Neues Testament
Lukas Kapitel 20
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und es geschah an einem jener Tage, als er das Volk in der Tempelstätte lehrte und gute Botschaft sagte, da traten die Priester1 und die Schriftgelehrten zusammen mit den Ältesten herzu
2und <wandten sich> an ihn; sie sagten: "Sage uns, in welcher Autorität tust du diese Dinge? Oder wer ist es, der dir diese Autorität gab?"
3Er antwortete und sagte zu ihnen: "Auch ich werde euch ein Wort fragen, und [ihr] sagt es mir:
4Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?"
5Sie überlegten2 miteinander und sagten: "Wenn wir sagen: 'Vom Himmel', wird er sagen: 'Weshalb glaubtet ihr ihm nicht?'
6Wenn wir aber sagen: 'Von Menschen', wird uns das ganze Volk steinigen, denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war."
7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher.
8Und Jesus sagte zu ihnen: "Auch ich sage euch nicht, in welcher Autorität ich diese Dinge tue."
9Aber zum Volk <gewandt> fing er an, dieses Gleichnis zu sagen: "Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Winzer und verreiste für geraume Zeit außer Landes.
10Und zur bestimmten Zeit sandte er einen leibeigenen Knecht zu den Winzern, damit sie ihm von der Frucht des Weinberges gäben. Aber die Winzer schlugen ihn und sandten ihn leer fort.
11Und er fuhr fort und schickte einen anderen leibeigenen Knecht. Aber auch den schlugen sie und verunehrten ihn3 und sandten ihn leer fort.
12Und er fuhr fort und schickte einen dritten. Aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
13Aber der Herr des Weinberges sagte: 'Was soll ich tun? Ich werde meinen geliebten Sohn schicken. Vielleicht werden sie vor diesem Achtung haben, wenn sie ihn sehen.'
14Aber als die Winzer ihn sahen, überlegten sie miteinander und sagten: 'Dieser ist der Erbe! Auf! Töten wir ihn, damit das Erbe unser werde.'
15Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten [ihn]. Was wird also der Herr des Weinberges ihnen tun?
16Er wird kommen und diese Winzer umbringen und wird den Weinberg anderen geben." Als sie es hörten, sagten sie: "Das sei fern!"4
17Er blickte sie aber an und sagte: "Was ist also dieses, das geschrieben ist: Der Stein, 'den die Bauenden verwarfen5, dieser wurde zum Haupt[stein] der Ecke6'? {Ps 118,22.23}
18Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden. Aber auf wen er fällt, den wird er zermalmen."
19Und die Hohen Priester und die Schriftgelehrten suchten zu eben der Stunde, Hand an ihn zu legen - und sie fürchteten das Volk -, denn sie hatten gemerkt, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.
20Und sie beobachteten [ihn] und sandten Auflauernde aus, die heuchelten, dass sie selbst gerecht seien, damit sie ihn bei einem Wort ergriffen, um ihn der Obrigkeit und der Vollmacht des Statthalters auszuliefern.
21Und sie befragten ihn und sagten: "Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und das Angesicht nicht annimmst7, sondern in Wahrheit den Weg Gottes lehrst.
22Ist es uns gestattet, dass wir dem Kaiser Steuer geben, oder nicht?"
23Da er aber ihre Verschlagenheit bemerkte, sagte er zu ihnen: "Was versucht ihr mich?
24Zeigt mir einen Denar8." "Wessen Bild und Aufschrift hat er?" Sie antworteten und sagten: "Des Kaisers."
25Er sagte zu ihnen: "Demnach gebt dem Kaiser ab, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."
26Und sie waren nicht imstande, ihn bei einem Wort*, <das er> vor dem Volk <sprach>, zu ergreifen, und sie schwiegen, verwundert über seine Antwort.
27Es kamen etliche Sadduzäer herzu. Die leugnen, dass es eine Auferstehung gebe. Sie befragten ihn:
28"Lehrer", sagten sie, "Mose schrieb uns, wenn jemandes Bruder, der eine Frau hätte, sterben sollte (und <zwar> dieser kinderlos sterben sollte)9, dass sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Samen erwecken10 solle.
29Es waren also sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
30Und der zweite nahm die Frau, und dieser starb kinderlos.
31Und der dritte nahm sie. Ebenso [war es] auch <bei> den sieben [allen]: Sie hinterließen nicht Kinder und starben.
32Hernach, <nach> allen, starb auch die Frau.
33In der Auferstehung also, wessen Frau unter ihnen wird sie? - denn die sieben hatten sie zur Frau."
34Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Die Söhne dieser Weltzeit heiraten und werden verheiratet;
35aber die, die gewürdigt wurden, jene Weltzeit und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet,
36denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind engelgleich, und sie sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
37Aber dass die Toten erweckt werden, zeigte auch Mose an beim Dornstrauch, wie er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs benennt.
38Er ist aber nicht Gott von Toten, sondern von Lebenden, denn alle leben ihm."
39Etliche von den Schriftgelehrten antworteten* und sagten: "Lehrer, [das] sagtest du trefflich."
40Und sie wagten nicht mehr, ihn [mit] irgendetwas zu befragen.
41Aber er <richtete sich> an sie und sagte: "Wie sagen sie: 'Der Gesalbte ist Davids Sohn'
42- und David selbst sagt im Buch der Psalmen: 'Es sagte der Herr11 zu meinem Herrn12: Sitze zu meiner Rechten,
43bis ich deine Feinde lege13 zum Schemel deiner Füße.' {Ps 110,1}
44David nennt ihn also 'Herr'. Und wie ist er sein Sohn?"
45Während das ganze Volk zuhörte, sagte er zu seinen Jüngern:
46"Nehmt euch <stets> in Acht vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen gerne haben und erste Sitze in den Synagogen und erste Plätze bei den Gastmählern;
47die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand14 lange beten. Diese werden ein schwereres Gericht15 empfangen."
2und <wandten sich> an ihn; sie sagten: "Sage uns, in welcher Autorität tust du diese Dinge? Oder wer ist es, der dir diese Autorität gab?"
3Er antwortete und sagte zu ihnen: "Auch ich werde euch ein Wort fragen, und [ihr] sagt es mir:
4Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?"
5Sie überlegten2 miteinander und sagten: "Wenn wir sagen: 'Vom Himmel', wird er sagen: 'Weshalb glaubtet ihr ihm nicht?'
6Wenn wir aber sagen: 'Von Menschen', wird uns das ganze Volk steinigen, denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war."
7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher.
8Und Jesus sagte zu ihnen: "Auch ich sage euch nicht, in welcher Autorität ich diese Dinge tue."
9Aber zum Volk <gewandt> fing er an, dieses Gleichnis zu sagen: "Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Winzer und verreiste für geraume Zeit außer Landes.
10Und zur bestimmten Zeit sandte er einen leibeigenen Knecht zu den Winzern, damit sie ihm von der Frucht des Weinberges gäben. Aber die Winzer schlugen ihn und sandten ihn leer fort.
11Und er fuhr fort und schickte einen anderen leibeigenen Knecht. Aber auch den schlugen sie und verunehrten ihn3 und sandten ihn leer fort.
12Und er fuhr fort und schickte einen dritten. Aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
13Aber der Herr des Weinberges sagte: 'Was soll ich tun? Ich werde meinen geliebten Sohn schicken. Vielleicht werden sie vor diesem Achtung haben, wenn sie ihn sehen.'
14Aber als die Winzer ihn sahen, überlegten sie miteinander und sagten: 'Dieser ist der Erbe! Auf! Töten wir ihn, damit das Erbe unser werde.'
15Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten [ihn]. Was wird also der Herr des Weinberges ihnen tun?
16Er wird kommen und diese Winzer umbringen und wird den Weinberg anderen geben." Als sie es hörten, sagten sie: "Das sei fern!"4
17Er blickte sie aber an und sagte: "Was ist also dieses, das geschrieben ist: Der Stein, 'den die Bauenden verwarfen5, dieser wurde zum Haupt[stein] der Ecke6'? {Ps 118,22.23}
18Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden. Aber auf wen er fällt, den wird er zermalmen."
19Und die Hohen Priester und die Schriftgelehrten suchten zu eben der Stunde, Hand an ihn zu legen - und sie fürchteten das Volk -, denn sie hatten gemerkt, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.
20Und sie beobachteten [ihn] und sandten Auflauernde aus, die heuchelten, dass sie selbst gerecht seien, damit sie ihn bei einem Wort ergriffen, um ihn der Obrigkeit und der Vollmacht des Statthalters auszuliefern.
21Und sie befragten ihn und sagten: "Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und das Angesicht nicht annimmst7, sondern in Wahrheit den Weg Gottes lehrst.
22Ist es uns gestattet, dass wir dem Kaiser Steuer geben, oder nicht?"
23Da er aber ihre Verschlagenheit bemerkte, sagte er zu ihnen: "Was versucht ihr mich?
24Zeigt mir einen Denar8." "Wessen Bild und Aufschrift hat er?" Sie antworteten und sagten: "Des Kaisers."
25Er sagte zu ihnen: "Demnach gebt dem Kaiser ab, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."
26Und sie waren nicht imstande, ihn bei einem Wort*, <das er> vor dem Volk <sprach>, zu ergreifen, und sie schwiegen, verwundert über seine Antwort.
27Es kamen etliche Sadduzäer herzu. Die leugnen, dass es eine Auferstehung gebe. Sie befragten ihn:
28"Lehrer", sagten sie, "Mose schrieb uns, wenn jemandes Bruder, der eine Frau hätte, sterben sollte (und <zwar> dieser kinderlos sterben sollte)9, dass sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Samen erwecken10 solle.
29Es waren also sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
30Und der zweite nahm die Frau, und dieser starb kinderlos.
31Und der dritte nahm sie. Ebenso [war es] auch <bei> den sieben [allen]: Sie hinterließen nicht Kinder und starben.
32Hernach, <nach> allen, starb auch die Frau.
33In der Auferstehung also, wessen Frau unter ihnen wird sie? - denn die sieben hatten sie zur Frau."
34Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Die Söhne dieser Weltzeit heiraten und werden verheiratet;
35aber die, die gewürdigt wurden, jene Weltzeit und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet,
36denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind engelgleich, und sie sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
37Aber dass die Toten erweckt werden, zeigte auch Mose an beim Dornstrauch, wie er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs benennt.
38Er ist aber nicht Gott von Toten, sondern von Lebenden, denn alle leben ihm."
39Etliche von den Schriftgelehrten antworteten* und sagten: "Lehrer, [das] sagtest du trefflich."
40Und sie wagten nicht mehr, ihn [mit] irgendetwas zu befragen.
41Aber er <richtete sich> an sie und sagte: "Wie sagen sie: 'Der Gesalbte ist Davids Sohn'
42- und David selbst sagt im Buch der Psalmen: 'Es sagte der Herr11 zu meinem Herrn12: Sitze zu meiner Rechten,
43bis ich deine Feinde lege13 zum Schemel deiner Füße.' {Ps 110,1}
44David nennt ihn also 'Herr'. Und wie ist er sein Sohn?"
45Während das ganze Volk zuhörte, sagte er zu seinen Jüngern:
46"Nehmt euch <stets> in Acht vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen gerne haben und erste Sitze in den Synagogen und erste Plätze bei den Gastmählern;
47die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand14 lange beten. Diese werden ein schwereres Gericht15 empfangen."
Fußnoten
- 1 t. r. u. einige Hss: die Hohen Priester
- 2 und besprachen
- 3 o.: behandelten ihn verächtlich
- 4 eigtl.: "Möge das nicht geschehen!"
- 5 d. h.: nach erfolgter Prüfung ablehnten und für unbrauchbar erklärten
- 6 d. h.: zu dem den Bau bestimmenden an der äußeren Ecke liegenden Stein.
- 7 d. h.: nicht Rücksicht nimmst auf ein Angesicht
- 8 D. i. eine röm. Münze, deren Wert etwa dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach.
- 9 Worte in runden Klammern gehören zum biblischen Text.
- 10 d. h.: wie aus dem Tode erwecken
- 11 Im heb. AT ist damit Jahweh gemeint; in der gr. Üsg. steht statt Jahweh: kürios (Herr).
- 12 im heb. AT: adoni (mein Herr); hier werden also zwei verschiedene heb. Begriffe mit demselben gr. Wort übersetzt.
- 13 o.: gelegt habe
- 14 d. h.: zum Schein (um über ihr eigentliches Wesen hinwegzutäuschen)
- 15 o.: ein härteres (eigtl.: übermäßigeres) Strafurteil