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Neues Testament

Lukas Kapitel 15

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Es nahten sich zu ihm <nach und nach> alle Zolleinnehmer und Sünder, ihn zu hören.
2Und es war ein Murren unter den Pharisäern und den Schriftgelehrten. Sie sagten: "Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen."
3Er sagte zu ihnen1 dieses Gleichnis:
4"Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und ein einziges von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig Schafe in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es finde?
5Und nachdem er es gefunden hat, legt er es auf die eigenen Schultern und freut sich.
6Und wenn er nach Hause gekommen ist, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: 'Freut euch mit mir, denn ich fand mein verlorenes Schaf!'
7Ich sage euch: Auf diese Weise wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, [mehr] als über neunundneunzig Gerechte, die einer Buße nicht bedürfen.
8Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme2 verloren hat, eine Lampe an und fegt das Haus und sucht mit Sorgfalt, bis sie sie findet?
9Und nachdem sie sie gefunden hat, ruft sie sich die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: 'Freut euch mit mir, denn ich fand die Drachme, die ich verloren hatte!'
10Auf diese Weise, sage ich euch, entsteht Freude vor den Boten3 Gottes über einen Sünder, der Buße tut*."
11Und er sagte: "Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne.
12Und der jüngere von ihnen sagte zum Vater: 'Vater, gib mir den [mir] zufallenden Teil des Vermögens.' Und er teilte ihnen das Gut.
13Und nach nicht vielen Tagen nahm der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land. Und dort lebte er liederlich und vergeudete sein Vermögen.
14Aber nachdem er alles aufgebraucht hatte, entstand eine große Hungersnot in jenem Land, und er fing an, Mangel zu leiden.
15Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes. Der schickte ihn auf seine Felder, Schweine zu weiden.
16Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen von den Schoten4, die die Schweine fraßen. Und niemand gab ihm.
17Als er aber zu sich selbst kam, sagte er: 'Wie viele Lohnarbeiter meines Vaters haben Überfluss an Brot, aber ich komme um vor Hunger!
18Ich werde aufstehen und hin zu meinem Vater ziehen und zu ihm sagen: Vater, ich sündigte gegen den Himmel und vor dir.
19Und ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn genannt zu werden. Mache mich wie einen deiner Lohnarbeiter.'
20Und er stand auf und ging hin zu seinem Vater. Aber als er noch ferne war, sah ihn sein Vater und wurde von Erbarmen bewegt; und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn herzlich.
21Aber der Sohn sagte zu ihm: 'Vater, ich sündigte gegen den Himmel und vor dir. Und ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn genannt zu werden.'
22Aber der Vater <richtete sich> an seine leibeigenen Knechte und sagte: 'Bringt das erste5 lange Gewand heraus und zieht es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße;
23und bringt das gemästete Kalb, schlachtet es und lasst uns essen und fröhlich sein;
24denn dieser mein Sohn war tot und wurde wieder lebend, und er war verloren gegangen und wurde gefunden!' Und sie fingen an, fröhlich zu sein.
25Aber sein älterer Sohn war auf dem Felde. Und als er kam und sich dem Haus nahte, hörte er Musikklang6 und Reigen.
26Und er rief einen der Knechte7 herbei und erkundigte sich, was das sei.
27Er sagte zu ihm: 'Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater schlachtete das gemästete Kalb, weil er ihn bei [guter] Gesundheit wiedererhielt.'
28Er wurde aber zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater kam also heraus und redete ihm zu.
29Aber er antwortete und sagte zum Vater: 'Siehe! So viele Jahre diene ich dir <wie ein leibeigener Knecht>, und noch nie übertrat ich ein Gebot von dir. Und noch nie gabst du mir einen Ziegenbock, damit ich mit meinen Freunden hätte fröhlich sein können.
30Als aber dieser dein Sohn kam, der deine Güter mit Huren verzehrte, schlachtetest du ihm das gemästete Kalb.'
31Aber er sagte zu ihm: 'Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein.
32Fröhlich sein und sich freuen musste man, weil dieser, dein Bruder, tot war und wieder lebend wurde. Er war verloren gegangen und wurde gefunden.'"

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: zu ihnen <gewandt>; o.: an sie <sich richtend>
  2. 2 D. i. eine gr. Silbermünze im Wert eines Denars, der wiederum dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach.
  3. 3 o.: Engeln
  4. 4 d. h.: von den Früchten des Johannisbrotbaumes
  5. 5 d. h.: das beste
  6. 6 eigtl.: einen Zusammenklang
  7. 7 o.: Knaben