - die Türen des Obergemachs waren verriegelt. Und sie sagten: "Gewiss bedeckt er seine Füße17 in der kühlen Kammer."
25Und sie warteten ab - bis zur Beschämung18. Und - siehe! - er öffnete die Türen des Obergemachs nicht. Und sie nahmen den Schlüssel und schlossen auf, und - siehe! - da war ihr Herr, zur Erde hingefallen, tot.
26Ehud aber war entkommen, während sie gezögert hatten. Er war aber schon an den Schnitzbildern vorbei und war nach Seïra entkommen.
27Und es geschah, sobald er ankam, blies er die Posaune19 auf dem Bergland Ephraim. Und die Söhne Israels zogen mit ihm vom Bergland hinab, und er vor ihnen her.
28Und er sagte zu ihnen: "Jagt mir nach, denn Jahweh hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben!" Und sie zogen hinab, ihm nach, und nahmen die Jordanfurten, die Moab [gehörten],20 und ließen niemanden hinüber.
29Und sie schlugen die Moabiter zu jener Zeit, etwa zehntausend Mann, alles wohlbeleibte21 und alles tüchtige Männer22, und keiner entkam.
30Und Moab wurde an jenem Tag unter die Hand Israels gebeugt. Und das Land hatte achtzig Jahre Ruhe.
31Und nach ihm kam Schamgar, der Sohn Anats. Und er schlug die Philister, sechshundert Mann, mit einem Treiberstecken23. Und auch er rettete Israel.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: aus eigener Erfahrung kannten
  2. 2 d. i.: den nachfolgenden Geschlechtern
  3. 3 i. S. v.: nicht erlebt hatten
  4. 4 o.: bis zum Zugang nach Hamat
  5. 5 "Aschera" war die Bez. f. eine syrisch-phönizische weibliche Gottheit, symbolisiert durch Bäume oder Pfähle.
  6. 6 bed.: der Finstere (Kuschit) doppelter Ehrfurchtslosigkeit.
  7. 7 bed.: Aram der beiden Ströme (näml.: Euphrat und Tigris); Bez. für ein Gebiet im Nordwesten Mesopotamiens.
  8. 8 eigtl.: fügten hinzu, zu tun; so a. i. Folg.
  9. 9 D. i. Jericho.
  10. 10 bed.: Einziger
  11. 11 eigtl.: an seiner rechten Hand gehemmt
  12. 12 i. S. v.: Tribut; so a. i. Folg.
  13. 13 bed.: der vom Kalb; der Stierartige.
  14. 14 Das Wort kann auch "gemästet" bedeuten.
  15. 15 o.: Und die Eingeweide (o.: der Darminhalt) gingen heraus. (Die Bed. des heb. Wortes ist nicht gesichert.)
  16. 16 o.: durch den Abort (Bed. nicht gesichert)
  17. 17 D. i. ein Ausdruck für den Toilettengang.
  18. 18 o.: bis sie sich schämten.
  19. 19 Grundbed.: Widderhorn; so a. i. Folg.
  20. 20 o.: bemächtigten sich der Jordanübergänge in Richtung Moab
  21. 21 o.: fette
  22. 22 w.: Männer von Heldenstärke <und Heldenmut>
  23. 23 D. i. ein Stachelstock für Rinder und Ochsen, oft mit einer Metallspitze.