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Altes Testament

Richter Kapitel 5

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Debora und Barak, der Sohn Abinoams, sangen an jenem Tag und sagten:
2"Weil Führer führten in Israel, weil willig sich stellte das Volk: Lobt1 Jahweh!
3Hört, ihr Könige; horcht auf, ihr Würdenträger! Jahweh will ich, ja, [ihm] will ich singen2, singen Jahweh, dem Gott Israels!
4Jahweh, als du auszogst von Seïr, als du einherschrittst vom Gefilde Edoms, da bebte die Erde, auch trieften die Himmel, auch trieften die Wolken von Wasser.
5Die Berge zerflossen vor dem Angesicht Jahwehs, jener Sinai vor dem Angesicht Jahwehs, des Gottes Israels.
6In den Tagen Schamgars, des Sohnes Anats, in den Tagen Jaëls ruhten3 die Pfade. Und die Wanderer betretener Wege gingen krumme4 Pfade.
7Es ruhte die Landbevölkerung5 in Israel, sie ruhten, bis ich mich erhob, Debora, mich erhob, eine Mutter in Israel.
8Man erwählte sich neue Götter. Da war Kampf6 an den Toren! Wurden wohl Schild und Lanze gesehen unter vierzigtausend in Israel?
9Mein Herz gehört den Führern Israels, denen, die sich freiwillig stellten im Volk. Lobt7 Jahweh!
10Die ihr reitet auf weißroten8 Eselinnen, die ihr sitzt auf Zeltdecken und die ihr wandelt auf dem Wege, besingt es!
11Lauter als die [Wasser]verteiler zwischen den Tränkrinnen sollen sie dort besingen die gerechten Taten9 Jahwehs, die gerechten Taten an seiner Landbevölkerung in Israel. Schon steigen sie herab zu den Toren, das Volk Jahwehs!
12Wach auf! Wach auf, Debora! Wach auf! Wach auf! Sprich ein Lied! Mache dich auf, Barak! Führe gefangen deine Gefangenen, Sohn Abinoams!
13Schon zieht hinab der Überrest der Mächtigen10 des Volkes, [schon] zieht Jahweh für mich herab mit den Helden -
14von Ephraim her, dessen Wurzel in Amalek ist11, hinter dir her, Benjamin, mit deinen Volksscharen; von Machir12 ziehen Führer hinab, und von Sebulon die, die daherziehen mit dem Stab des Schreibers13.
15Meine Obersten in Issaschar sind mit Debora; und [wie] Issaschar, so Barak - ins Tal sich stürzend, ihm auf dem Fuße. An den Bächen Rubens sind großartige Erwägungen des Herzens.
16Warum bleibst du zwischen den Hürden? Um das Flöten bei den Herden zu hören? An den Bächen Rubens sind großartige Erwägungen des Herzens.
17Gilead14 bleibt ruhig15 jenseits des Jordans. Und Dan, warum weilt er auf Schiffen? Asser sitzt an der Küste des Meeres und bleibt ruhig an seinen Buchten16.
18Sebulon ist das Volk, das seine Seele dem Tode preisgibt, auch Naftali, auf den Anhöhen des Gefildes!
19Könige kamen, führten Krieg. Schon führten die Könige Kanaans Krieg bei Taanach an den Wassern Megiddos: Silbergewinn trugen sie nicht davon.
20Von den Himmeln her führten sie Krieg, die Sterne, von ihren Bahnen aus führten sie Krieg gegen Sisera.
21Der Bach Kischon riss sie fort, der Bach der Vorzeit, der Bach Kischon. Tritt auf, meine Seele, mit Kraft!
22Da stampfen die Hufe der Pferde vom Jagen, dem Jagen ihrer Starken.
23'Verflucht Meros17!', sagt der Bote Jahwehs. 'Verflucht, ja, verflucht seine Bewohner!', denn nicht kamen sie Jahweh zu Hilfe, Jahweh zu Hilfe unter den Helden.
24Gesegnet vor den18 Frauen sei Jaël, die Frau Ebers, des Keniters, vor den Frauen im Zelt! Gesegnet!
25Um Wasser bat er, Milch gab sie. In der Schale der Edlen reichte sie Dickmilch19.
26Ihre Hand streckte sie aus nach dem Pflock, ihre Rechte nach dem Hammer der Arbeiter, und hämmerte auf Sisera ein, zerschlug sein Haupt, zerschmetterte, durchschlug seine Schläfe.
27Zwischen ihren Füßen sank er nieder, fiel, lag da. Zwischen ihren Füßen sank er nieder, fiel. Da, wo er niedersank, fiel er - dahingerafft.
28Durchs Fenster schaute sie, schrie sie hinaus, Siseras Mutter, durchs Gitter: 'Warum säumt sein Wagen zu kommen? Warum zögern die Tritte seiner Gespanne?'
29Die Weisen20 unter ihren Edelfrauen antworten ihr, sie selbst gibt sich Antwort:
30'Finden sie nicht, teilen sie nicht Beute? Ein Mädchen21, zwei Mädchen pro Kopf des Kriegsmannes? Beute von Bunttüchern für Sisera, Beute von Bunttüchern. Ein buntgewirktes Tuch, zwei buntgewirkte Tücher pro Hals als Beute.'
31So sollen umkommen alle deine Feinde, Jahweh! Aber die, die ihn lieben, sind wie die Sonne, die ausfährt in ihrer heldischen Kraft22!" Und das Land hatte Ruhe, vierzig Jahre.

Fußnoten

  1. 1 und segnet
  2. 2 und spielen; s. Begriffsverz. im Ergänzungsband.
  3. 3 eigtl.: hörten auf (Pfade zu sein; betreten zu werden)
  4. 4 o.: gewundene; kurvenreiche
  5. 5 o.: das offene Land; gemeint ist die mit offenen Dörfern bebaute Landschaft und deren Bevölkerung; ebenso V. 11. Die Bed. des heb. Wortes ist nicht gesichert.
  6. 6 o.: Belagerung; Bed. nicht gesichert.
  7. 7 und segnet
  8. 8 vmtl.: rötlich mit weißen Flecken
  9. 9 o.: Heilstaten; w.: Gerechtigkeiten; so a. i. Folg.
  10. 10 o.: Edlen
  11. 11 o.: dessen Wurzeln an Amalek [reichen]
  12. 12 poetisch für das Gebiet Manasses (1Mo 50,23; 4Mo 26,29), westlich des Jordans
  13. 13 i. S. v.: Ordners; der Schreiber musterte das Volk für den Kriegsdienst.
  14. 14 Gilead steht vmtl. für Gad und das östliche Manasse.
  15. 15 o.: hat sich niedergelassen
  16. 16 o.: Anlegeplätzen
  17. 17 Die Lokalisation dieses Ortes ist unbekannt. Meros kommt nur hier vor.
  18. 18 o.: mehr als die; so a. i. Folg.
  19. 19 o.: Buttermilch
  20. 20 o.: Die Weisesten
  21. 21 o.: Eine Sklavin; w.: Einen [Mutter]schoß; so a. i. Folg.
  22. 22 o.: in ihrer Heldenstärke