Neues Testament
Lukas Kapitel 18
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Er sagte zu ihnen auch ein Gleichnis dahingehend, dass man allezeit beten und nicht ermatten solle: Er sagte:
2"In einer Stadt war ein Richter, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.
3In jener Stadt war eine Witwe, und sie kam <wiederholt> hin zu ihm und sagte: 'Schaffe mir Recht gegenüber meinem Rechtsgegner.'
4Und eine Zeitlang wollte er nicht. Mit <der Zeit>1 sagte er aber bei sich selbst: 'Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor einem Menschen nicht scheue,
5- weil mir diese Witwe Mühe bereitet, werde ich ihr doch Recht verschaffen, damit sie nicht unablässig komme und mir ins Angesicht schlage2.'"
6Der Herr sagte: "Hört, was der ungerechte Richter sagt!
7Sollte Gott aber nicht das Recht seiner Erwählten ausführen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, und <wird er> dabei langsam sein in Bezug auf sie?3
8Ich sage euch: Er wird ihr Recht in Kürze4 ausführen. Doch wird dann bei seinem Kommen der Sohn des Menschen auf der Erde5 den Glauben finden?"
9Er <richtete sich> aber an einige, die das Vertrauen auf sich selbst gesetzt hatten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, und sagte dieses Gleichnis:
10"Zwei Menschen gingen hinauf in die Tempelstätte zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zolleinnehmer.
11Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst dieses: 'Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zolleinnehmer.
12Ich faste zweimal in der Woche. Ich verzehnte alles, soviel ich bekomme.'
13Und der Zolleinnehmer stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel aufheben, sondern schlug an seine Brust und sagte: 'Gott, werde mir, dem Sünder, versühnt6!'
14Ich sage euch: Es ging dieser gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, aber wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
15Sie brachten auch die Kleinkinder7 zu ihm herzu, damit er sie anrühre. Aber als die Jünger es sahen, schalten sie sie.
16Aber Jesus rief sie8 herbei und sagte9: "Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher10 ist das Königreich Gottes.
17Wahrlich! Ich sage euch: Wer irgend das Königreich Gottes nicht annimmt wie ein kleines Kind, wird keinesfalls in dasselbe eingehen."
18Und es befragte ihn ein gewisser Oberster. Er sagte: "Guter Lehrer, was [soll] ich getan haben11, um ewiges Leben zu erben?"12
19Jesus sagte zu ihm: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.
20Die Gebote weißt du: Du sollst nicht Ehebruch begehen. Du sollst nicht töten13. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsches Zeugnis geben. Ehre <stets> deinen Vater und deine Mutter." {2Mo 20,12ff}
21Er sagte: "In Bezug auf dieses alles hütete ich mich von meiner Jugend an."
22Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm: "Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du nur hast, und verteile es [den] Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und komm her. Folge mir."
23Als er das hörte, wurde er sehr, sehr betrübt, denn er war sehr reich.
24Als Jesus sah, dass er sehr, sehr betrübt geworden war, sagte er: "Wie schwer werden die, die Gelder haben, in das Königreich Gottes eingehen!
25- denn es ist leichter, dass ein Kamel durch das Öhr einer Nadel eingehe, als dass ein Reicher in das Königreich Gottes eingehe."
26Es sagten aber die, die es hörten: "Und wer vermag es [dann], gerettet zu werden?"
27Er sagte: "Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott."
28Und Petrus sagte: "Siehe! Wir verließen alles und folgten dir."
29Er sagte zu ihnen: "Wahrlich! Ich sage euch: Es gibt nicht einen, der verließ Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau oder Kinder des Königreiches Gottes wegen,
30der nicht auf jeden Fall Vielfältiges wiederempfinge in dieser Zeit und in der kommenden Weltzeit ewiges Leben."
31Er nahm die Zwölf zu sich, <richtete sich an sie> und sagte: "Siehe! Wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles ausgeführt werden, was durch die Propheten vom Sohn des Menschen geschrieben ist,
32denn er wird denen von den Völkern ausgeliefert werden und wird verspottet und <in übermütiger Weise> misshandelt und angespuckt werden.
33Und sie werden ihn geißeln und töten. Und am dritten Tag wird er auferstehen."
34Und sie verstanden nichts von diesem; und es war dieses Wort* vor ihnen verborgen und sie erkannten das Gesagte nicht.
35Es geschah, während er sich Jericho nahte: Ein Blinder saß bettelnd am Weg.
36Als er eine Menge durchziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.
37Sie gaben ihm Bericht, dass Jesus, der Nazarener, vorübergehe.
38Und er rief: "Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!"
39Und die Vorangehenden schalten ihn, dass er schweigen solle. Aber er schrie viel mehr: "Sohn Davids, erbarme dich meiner!"
40Jesus blieb stehen und befahl, dass man ihn zu ihm führe. Als er sich genaht hatte, fragte er ihn und sagte:
41"Was wünschst du, dass ich für dich tue?" Er sagte: "Herr, dass ich wieder sehe."
42Und Jesus sagte zu ihm: "Sei wieder sehend! Dein Glaube hat dich gerettet14."
43Und auf der Stelle sah er wieder; und er folgte ihm und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk, als es das sah, gab Gott Lob.
2"In einer Stadt war ein Richter, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.
3In jener Stadt war eine Witwe, und sie kam <wiederholt> hin zu ihm und sagte: 'Schaffe mir Recht gegenüber meinem Rechtsgegner.'
4Und eine Zeitlang wollte er nicht. Mit <der Zeit>1 sagte er aber bei sich selbst: 'Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor einem Menschen nicht scheue,
5- weil mir diese Witwe Mühe bereitet, werde ich ihr doch Recht verschaffen, damit sie nicht unablässig komme und mir ins Angesicht schlage2.'"
6Der Herr sagte: "Hört, was der ungerechte Richter sagt!
7Sollte Gott aber nicht das Recht seiner Erwählten ausführen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, und <wird er> dabei langsam sein in Bezug auf sie?3
8Ich sage euch: Er wird ihr Recht in Kürze4 ausführen. Doch wird dann bei seinem Kommen der Sohn des Menschen auf der Erde5 den Glauben finden?"
9Er <richtete sich> aber an einige, die das Vertrauen auf sich selbst gesetzt hatten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, und sagte dieses Gleichnis:
10"Zwei Menschen gingen hinauf in die Tempelstätte zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zolleinnehmer.
11Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst dieses: 'Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zolleinnehmer.
12Ich faste zweimal in der Woche. Ich verzehnte alles, soviel ich bekomme.'
13Und der Zolleinnehmer stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel aufheben, sondern schlug an seine Brust und sagte: 'Gott, werde mir, dem Sünder, versühnt6!'
14Ich sage euch: Es ging dieser gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, aber wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
15Sie brachten auch die Kleinkinder7 zu ihm herzu, damit er sie anrühre. Aber als die Jünger es sahen, schalten sie sie.
16Aber Jesus rief sie8 herbei und sagte9: "Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher10 ist das Königreich Gottes.
17Wahrlich! Ich sage euch: Wer irgend das Königreich Gottes nicht annimmt wie ein kleines Kind, wird keinesfalls in dasselbe eingehen."
18Und es befragte ihn ein gewisser Oberster. Er sagte: "Guter Lehrer, was [soll] ich getan haben11, um ewiges Leben zu erben?"12
19Jesus sagte zu ihm: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.
20Die Gebote weißt du: Du sollst nicht Ehebruch begehen. Du sollst nicht töten13. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsches Zeugnis geben. Ehre <stets> deinen Vater und deine Mutter." {2Mo 20,12ff}
21Er sagte: "In Bezug auf dieses alles hütete ich mich von meiner Jugend an."
22Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm: "Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du nur hast, und verteile es [den] Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und komm her. Folge mir."
23Als er das hörte, wurde er sehr, sehr betrübt, denn er war sehr reich.
24Als Jesus sah, dass er sehr, sehr betrübt geworden war, sagte er: "Wie schwer werden die, die Gelder haben, in das Königreich Gottes eingehen!
25- denn es ist leichter, dass ein Kamel durch das Öhr einer Nadel eingehe, als dass ein Reicher in das Königreich Gottes eingehe."
26Es sagten aber die, die es hörten: "Und wer vermag es [dann], gerettet zu werden?"
27Er sagte: "Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott."
28Und Petrus sagte: "Siehe! Wir verließen alles und folgten dir."
29Er sagte zu ihnen: "Wahrlich! Ich sage euch: Es gibt nicht einen, der verließ Haus oder Eltern oder Brüder oder Frau oder Kinder des Königreiches Gottes wegen,
30der nicht auf jeden Fall Vielfältiges wiederempfinge in dieser Zeit und in der kommenden Weltzeit ewiges Leben."
31Er nahm die Zwölf zu sich, <richtete sich an sie> und sagte: "Siehe! Wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles ausgeführt werden, was durch die Propheten vom Sohn des Menschen geschrieben ist,
32denn er wird denen von den Völkern ausgeliefert werden und wird verspottet und <in übermütiger Weise> misshandelt und angespuckt werden.
33Und sie werden ihn geißeln und töten. Und am dritten Tag wird er auferstehen."
34Und sie verstanden nichts von diesem; und es war dieses Wort* vor ihnen verborgen und sie erkannten das Gesagte nicht.
35Es geschah, während er sich Jericho nahte: Ein Blinder saß bettelnd am Weg.
36Als er eine Menge durchziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.
37Sie gaben ihm Bericht, dass Jesus, der Nazarener, vorübergehe.
38Und er rief: "Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!"
39Und die Vorangehenden schalten ihn, dass er schweigen solle. Aber er schrie viel mehr: "Sohn Davids, erbarme dich meiner!"
40Jesus blieb stehen und befahl, dass man ihn zu ihm führe. Als er sich genaht hatte, fragte er ihn und sagte:
41"Was wünschst du, dass ich für dich tue?" Er sagte: "Herr, dass ich wieder sehe."
42Und Jesus sagte zu ihm: "Sei wieder sehend! Dein Glaube hat dich gerettet14."
43Und auf der Stelle sah er wieder; und er folgte ihm und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk, als es das sah, gab Gott Lob.
Fußnoten
- 1 eigtl.: Nach diesem
- 2 w.: unter das Auge schlage; übertragen: mich fertig mache.
- 3 o.: und <sollte er> betreffs ihrer lange hinziehen?; o.: und <sollte er> dabei langsam sein [mit seiner Hilfe] für sie?
- 4 o.: ohne Verzug; o.: mit Schnelligkeit
- 5 o.: im Land
- 6 Nicht: "Sei mir gnädig" (bzw. "Erbarme dich meiner"; "Versöhne mich"). Es wird ein Opfer zur Versühnung bzw. Sühnung vorausgesetzt: Daher etwa: "Möge meine Schuld [durch das entsprechende Opfer] gesühnt [und mir auf dieser Basis vergeben] werden!"
- 7 o.: Säuglinge; gemeint sind Kinder, die an der Brust ernährt wurden - oft einige Jahre lang, daher in V. 16 "Kindlein" (gr. paidia) genannt.
- 8 Das sind vom gr. Pronomen her die Kleinkinder; die Mütter waren dabei natürlicherweise eingeschlossen.
- 9 d. h.: zu den Jüngern und allen anderen
- 10 o.: derer, die von solcher Art sind
- 11 i. S. v.: was ist es, das ich getan haben muss (Man nimmt hier den Standpunkt der Ewigkeit ein und blickt gleichsam zurück.)
- 12 eigtl.: was getan habend werde ich ewiges Leben erben?
- 13 eigtl.: morden
- 14 näml. von der Blindheit.